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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

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Kräftiges Kursplus: Börsianer begrüßen Umbau der Deutschen Bank


Frankfurt (dpa) - Der radikale Umbau bei der Deutschen Bank kommt bei Börsianern gut an: Am Montag setzte sich die Aktie des Instituts an die Spitze des deutschen Leitindex Dax. Das Papier legte am Nachmittag um deutlich mehr als zwei Prozent zu, während der Dax nur leicht im Plus war. »(Co-Chef John) Cryan wird seinem Ruf gerecht und erfüllt die Erwartungen des Kapitalmarkts«, sagte Klaus Nieding, Vizepräsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), am Montag in Frankfurt. Am Sonntag hatte das Unternehmen nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung Personalrochaden in der Führungsriege angekündigt, unter anderem scheiden drei Manager aus dem Vorstand aus. Zudem will Cryan das bisher mächtige Investmentbanking aufspalten, während das Privatkundengeschäft gestärkt werden soll.

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Chinas Wachstum rutscht unter Sieben-Prozent-Schwelle

Peking (dpa) - Die chinesische Wirtschaft ist im dritten Quartal so langsam gewachsen wie seit sechs Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes legte in den vergangenen drei Monaten nur noch um 6,9 Prozent zu, wie das Statistikamt in Peking am Montag mitteilte. Dass die Wachstumsrate erstmals seit 2009 unter die Schwelle von sieben Prozent fallen würde, hatte sich bereits in den vorigen Wochen angekündigt. Peking hatte zuletzt mehrfach düstere Konjunkturdaten vorgelegt. Allein im September war der gesamte Außenhandel um 8,8 Prozent eingebrochen. Die Importe sanken sogar um 17,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat - ein Zeichen, dass die Geschäfte auch für deutsche Unternehmen in China nicht mehr so gut laufen.

»Soko VW« erreicht gewünschte Stärke mit 20 Ermittlern

Braunschweig (dpa) - Das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen hat wie von der Justiz gewünscht 20 Sonderermittler auf die Aufarbeitung der Abgas-Affäre angesetzt. Die »Soko VW« sichtet derzeit unter anderem die Datenberge, die bei Durchsuchungen in der Konzernzentrale und bei VW-Mitarbeitern sichergestellt worden waren. »Es ist sehr schnell gehandelt worden: Die Soko ist inzwischen eingerichtet und sie arbeitet bereits in der von uns erhofften Personalstärke«, sagte Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe am Montag in Braunschweig. Die Behörde hatte das LKA Ende vergangener Woche um die rund 20 Ermittler gebeten. Der Aufbau der Soko in der gewünschten Größe hatte aber zunächst unter dem Vorbehalt der Kapazitäten beim LKA gestanden.

Maritime Wirtschaft erhält Rückenwind aus Berlin

Bremerhaven (dpa) - Die maritime Wirtschaft bekommt Rückenwind von der Bundesregierung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte am Montag finanzielle Unterstützung für Reeder, Werften und die Anbindung der Seehäfen an. »Die Wertschöpfung des maritimen Sektors verteilt sich über ganz Deutschland«, sagte Merkel auf der 9. Nationalen Maritimen Konferenz in Bremerhaven. Zwei Tage lang diskutieren dort Vertreter aus Politik und Wirtschaft über die zukünftige Ausrichtung der Branche. Die Bundesregierung wollte außerdem die Eckpunkte einer nationalen maritimen Strategie vorstellen.

Streikkasse der IG Metall prall gefüllt - Einnahmen legen weiter zu

Frankfurt/Main (dpa) - Die IG Metall geht mit einer prall gefüllten Streikkasse in die Tarifrunde im kommenden Frühjahr. In diesem Jahr werden die Beitragseinnahmen auf 532 Millionen Euro erneut steigen, wie Hauptkassierer Jürgen Kerner am Montag beim Gewerkschaftstag der Organisation in Frankfurt erklärte. Wie in den Vorjahren sollen 15 Prozent davon in die Rücklagen fließen. Große Ausgabenposten waren im vergangenen Jahr der Rechtsschutz (98 Millionen Euro) sowie die Bildung der Funktionäre und Mitglieder (108 Millionen Euro). An Streikgeld musste die IG Metall hingegen nur 1,9 Millionen Euro ausschütten. Die Gewerkschaftsspitze stimmte die Delegierten auf harte Auseinandersetzungen zur Eindämmung von Werkverträgen ein.

