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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

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Schlichtung im Bahn-Tarifstreit geht in die Verlängerung


Berlin (dpa) - Der Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL ist auch nach einem dreiwöchigen Schlichtungsversuch noch nicht ausgestanden. Das Verfahren wurde bis zum 25. Juni verlängert. Darauf einigten sich die Beteiligten am Mittwoch, wie Bahn und GDL im Auftrag der Schlichter mitteilten. Man sei sich einig, dass in den vergangenen Wochen bereits wichtige Schritte zu einer Beilegung des Konflikts vereinbart worden seien. Allerdings seien die zu regelnden Sachverhalte »komplex«, hieß es. Als Schlichter eingesetzt sind der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und der frühere brandenburgische Regierungschef Matthias Platzeck (SPD).

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Milliardenschäden durch Ladendiebe und unehrliche Mitarbeiter

Köln (dpa) - Ladendiebe und unehrliche Mitarbeiter haben 2014 im Handel wieder Schäden von mehreren Milliarden Euro angerichtet, die die Verbraucher über höhere Preise tragen müssen. Das geht aus einer Studie des Handelsforschungsinstituts EHI hervor, die am Mittwoch bei einer Konferenz in Köln präsentiert wird. Insgesamt summierten sich die Warenverluste inklusive Mehrwertsteuer im vergangenen Jahr auf 3,9 Milliarden Euro, hieß es in der Studie. Vor allem professionell organisierter Ladendiebstahl bereite den Händlern Sorgen, hieß es. Beliebte Klauartikel sind erfahrungsgemäß kleine, teure Waren wie Kosmetik, Rasierklingen, Brillen oder Smartphones.

Wahl von Eurogruppenchef wird verschoben

Den Haag/Brüssel (dpa) - Die Wahl des Eurogruppenchefs wird auf Juli verschoben. Am 13. Juli müsse es dann eine Entscheidung geben, denn das Mandat von Amtsinhaber Jeroen Dijsselbloem laufe am 21. Juli aus, berichteten Diplomaten am Mittwoch in Brüssel. Dijsselbloem teilte über Twitter mit, er wolle der Eurogruppe am Donnerstag die Verschiebung vorschlagen. »Griechenland erfordert alle Aufmerksamkeit«, so der niederländische Finanzminister auf dem Kurznachrichtendienst. »Wahl sollte nicht zu einer Verfahrensdebatte führen.« Der Sozialdemokrat Dijsselbloem (49) ist Kandidat für eine zweite Amtszeit. Ein Mandat läuft über zweieinhalb Jahre. Auch der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos (55) bewirbt sich um das Brüsseler Spitzenamt.

Vermögen der Millionäre wächst schneller als die Weltwirtschaft

Frankfurt/Main (dpa) - Getrieben vom soliden Plus an den Aktienmärkten ist der Club der Dollar-Millionäre auch 2014 deutlich rasanter gewachsen als die Weltwirtschaft. Trotz der Minizinsen und des relativ bescheidenden globalen Wirtschaftswachstums haben 2014 weltweit fast eine Million Menschen zusätzlich die Marke von einer Million Dollar bei ihrem anlagefähigen Vermögen übersprungen, wie die Beratungsgesellschaft Capgemini und die Royal Bank of Canada am Mittwoch in ihrem Weltwohlstandsbericht mitteilten. Damit wuchs die Zahl der Reichen um 6,7 Prozent auf 14,6 Millionen, ihr Gesamtvermögen vermehrte sich um 7,2 Prozent auf 56,4 Billionen Dollar. Deutschland lag mit 1,14 Million Wohlhabenden (Vorjahr: 1,13 Mio) weltweit auf Rang drei hinter den USA und Japan.

ADAC sieht sich bei Umbau im Zeitplan

München (dpa) - Der ADAC sieht sich bei seinen Reformen nach dem Krisenjahr 2014 weiter im Zeitplan. Zwar müssten die Umbauten sorgfältig und genau geplant und umgesetzt werden. »Trotzdem wollen wir diesen Prozess bis Ende dieses Jahres abschließen«, sagte ADAC-Präsident August Markl am Mittwoch in München. Der Autofahrerclub hat angesichts der Affäre um Fälschungen beim Autopreis »Gelber Engel« und zahlreicher anderer Vorwürfe angekündigt, die eigene Organisation transparenter zu machen. Die Krise spürt der ADAC auch in der Bilanz 2014. Insgesamt verließen wegen der Affäre und der vielen Vorwürfe im vergangenen Jahr rund eine halbe Million Menschen mehr den Verein als im Jahr zuvor. Zum Jahresende zählte der ADAC 18,92 Millionen Mitglieder.

Wenig Regen: Bauern befürchten magere Raps- und Getreide-Ernte

Berlin (dpa) - Wegen der knappen Niederschläge in diesem Frühjahr fürchten die deutschen Bauern um ihre Ernte. In weiten Landesteilen habe es von Februar bis Mai zu wenig geregnet, mancherorts sei nur ein Viertel der üblichen Mengen gefallen, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, der Deutschen Presse-Agentur. »Es gibt Regionen, da hat es im April, Mai nur ein paar Millimeter geregnet.« Sonst seien es im Schnitt 60 Millimeter. Betroffen sind demnach vor allem Rheinland-Pfalz, Hessen und der Osten Deutschlands. Dort sind nach Rukwieds Worten auf den Feldern schon Trockenschäden zu beobachten.

