weather-image
19°

dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Abgas-Ärger und kein Ende - VW steckt tief in der Problemzone

Wolfsburg (dpa) - Knapp zwei Wochen nach dem Bekanntwerden des weltweiten Abgas-Skandals kommt Europas größter Autobauer Volkswagen nicht aus der Problemzone. In Frankreich und Deutschland drohen wegen der Manipulationen bei Diesel-Fahrzeugen weitere Prozesse, Kanzleien suchen im Heimatmarkt der Wolfsburger nach Geschädigten für Sammelklagen, in Mexiko stehen am Samstag die Bänder still. Auch die kommende Woche verspricht nicht ruhiger zu werden. Am Dienstag spricht der neue VW-Chef Matthias Müller in Wolfsburg erstmals zu den Beschäftigten, tags darauf steht schon die nächste Krisensitzung des Aufsichtsrates auf dem Programm. Als genüge dies nicht, muss am Donnerstag der US-Chef von VW, Michael Horn, im amerikanischen Kongress Rede und Antwort stehen. Initiator für den neuen Ärger in Deutschland ist ein Privataktionär aus Baden-Württemberg, der am Freitag beim Landgericht Braunschweig eine Schadenersatz-Klage eingereicht hat, wie ein Gerichtssprecher bestätigte.

Anzeige

Schaeffler-Börsengang verzögert sich - «Eine Frage von Tagen»

Herzogenaurach (dpa) - Der VW-Abgas-Skandal bringt den Börsengang des Auto- und Industriezulieferers Schaeffler aus dem Takt. Die neuen Schaeffler-Aktien sollen anders als geplant nicht schon am kommenden Montag (5. Oktober) an der Börse gehandelt werden können, sondern etwas später. Das Vorhaben selbst stehe aber nicht in Frage, unterstrich das Unternehmen in einer Mitteilung. Wann die Wertpapiere des Wälzlagerherstellers an den Aktienmarkt kämen, sei nur eine «Frage von Tagen», hieß es am Freitag in gut informierten Kreisen. Am Montag ist nun zunächst die Festlegung der Preisspanne für die Papiere vorgesehen. Dabei will der Vorstand auch einen neuen Zeitplan für den Börsengang vorlegen und weitere Informationen dazu liefern, wie Schaeffler mitteilte.

Bundesbank: Grundsätzlich gutes erstes Jahr für EZB-Bankenaufsicht

Frankfurt/Main (dpa) - Die europäische Bankenaufsicht unter Führung der Europäischen Zentralbank (EZB) hat sich aus Sicht der Bundesbank grundsätzlich bewährt. «Vieles funktioniert schon sehr gut, manches können wir noch verbessern», bilanzierte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret am Freitag in Frankfurt. Die EZB habe «eine starke Rolle in der europäischen Aufsicht» und auch die Banken hätten sich auf das neue System eingestellt. Die neue einheitliche Bankenaufsicht («Single Supervisory Mechanism»/SSM) hatte am 4. November 2014 die Arbeit aufgenommen. Die Mammutbehörde ist Oberaufseherin für alle Banken im Euroraum, direkt überwacht sie die 123 größten Banken in den 19 Eurostaaten. Vor dem Start des SSM hatten die Aufseher die Bilanzen der größten Banken Europas durchleuchtet und die Institute in einem Stresstest auf ihre Krisenfestigkeit geprüft.

GM kündigt Tests mit selbstfahrenden Autos an

Milford (dpa) - Die Opel-Mutter General Motors will ab Ende 2016 eine Flotte selbstfahrender Autos rund um Detroit testen. Die umgebauten Fahrzeuge des Modells Volt mit Elektro-Antrieb sollen Mitarbeitern eines GM-Forschungszentrums für Fahrten zur Verfügung stehen, erklärte der Konzern am späten Donnerstag. Technologie für autonomes Fahren mit dem Namen «Cruise Control», die der Konzern seit 2012 entwickele, solle in der Limousine Cadillac CT6 des Modelljahres 2017 integriert werden, hieß es ohne nähere Details. Google testet bereits seit 2009 selbstfahrende Fahrzeuge in Kalifornien und entwickelte inzwischen auch selbst den Prototypen eines elektrischen Zweisitzers mit Computer-Steuerung. Etablierte Autobauer wollen ebenfalls zum Jahr 2020 autonom Fahrende Wagen auf die Straße bringen.