EU-Kommission einigt sich mit Ländern über HSH Nordbank

Hamburg/Brüssel (dpa) - Die EU-Kommission hat sich mit den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein über die Zukunft der HSH Nordbank geeinigt. Das teilten die Bundesländer am Montag mit. Demnach darf sich die Bank von acht Milliarden Euro an faulen Schiffskrediten trennen. Davon sollen bis zu 6,2 Milliarden Euro an die Länder gehen. Die HSH Nordbank werde in eine Holdinggesellschaft und eine operative Tochtergesellschaft aufgespalten. So werde der operative Teil der Bank von einem wesentlichen Teil der Altlasten befreit, die Stabilität erhöht und die Ertragskraft verbessert. Aus der Mitteilung geht nicht hervor, wie hoch die Belastung der Landeshaushalte und damit der Steuerzahler durch diese Lösung ausfällt.

VW-Aktie zu Wochenbeginn auf Talfahrt - China von Sparkurs verschont

Wolfsburg (dpa) - Nach ersten Berichten über die Sicherheit der Jobs bei Volkswagen ist die Aktie der Wolfsburger am Montag erneut auf Talfahrt gegangen. Die stimmrechtslosen Vorzugspapiere verloren bis zum Abend gut zwei Prozent, sanken damit erneut unter die 100-Euro-Marke und lagen am Ende des Dax, der in Summe gewann. Seit dem Beginn der Abgas-Krise hat die VW-Vorzugsaktie damit rund 40 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Zu Spitzenzeiten im Frühling dieses Jahres hatte das Papier noch bei mehr als 250 Euro gestanden. Am Wochenende war bekanntgeworden, dass die hierzulande gut 7000 Zeitarbeiter-Jobs bei Volkswagen in Gefahr geraten, sollte sich die Abgas-Affäre in Verkaufsrückgängen niederschlagen und damit die Produktion unter Druck setzen.

US-Konkurrent Diebold will Wincor Nixdorf - Skepsis in der Branche

Paderborn (dpa) - Am Markt für Geld- und Kassenautomaten bahnt sich ein milliardenschwerer Zusammenschluss an: Der US-Hersteller Diebold - Nummer zwei der Branche - hat am Wochenende Gespräche über einen Zusammenschluss mit dem Paderborner Konkurrenten Wincor Nixdorf bekanntgegeben. Diebold bietet rund 1,7 Milliarden Euro oder 52,50 Euro je Aktie und damit eine satte Übernahmeprämie. Am Montag schoss der Wincor-Kurs in die Höhe: Die Papiere des MDax-Wertes legten bis zum Mittag um rund 16 Prozent auf gut 45 Euro zu. Es gibt aber auch skeptische Stimmen. Die Geldautomaten-Hersteller leiden branchenweit unter der Nachfrage-Zurückhaltung vor allem aus dem Bankgewerbe. Geteiltes Leid sei nicht unbedingt halbes Leid, warnte eine Analystin der Commerzbank.

Bericht: Karstadt macht Fortschritte bei Sanierung

Essen (dpa) - Die Sanierungsbemühungen beim angeschlagenen Warenhauskonzern Karstadt zeigen einem Medienbericht zufolge erste Erfolge. Zwar sei der Umsatz des Essener Konzerns im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/2015 noch einmal um 2,7 Prozent auf rund 2,15 Milliarden Euro geschrumpft, berichtete die »Süddeutsche Zeitung« (Montag). Doch sei es Karstadt-Chef Stephan Fanderl gelungen, den Nettoverlust deutlich zu reduzieren: Von 190 Millionen Euro im Vorjahr auf einen Betrag »zwischen 60 und 70 Millionen Euro«. Das Unternehmen wollte den Bericht nicht kommentieren.

Dax behauptet sich in der Gewinnzone

Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Montag mit gemischten Gefühlen auf Zahlen zum chinesischen Wirtschaftswachstum reagiert. Der deutsche Leitindex Dax gab bis zum Nachmittag einen Teil seiner Gewinne ab und stand zuletzt noch 0,20 Prozent höher bei 10 124,22 Punkten. Der Index der mittelgroßen Werte MDax gewann 0,35 Prozent auf 19 708,79 Zähler, und der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 0,64 Prozent auf 1752,48 Punkte vor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel hingegen moderat. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,42 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,03 Prozent auf 139,88 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,08 Prozent auf 156,74 Punkte nach. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1333 (Freitag: 1,1360) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8824 (0,8803) Euro.