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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

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Wirtschafts-Nobelpreis erneut an zwei US-Forscher


Stockholm (dpa) - Der Wirtschafts-Nobelpreis 2012 geht wie fast jedes Jahr in die USA. Die Schwedische Wissenschaftsakademie hat den Preis am Montag an Alvin E. Roth (60) und Lloyd S. Shapley (89) verliehen. Beide hätten bahnbrechende Erkenntnisse dafür entwickelt, »verschiedene wirtschaftliche Akteure zueinander zu bringen«, hieß es am Montag zur Begründung in Stockholm. Die Auszeichnung ist mit umgerechnet 930 000 Euro (8 Mio Kronen) dotiert. Der Wirtschafts-Nobelpreis wird erst seit 1969 vergeben und geht nicht auf das Testament des Preisstifters Alfred Nobel zurück. Er ist umstritten, weil bisher weit überwiegend Wissenschaftler von Instituten in den USA ausgezeichnet worden sind.

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Schäuble: Euro-Länder gewinnen schrittweise Vertrauen zurück

Bangkok (dpa) - Die Euro-Länder überzeugen nach Darstellung von Finanzminister Wolfgang Schäuble die internationalen Partner zunehmend von den Erfolgen bei der Lösung der Schuldenkrise. »Wir gewinnen Vertrauen Schritt für Schritt zurück«, sagte Schäuble am Montag in Bangkok nach einem Treffen asiatischer und europäischer Finanzminister. »Unsere Kollegen sehen, dass wir auf dem Weg sind.« Jeder sehe ein, dass bei einer gemeinsamen Geldpolitik auch stärkere institutionelle Vorkehrungen für gemeinsame Finanzpolitik und vor allem die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit getroffen werden. Vor dem ASEM-Treffen warnte Schäuble die Notenbanken angesichts der Geldflut im Kampf gegen die Krise vor wachsenden Inflationsgefahren.

Bundesregierung hält Druck auf Griechenland aufrecht

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung will Griechenland in der Eurozone halten, erwartet aber nach wie vor die Umsetzung des vereinbarten Reformprogramms. Kanzlerin Angela Merkel bekräftigte am Montag: »Wir wollen, dass Griechenland im Euroraum bleibt«. Die Arbeit dafür sei aber noch nicht vollendet, es bleibe eine ganze Menge in den nächsten Tagen und Wochen zu tun. Vor weiteren Entscheidungen werde der Bericht der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds abgewartet. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte am Wochenende einen Staatsbankrott Griechenlands und einen Austritt aus dem Euro praktisch ausgeschlossen.

US-Finanzinvestor Advent greift nach Douglas

Hagen (dpa) - Der US-Finanzinvestor Advent will die Mehrheit am Handelskonzern Douglas rund um die führende deutsche Parfümeriekette übernehmen. Nach monatelangen Gerüchten kündigte Advent am Montag ein Übernahmeangebot für alle ausstehenden Aktien der Douglas Holding AG von 38 Euro pro Aktie in bar an. Advent will mindestens 75 Prozent der Anteile an Douglas. Die Zustimmung von 50,5 Prozent des Grundkapitals der Douglas Holding sei bereits gesichert: Die Familie Kreke sowie die Großaktionäre Oetker und Müller hätten vertraglich zugesichert, das Angebot zum angekündigten Preis anzunehmen beziehungsweise ihre Aktien zu veräußern.

Studie: Weiter zu wenige Frauen im Top-Management

München (dpa) - Trotz Fortschritten schaffen es in Deutschland nach wie vor zu wenige Frauen ins Top-Management. Einer Studie zufolge liegt die Bundesrepublik bei der Teilhabe von Frauen am Wirtschaftsleben weltweit unter den ersten zehn Staaten, dennoch gebe es noch enormen Aufholbedarf. Der Erhebung der Unternehmensberatung Booz & Company zufolge, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, rangiert Deutschland auf Platz acht. Auf vorderen Plätzen liegen etwa Schweden, Norwegen oder die Niederlande. Weltweit führend ist laut Studie Australien. Deutschland gehöre zwar zur internationalen Spitze. »Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch eine Menge zu tun bleibt, bis die wirtschaftliche Gleichstellung der Geschlechter gelebte Realität ist«, sagte Booz-Partnerin Christine Rupp.

