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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

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Briefträger und Paketboten treten in unbefristeten Streik


Berlin (dpa) - Millionen Briefe und Pakete werden in den kommenden Tagen wohl wieder verspätet ankommen. Bei der Deutschen Post beginnen noch am Montag unbefristete Streiks. Das kündigte die Gewerkschaft Verdi in Berlin an. Die Post habe sich in sechs Verhandlungsrunden keinen Millimeter auf eine Lösung des Konflikts hinbewegt, sondern ein Angebot der Gewerkschaft ignoriert, erklärte Verdi-Vize Andrea Kocsis. »Wir müssen den Druck nun massiv erhöhen.« In dem Tarifkonflikt geht es um Bezahlung und Arbeitszeit für rund 140 000 Beschäftigte. Kern der Auseinandersetzung ist aber der Aufbau von 49 regionalen Gesellschaften für die Paketzustellung. Die dort beschäftigten rund 6000 Paketboten werden nicht nach dem Haustarif der Post bezahlt, sondern erhalten die oft niedrigeren Löhne der Logistikbranche.

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Jörg Hofmann soll neuer IG-Metall-Chef werden

Frankfurt/Main (dpa) - Die IG Metall baut ihre Führungsspitze kräftig um. Der Erste Vorsitzende Detlef Wetzel (62) will auf dem kommenden Gewerkschaftstag nicht mehr kandidieren und hat daher am Montag seinen bisherigen Stellvertreter Jörg Hofmann (59) als Nachfolger vorgeschlagen, wie die Gewerkschaft in Frankfurt mitteilte. Für das Amt der Zweiten Vorsitzenden schlug Wetzel zudem die Diplom-Soziologin Christiane Benner vor. Die 47-Jährige wäre die erste Frau, die in der Geschichte der IG Metall in die engste Gewerkschaftsführung vorrückt. Sie gehört dem geschäftsführenden Vorstand der IG Metall seit vier Jahren an. Die Wahlen sollen auf dem Gewerkschaftstag am 20. Oktober in Frankfurt stattfinden.

Bundesbank: Geschäft mit chinesischer Währung in Deutschland wächst

Frankfurt/Main (dpa) - Das Geschäft mit Chinas Währung Renminbi (Yuan) in Deutschland wächst. Seit dem Frühjahr 2014 hat sich die Zahl der in Deutschland in Renminbi (RMB) ausgegebenen Wertpapiere auf 21 Milliarden RMB mehr als vervierfacht, wie die Deutsche Bundesbank am Montag in Frankfurt mitteilte. Seinerzeit hatten die Bundesbank und die chinesische Zentralbank vereinbart, am Finanzplatz Frankfurt das erste Handelszentrum für die chinesische Währung im Euroraum aufzubauen. »Wir können bereits jetzt auf eine sehr positive Entwicklung des Renminbi-Geschäfts in Deutschland zurückblicken«, sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel.

Playmobil-Chef Horst Brandstätter ist tot

Zirndorf (dpa) - Seine Spielfiguren sind aus keinem Kinderzimmer mehr wegzudenken - mit Playmobil revolutionierte Horst Brandstätter einst den Spielwarenmarkt. Nun müssen andere sein Werk fortführen. Der 81-Jährige starb am vergangenen Mittwoch nach kurzer schwerer Krankheit, wie eine Sprecherin der Firma Geobra Brandstätter am Montag am Firmensitz Zirndorf bei Nürnberg mitteilte. Wegen der bis Sonntag dauernden Werksferien gab die Geschäftsführung die Todesnachricht erst jetzt bekannt. Brandstätter war zuletzt Alleineigentümer des Unternehmens. Der 81-Jährige leitete den Familienbetrieb zusammen mit zwei Vorständen.

Exporteure im Aufwind: Wirtschaft startet stark ins zweite Quartal

Wiesbaden (dpa) - Der schwache Euro und die anziehende Nachfrage auf den Weltmärkten treiben die deutsche Exportwirtschaft an. Im April lieferten die Unternehmen Waren im Wert von 100,4 Milliarden Euro in alle Welt und damit 7,5 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Gegenüber dem März stiegen die Ausfuhren um 1,9 Prozent. Zugleich kommt das Produzierende Gewerbe nach einem verhaltenen Jahresauftakt wieder besser in Schwung. Nach Zahlen der Statistiker stieg die Industrie-Produktion im April um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat. Experten hatten nur ein Plus von 0,6 Prozent erwartet.

Hohe Erwartungen an künftigen Deutsche-Bank-Chef Cryan

Frankfurt/Main (dpa) - Der überraschende Chefwechsel bei der Deutschen Bank lässt Investoren auf ein Ende der Skandale bei Deutschlands größtem Geldhaus hoffen. Der Brite John Cryan müsse sich »das Thema Kulturwandel mal richtig vornehmen«, forderte Anlegerschützer Klaus Nieding am Montag im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. An der Börse gab es viele Vorschusslorbeeren für den 54 Jahre alten langjährigen Investmentbanker: In einem ansonsten schwachen Umfeld setzte sich die Aktie des Frankfurter Instituts mit einem kräftigen Plus von zeitweise rund 8 Prozent an die Dax-Spitze.

Japans Wirtschaft stärker gewachsen als gedacht

Tokio (dpa) - Japans Wirtschaft ist im ersten Quartal stärker gewachsen als zunächst gedacht. Nach revidierten Berechnungen der Regierung vom Montag legte das Bruttoinlandsprodukt der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt um eine hochgerechnete Jahresrate von 3,9 Prozent zu. Zunächst hatten die amtlichen Statistiker einen Zuwachs von 2,4 Prozent gemeldet. Im Vergleich zum Vorquartal legte die Wirtschaft zwischen Januar und März um 1,0 Prozent zu. Zunächst war noch ein Plus zum Vorquartal von 0,6 Prozent berechnet worden. 

Griechenland und Euro-Anstieg belasten Dax

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat zu Wochenbeginn weiter nachgegeben. Der Leitindex fiel bis zum Montagnachmittag um 0,72 Prozent auf 11 117,09 Punkte. Seit seinem Mitte April erreichten Rekordhoch bei 12 390,75 Punkten hat das Börsenbarometer damit rund 10 Prozent eingebüßt. Der Index der mittelgroßen Werte MDax fiel um 0,60 Prozent auf 19 884,92 Punkte, während der TecDax um 0,13 Prozent auf 1670,45 Punkte zulegte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone wiederum verlor 0,54 Prozent. Am deutschen Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 0,68 Prozent. Die Europäische Zentralbank setzte den Euro-Referenzkurs auf 1,1162 (Freitag: 1,1218) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8959 (0,8914) Euro.