Airbus baut in Verteidigungssparte weniger Stellen ab

Toulouse (dpa) - Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus Group kann in seiner Verteidigungs- und Raumfahrtsparte auf einen Teil der geplanten Stellenstreichungen verzichten. Von den ursprünglich vor rund zwei Jahren angekündigten 5800 Stellen werden insgesamt nur 5000 wegfallen, sagte Sparten-Chef Bernhard Gerwert der »Financial Times« (online). Grund dafür sei das gut laufende Weltraumgeschäft. Nach Informationen der Zeitung sucht Airbus gegenwärtig nach einem US-Produktionsstandort für Satelliten. Der Konzern hatte jüngst einen Auftrag über bis zu 900 Kleinsatelliten von OneWeb erhalten - ein Teil davon soll laut »FT« in den USA gebaut werden.

»Funkstille« im Post-Tarifstreit

Berlin/Bonn (dpa) - Nach eineinhalb Wochen Streik bei der Post ist ein baldiges Ende des Ausstands nicht absehbar. Beide Seiten reden nach Angaben der Gewerkschaft Verdi im Moment nicht miteinander. Es herrsche »totale Funkstille«, sagte Verdi-Sprecher Jan Jurczyk am Mittwoch. Der Streik werde deshalb weiter Schritt für Schritt ausgeweitet. Nach Angaben der Gewerkschaft waren am Mittwochvormittag mehr als 20 000 Post-Mitarbeiter im Arbeitskampf. Darunter seien Beschäftigte in den Briefverteilzentren, Brief- und Paketzusteller sowie seit neuestem auch Mitarbeiter in den Paketzentren. »Das können noch einige Tausend mehr werden«, sagte Jurczyk.

Ifo Institut erhöht Wachstumsprognose

München (dpa) - Die Wirtschaftsforscher des Münchner Ifo Instituts rechnen in diesem Jahr mit einem deutlich stärkeren Wachstum als bisher. Insgesamt werde die deutsche Wirtschaft 2015 um 1,9 Prozent zulegen, teilte das Institut am Mittwoch mit. Zuletzt hatten die Wissenschaftler im Dezember ein Plus von 1,5 Prozent erwartet. »Die deutsche Wirtschaft befindet sich derzeit in einem kräftigen Aufschwung«, sagte Ifo-Konjunkturexperte Timo Wollmershäuser. Wichtige Stütze für den Aufwärtstrend sei der private Konsum. Auch 2016 werde das Wachstum mit einem Plus von 1,8 Prozent deutlich sein.

21st Century Fox bestätigt: Rupert Murdoch gibt Chefposten ab

New York (dpa) - Rupert Murdoch (84) gibt den Chefposten beim Unterhaltungskonzern 21st Century Fox an seinen Sohn James (42) ab. Der Medienmogul wird sich von Juli an in den Verwaltungsrat zurückziehen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Damit bestätigte Fox US-Medienberichte. Rupert Murdochs älterer Sohn Lachlan (43) wird neben seinem Vater an die Spitze des Verwaltungsrats rücken. Neben zahlreichen Fernsehsendern gehört zum Murdoch-Konzern das Filmstudio 20th Century Fox. Das Geschäft mit Zeitungen und Büchern wurde in die Schwestergesellschaft News Corp abgespalten. Murdoch und seine Familie sind bei beiden Unternehmen Mehrheitseigner.

Große Airlines verlangen von EU neue Luftverkehrs-Strategie

Brüssel/Frankfurt (dpa) - Die fünf größten europäischen Fluggesellschaften haben von der EU-Kommission eine neue Strategie für den Luftverkehr verlangt. Insbesondere die Kosten an den Flughäfen und bei der Flugsicherung müssten im Interesse der Passagiere und der gesamten europäischen Wirtschaft gesenkt werden, erklärten sie am Mittwoch in Brüssel an die Adresse der neuen EU-Verkehrs-Kommissarin Violeta Bulc. Auch müssten Extra-Steuern für Passagiere abgeschafft werden. Zu der Initiative haben sich erstmals die drei Netz-Anbieter Lufthansa, Air France/KLM und die British Airways-Mutter IAG mit den größten Billigfliegern Ryanair und Easyjet zusammengeschlossen.

Dax schwächelt vor Zinsentscheid in den USA erneut

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Mittwoch fast seine gesamten Vortagesgewinne wieder eingebüßt. Vor dem am Abend anstehenden Zinsentscheid der US-Notenbank Fed hielten sich die Anleger laut Börsianern zurück. Zudem blieben die Sorgen um Griechenland stets präsent. Der deutsche Leitindex lag am Nachmittag mit 0,51 Prozent im Minus bei 10 988,03 Punkten. Der MDax als Index der mittelgroßen Werte sank am Mittwoch um 0,97 Prozent auf 19 532,31 Punkte, und der TecDax gab um 0,82 Prozent auf 1626,65 Punkte nach. Für den Leitindex der Eurozone EuroStoxx 50 ging es um ein halbes Prozent abwärts. Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,62 Prozent am Vortag auf 0,64 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,09 Prozent auf 138,19 Punkte. Der Bund-Future stand prozentual unverändert bei 151,73 Punkten. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1279 (Dienstag: 1,1215) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8866 (0,8917) Euro.