RWE hält Strompreis trotz höherer EEG-Umlage vorerst stabil

Essen/Berlin (dpa) - Der Essener Energiekonzern RWE will die höhere EEG-Umlage im nächsten Jahr vorerst nicht auf den Strompreis aufschlagen. »RWE Vertrieb hält ihren Strompreis in der Grundversorgung bis in das Jahr 2013 stabil«, sagte ein RWE-Sprecher auf Nachfrage. Die von den Netzbetreibern angekündigte Erhöhung der Förderumlage für erneuerbare Energien um rund 47 Prozent auf knapp 5,3 Cent je Kilowattstunde werde der Konzern nicht an die Kunden weitergeben. »Das binden wir uns ans Bein«, sagte ein Sprecher. Bei einer geschätzten Mehrbelastung durch die Umlage von 60 bis 70 Euro im Jahr für den Durchschnittshaushalt und rund 1,5 Millionen RWE-Stromkunden ergibt sich ein Betrag von rund 100 Millionen Euro, den der Konzern übernimmt. Ob der Strompreis das ganze Jahr 2013 hindurch stabil bleibt, wollte der Sprecher nicht sagen. Strompreiserhöhungen müssen den Kunden generell sechs Wochen vor Inkrafttreten angekündigt werden.

Softbank übernimmt US-Mobilfunker Sprint-Nextel

Tokio (dpa) - Die Übernahme des drittgrößten US-amerikanischen Mobilfunkers Sprint Nextel durch den japanischen Mischkonzern Softbank ist perfekt. Die Japaner kaufen für 20,1 Milliarden US-Dollar einen Mehrheitsanteil von etwa 70 Prozent, wie Softbank am Montag mitteilte. Softbank will für 12,1 Milliarden Dollar bestehende Sprint-Aktien kaufen und weitere 8 Milliarden Dollar in neu auszugebende Aktien stecken. Mit dieser Übernahme wird das japanische Unternehmen nach Kundenzahl der drittgrößte Mobilfunkanbieter der Welt nach China Mobile und Vodafone. Softbank war erst 2006 mit dem Kauf von Vodafone Japan ins Mobilfunkgeschäft eingestiegen.

Industrie schafft 113 000 Jobs - Beschäftigung auf Vier-Jahres-Hoch

Wiesbaden (dpa) - Der Jobaufbau in der deutschen Industrie setzt sich trotz der jüngsten Konjunkturabschwächung fort. Ende August beschäftigten die Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes mit 50 und mehr Mitarbeitern 5,3 Millionen Menschen. Mit einem Plus von 2,2 Prozent zum Vorjahresmonat kletterte die Industriebeschäftigung in Deutschland auf den höchsten Stand seit dem Crash der US-Bank Lehman Brothers im September 2008, wie ein Sprecher des Statistischen Bundesamts am Montag in Wiesbaden sagte. Insgesamt schaffte die Industrie binnen Jahresfrist 113 000 Jobs. Mit einem Plus von vier Prozent entstanden im Maschinenbau - mit 914 000 Stellen der größte industrielle Arbeitgeber in Deutschland - die meisten neuen Arbeitsplätze.

ifo: Ost-Wirtschaft wird erst 2030 Anschluss an Westen finden

Erfurt (dpa) - Die ostdeutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung des ifo Instituts noch auf Jahre der gesamtdeutschen Entwicklung hinterherhinken. Der Osten werde voraussichtlich erst 2030 das Niveau der strukturschwachen Westländer erreicht haben, sagte Joachim Ragnitz vom ifo Institut in Dresden am Montag bei einem Konjunkturgespräch in Erfurt. Er halte es für unwahrscheinlich, dass dieses Ziel bereits mit Auslaufen des Solidarpakts 2019 erreicht werde. Zwar seien Regionen wie die um Jena, Potsdam, Dresden und Leipzig bereits jetzt gut aufgestellt und könnten daher auch schneller aufholen. Aber die neuen Bundesländer mit dünnbesiedelten und strukturschwachen Gebieten seien vorwiegend ländlich geprägt. »Das zieht das Gesamtbild nach unten«, sagte Ragnitz.

Dax steigt - Hoffnung auf Entspannung der Eurokrise

Frankfurt/Main (dpa) - Die Hoffnung auf eine Beruhigung der Eurokrise hat den deutschen Aktienmarkt am Montag angetrieben. Der Dax stieg am frühen Nachmittag um 0,79 Prozent auf 7289 Punkte. Für den MDax mittelgroßer Werte ging es um 1,12 Prozent auf 11 357 Punkte nach oben. Der TecDax zeigte sich mit plus 0,05 Prozent bei 815 Punkten hingegen kaum verändert. Am deutschen Rentenmarkt sank die Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,20 Prozent am Freitag auf 1,19 Prozent. Der Euro stieg leicht: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2971 (Freitag: 1,2970) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7710 (0,7710) Euro.