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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

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Handel dringt auf einfachere Datenschutz-Regeln


Berlin (dpa) - Der Handel hält die geltenden Datenschutz-Vorschriften beim Einkaufen im Internet für zu kompliziert. »Einfachere Regelungen sind sowohl im Interesse der Verbraucher als auch der Händler. Die aktuell sehr komplexen Datenschutz-Erklärungen haben keinen Mehrwert«, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, am Freitag in Berlin. Aus Sicht der Verbraucherzentralen kann man auf Datenschutzerklärungen nicht verzichten. Sie müssten aber verständlich sein. Der Handelsverband stützte sich bei seiner Forderung auf eine Umfrage des Instituts für Handelsforschung (IFH) unter rund 9000 Online-Käufern in neun EU-Staaten. Demnach lesen 63 Prozent der Befragten selten oder nie die Datenschutz-Bestimmungen, wenn sie im Internet etwas herunterladen, bestellen oder sich bei sozialen Netzwerken anmelden. In Deutschland lag dieser Anteil bei 51 Prozent. Auf EU-Ebene laufen derzeit Verhandlungen über eine neue Datenschutz-Grundverordnung.

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Streit über Reform der Euro-Zone - Deutschland hat Einwände

Luxemburg (dpa) - In Europa ist erneut Streit um die Reform der Euro-Zone entbrannt. Deutschland stemmt sich dabei gegen Vorschläge von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zur gemeinsamen Absicherung von Bankguthaben der Kunden über die Grenzen hinweg. Im Vorfeld des Treffens der EU-Finanzminister in Luxemburg wurde ein internes Papier des Bundesfinanzministeriums bekannt, das der Deutschen Presse-Agentur dpa vorlag. Darin heißt es: »Jetzt eine Diskussion über die weitere Vergemeinschaftung von Bank-Risiken durch eine gemeinsame Einlagensicherung oder ein europäisches Einlagensicherungssystem zu starten, ist inakzeptabel.« Das Papier war zuvor von der »Financial Times« veröffentlicht worden. Deutschland bleibt bei seinem Nein zu einer Vergemeinschaftung von Banken-Risiken in der Euro-Zone. Kommissionspräsident Juncker hatte einen Vorschlag für ein solches System bis Jahresende angekündigt.

Schäuble: Verhandlungen über europäische Finanzsteuer »mühsam«

Berlin/Luxemburg (dpa) - Deutschland und zehn weitere EU-Staaten nehmen einen neuen Anlauf, um die schleppende Einführung einer europäischen Finanztransaktionssteuer voranzutreiben. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kündigte am Freitag im Bundestag an, dass an diesem Samstag in Luxemburg die beteiligten Länder zu weiteren Gesprächen zusammenkommen wollen: »Wir werden (...) wieder einen Versuch machen, ein Stück voranzukommen.« Es sei »mühsam«, die geplante Abgabe auf Finanzgeschäfte voranzubringen. Umstritten ist unter anderem die Frage, welche Finanzprodukte von der Steuer erfasst werden. Nach bisherigen Plänen soll die Steuer 2016 eingeführt werden. Die Detailverhandlungen verlaufen aber zäh. Da nicht alle EU- und auch nicht alle Euro-Länder mitziehen, wollen die elf Länder dies über die »verstärkte Zusammenarbeit« erreichen.

Verhandlung mit Piloten: Lufthansa prüft Terminvorschläge

Frankfurt/Main (dpa) - Im Tarifstreit um die Übergangsversorgung der Lufthansa-Piloten zeigen sich Gewerkschaft und Unternehmen wieder verhandlungsbereit. Ob die Gespräche schon in der kommenden Woche aufgenommen werden, war am Freitag aber zunächst nicht entschieden. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte der Lufthansa am Donnerstag drei Terminvorschläge für die kommenden Woche unterbreitet. »Im Moment prüfen wir die Terminvorschläge noch«, sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag in Frankfurt. Nach dem vom Hessischen Landesarbeitsgericht gestoppten Streik der Piloten wollen beide Parteien nun ausschließlich über das Thema Übergangsversorgung verhandeln. »Dieser Tarifvertrag hat für uns hohe Priorität«, hieß es in einem Rundschreiben an die Mitglieder.

Energieagentur rechnet mit fallendem Ölangebot aus den USA

Paris (dpa) - Die Ölförderung in den USA dürfte 2016 infolge der heftigen Preiskämpfe auf dem Öl-Weltmarkt nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) deutlich zurückgehen. Auch Russland werde voraussichtlich weniger Öl produzieren. Die Experten in Paris gehen davon aus, dass alle Förderländer außerhalb des Opec-Kartells ihr Angebot im kommenden Jahr zusammen um eine halbe Million Barrel (je 159 Liter) pro Tag zurückfahren. Das wäre der größte Rückgang in mehr als zwei Jahrzehnten, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht. Sie würden dann 57,7 Millionen Barrel pro Tag fördern. Das Opec-Kartell mit Saudi-Arabien an der Spitze produziert derzeit trotz des massiven Ölpreisverfalls auf Hochtouren und macht der Konkurrenz so das Leben schwer.

Absturz der Ölpreise hält Inflation in Deutschland niedrig

Wiesbaden (dpa) - Der kräftig gefallene Rohölpreis hält die Inflation in Deutschland extrem niedrig. Im August lagen die Verbraucherpreise wie schon im Juli um 0,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit und bestätigte damit eine erste Schätzung. Für Verbraucher bedeutet das vor allem, dass sie günstiger tanken und heizen können als vor einem Jahr und somit mehr Geld für andere Dinge zur Verfügung haben. Insgesamt lagen die Teuerungsraten in diesem Jahr nur im Februar (+ 0,1 Prozent) und im Januar (− 0,3 Prozent) noch niedriger als im August. Gegenüber dem Vormonat Juli veränderten sich die Verbraucherpreise nach den Angaben nicht.

Dax verliert bei ruhigem Handel - Rekordtiefs bei Eon und RWE

Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag bei dünner Nachrichtenlage weiter an Boden verloren. Der Handel verlaufe nach dem nervösen Auf und Ab der vergangenen Tage aber recht ruhig, hieß es. Bis zum Nachmittag sank der Dax um 0,73 Prozent auf 10 137,08 Punkte, was im gesamten Wochenverlauf ein Plus von etwas weniger als 1 Prozent bedeuten würde. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor am Nachmittag 1,03 Prozent auf 19 555,43 Punkte. Der Technologie-Index TecDax gab zur selben Zeit um 0,96 Prozent auf 1713,11 Punkte nach und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte 0,79 Prozent ein. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,51 Prozent am Vortag auf 0,50 Prozent. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1268 (Donnerstag: 1,1185) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8875 (0,8941) Euro.