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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

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Verdi: Streiks bei der Post beginnen Anfang kommender Woche


Berlin (dpa) - Briefträger und Paketboten der Deutschen Post wollen Anfang kommender Woche in einen unbefristeten Streik treten. Derzeit liefen die Vorbereitungen dafür, der genaue Starttermin werde noch genannt, hieß es am Freitag bei der Gewerkschaft Verdi. Am Donnerstag hatte die Post in dem Tarifkonflikt für rund 140 000 Beschäftigte ein Ultimatum der Gewerkschaft verstreichen lassen. «Damit sind unbefristete Streiks ab sofort möglich», hatte Verdi daraufhin angekündigt. Hintergrund des Konflikts ist der Aufbau von 49 regionalen Gesellschaften für die Paketzustellung, bei denen bislang rund 6000 Paketboten nicht nach dem Haustarif der Post, sondern nach oft niedrigeren regionalen Tarifvertragen der Logistikbranche bezahlt werden. Verdi will erreichen, dass sie tariflich unter das Dach der Post zurückkehren.

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Bundesbank sieht Wirtschaft im Aufwind - Industrie-Aufträge ziehen an

Frankfurt/Main (dpa) - Die deutsche Wirtschaft wird die kleine Konjunkturschwäche vom Jahresbeginn schnell hinter sich lassen. Die Bundesbank traut ihr 2015 und 2016 ein kräftiges Wachstum zu. Getrieben von der Kauflust der Verbraucher und dem schwachen Euro, der deutsche Exporte auf den Weltmärkten günstiger macht, werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 1,7 Prozent und im kommenden Jahr um 1,8 Prozent steigen, sagt die Bundesbank in ihrer am Freitag veröffentlichten halbjährlichen Prognose voraus. «Die Binnenwirtschaft profitiert dabei von der guten Arbeitsmarktlage und den kräftigen Einkommenszuwächsen», sagte Bundesbankpräsident Jens Weidmann. 2017 werde das Wachstumstempo etwas nachlassen: Die Bundesbank rechnet dann mit einem BIP-Plus von 1,5 Prozent.

Opec lässt Öl sprudeln - Kampf gegen Schieferöl geht weiter

Wien (dpa) - Mit einer unveränderten Förderpolitik setzt die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ihren Kampf gegen das Schieferöl aus den USA und Kanada fort. Die Ölmenge von 30 Millionen Barrel am Tag (je 159 Liter) bleibe gleich, teilte der saudi-arabische Ölminister Ali al-Nuaimi am Freitag in Wien nach der halbjährlichen Sitzung des Ölkartells mit. «Wir reagieren auf den Markt so, dass wir unseren Marktanteil nicht an weniger effiziente Produzenten verlieren», sagte der katarische Ölminister Mohammed bin Saleh Al Sada mit Blick auf die Schieferöl-Produzenten.   Bei einem Preis-Niveau von aktuell rund 60 Dollar pro Barrel ist es selbst für einige der zwölf Opec-Länder schwierig, kostendeckend zu produzieren. Manche der Staaten, darunter Venezuela, streben eigentlich einen höheren Preis von mindestens 75 Dollar an.

Erneut Streik an Amazon-Standorten in Bad Hersfeld und Leipzig

Bad Hersfeld/Leipzig (dpa) - Im Kampf um einen Tarifvertrag sind Mitarbeiter des Versandhändlers Amazon erneut in den Streik getreten. Der Ausstand am größten deutschen Standort im hessischen Bad Hersfeld soll von Freitagmorgen bis zu diesem Samstagabend dauern, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. Auch in Leipzig legten am Freitag erneut Beschäftigte die Arbeit nieder. Dort geht der Streik-Aufruf von Donnerstag bis Samstag. Verdi rechnete im Tagesverlauf mit einer Streik-Beteiligung von 400 bis 500 Menschen in Bad Hersfeld. In Leipzig waren es laut der Gewerkschaft 450 Leute. Amazon betrachtet den Ausstand gelassen und sprach von einer «verhaltenen Streikbeteiligung» in dem seit mehr als zwei Jahren dauernden Tarifkonflikt.

US-Arbeitsmarkt wächst weiter deutlich - Erwerbslosenquote stieg aber

Washington (dpa) - Der US-Arbeitsmarkt erholt sich weiter in großen Schritten. Im Mai wurden 280 000 zusätzliche Stellen geschaffen, wie das zuständige Ministerium am Freitag in Washington mitteilte. Damit wurde das durchschnittliche Plus der letzten zwölf Monate um knapp 30 000 Stellen übertroffen. Experten hatten nicht mit einer solch großen Stellenzunahme gerechnet und werten die Zahl als gutes Zeichen für die Wirtschaft. Die Arbeitslosenquote stieg jedoch um 0,1 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent, weil sich wieder mehr Amerikaner bei den Behörden als arbeitssuchend gemeldet haben. Im Mai 2014 lag die Quote noch bei 6,3 Prozent.

Norwegisches Parlament bestätigt Rückzug aus Kohlegeschäften

Oslo (dpa) - Das norwegische Parlament hat am Freitag einstimmig beschlossen, dass der staatliche Pensionsfonds nicht mehr in Geschäfte mit Kohle investieren soll. Unternehmen, die 30 Prozent ihrer Einnahmen mit Kohle machen, sollen aus dem Fondsportfolio fliegen. Es wird damit gerechnet, dass 50 bis 75 Unternehmen davon betroffen sind. Umweltaktivisten bejubelten die Entscheidung. Der staatliche Pensionsfonds speist sich aus Einnahmen aus der Öl- und Gasförderung und soll den Wohlstand für künftige Generationen sichern. Mit seinem Marktwert von über 7 000 Milliarden norwegischen Kronen (800 Milliarden Euro) ist er der größte Fond seiner Art auf der Welt.

Rewe schließt Allianz mit französischer Kette E.Leclerc

Köln (dpa) - Die deutsche Handelsgruppe Rewe schließt eine strategische Allianz mit der französischen Supermarktkette E.Leclerc. Ziel sei unter anderem die Gründung einer gemeinsamen Einkaufsgesellschaft, teilte Rewe am Freitag mit. Doch wollen die Unternehmen auch bei anderen Themen wie Bio-Produkten, im Reisegeschäft oder im Energiebereich zusammenarbeiten. Rewe verlässt für das Bündnis mit E.Leclerc die erst im vergangenen Jahr zusammen mit der Schweizer Coop-Gruppe, dem belgischen Handelsunternehmen Colruyt und der italienischen Einzelhandelsgenossenschaft Conad gegründete Einkaufsallianz Core.

Dax dämmt Verluste nach robusten US-Arbeitsmarktdaten ein

Frankfurt/Main (dpa) - Überraschend robuste Arbeitsmarktdaten aus den USA haben den schwachen Dax am Freitagnachmittag gestützt. Die nervenzehrende Hängepartie um Griechenlands Schuldentilgung hatte den deutschen Leitindex zuvor mit 11 155 Punkten auf den tiefsten Stand seit einem Monat gezwungen, bevor er sich zuletzt auf 11 222,93 Punkte erholen konnte. Er blieb allerdings weiter mit 1,04 Prozent im Minus. Der MDax der mittelgroßen Werte dämmte seinen Verlust bis zum Nachmittag auf minus 1,22 Prozent bei 20 031,81 Punkten ein. Der Technologiewerte-Index TecDax lag noch mit 1,11 Prozent in der Verlustzone bei 1673,60 Punkte. Der Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1218 (Donnerstag: 1,1317) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8914 (0,8836) Euro.