Siemens startet neues Aktien-Beteiligungsprogramm für Mitarbeiter

München (dpa) - Beschäftigte des Elektrokonzerns Siemens sollen stärker vom Unternehmenserfolg profitieren. Dafür startet Siemens ein neues Aktien-Beteiligungsprogramm. Das Programm «Profit Sharing» gelte schon für das gerade abgelaufene Geschäftsjahr 2014/15, sagte die zuständige Siemens-Managerin Mariel von Schumann dem «Handelsblatt» (Freitag). Demnach solle künftig in guten Jahren in der Regel etwa ein Drittel der Gewinne aus dem Geschäft, die über den Erwartungen des Konzerns liegen, in einen Topf eingezahlt werden. Wenn dieser Topf mit 400 Millionen Euro gefüllt sei, solle er in Form von Aktien an die Mitarbeiter ausgeschüttet werden. Mitarbeitern, die über kein Aktiendepot verfügen, werde Siemens kostenfrei eines zur Verfügung stellen, sagte von Schumann.

Amazon verbannt Videogeräte von Apple und Google aus dem Angebot

Seattle (dpa) - Im Konkurrenzkampf der Videostreaming-Dienste wirft der weltgrößte Online-Händler Amazon Geräte der Wettbewerber Apple und Google aus dem Sortiment. Amazon benachrichtigte seine Marktplatz-Verkäufer per E-Mail, dass zum 29. Oktober das Apple TV und Googles Chromecast nicht mehr verkauft werden können, wie der Finanzdienst Bloomberg berichtete. Amazon betreibt selbst den Dienst Prime Video und verkauft eigene Video-Player unter der Marke Fire TV. Der Konzern erklärte zu dem Aus für die Konkurrenz-Geräte in der Nacht zu Freitag: «Es ist wichtig, dass die Streaming-Mediaplayer, die wir verkaufen, gut mit Prime Video funktionieren, um eine Verwirrung bei Verbrauchern zu vermeiden.» Dazu gehörten etwa Geräte der Firma Roku, die Spielekonsolen Xbox und Playstation sowie das Fire TV von Amazon selbst.

Hacker stehlen Daten von über 15 Millionen T-Mobile-Kunden in den USA

Bellevue (dpa) - Hacker haben sensible Daten von über 15 Millionen Kunden der Telekom-Tochter T-Mobile US erbeutet. T-Mobile-Chef John Legere räumte am Donnerstag ein, Opfer einer heftigen Cyber-Attacke geworden zu sein. Der Angriff erfolgte nicht auf die Server von T-Mobile selbst, sondern auf die Rechner des Dienstleisters Experian. Der Diebstahl betrifft Kunden, die von Anfang September 2013 bis Mitte vergangenen Monats einen Vertrag bei T-Mobile abgeschlossen hatten. Dabei seien komplette Datensätze mit Namen, Geburtstagen und Adressen entwendet worden. Auch Angaben zu sehr sensiblen Informationen wie Sozialversicherungs-, Führerschein- und Reisepassnummern seien von dem Hack betroffen. Daten von Bankkonten und Kreditkarten seien nicht gestohlen worden.

Dax rauscht wegen schwacher US-Jobdaten nach unten

Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag mit rasanten Kursrückgängen auf unerwartet schwache US-Arbeitsmarktdaten reagiert. Der Dax büßte innerhalb weniger Minuten mehr als 2 Prozentpunkte ein und notierte zuletzt 0,53 Prozent tiefer bei 9458,63 Punkten. Der MDax, der die mittelgroßen Werte repräsentiert, verlor bis zum Nachmittag 0,05 Prozent auf 19 169,28 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,09 Prozent auf 1725,65 Punkte. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 büßte 0,40 Prozent ein. Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,44 Prozent am Vortag auf 0,43 Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,04 Prozent auf 139,86 Punkte nach oben. Der Bund-Future stieg um 0,31 Prozent auf 157,24 Zähler. Der Kurs des Euro schoss nach den US-Arbeitsstatistiken kurzzeitig über 1,13 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1160 (Donnerstag: 1,1153) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8961 (0,8966) Euro.