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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Hohe Zustimmung für neues Führungs-Duo der IG Metall

Frankfurt/Main (dpa) - Die IG Metall hat sich ein runderneuertes Führungs-Duo an die Spitze gewählt. Der bisherige Vize Jörg Hofmann wurde am Dienstag beim Gewerkschaftstag in Frankfurt mit großer Mehrheit von 91,3 Prozent zum neuen Ersten Vorsitzenden gewählt. Der 59 Jahre alte Diplom-Ökonom aus Esslingen ist nach zwei Jahren als Stellvertreter nun Nachfolger des aus dem Vorstand ausscheidenden Detlef Wetzel. Als erste Frau in der Geschichte der fast 125 Jahre alten Gewerkschaft wurde zudem Christiane Benner in die engste Führungsspitze geschickt.

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Arbeitnehmer: Führungsstruktur bei Volkswagen ist überholt

Frankfurt/Wolfsburg (dpa) - Die IG Metall und der VW-Betriebsrat gehen im Abgas-Skandal mit dem bisherigen Management des Autobauers hart ins Gericht. «Fehler dürfen nicht unter den Teppich gekehrt werden, sondern müssen benannt, analysiert und abgestellt werden», kritisierten Gewerkschaft und Arbeitnehmervertretung am Dienstag in einer Stellungnahme auf dem Gewerkschaftstag in Frankfurt am Main. Mit Blick auf die Manipulations-Software in Dieselfahrzeugen, die bei Abgastests die tatsächlichen Werte schönte, heißt es in dem Schreiben, dass eine offenere und transparentere Führungskultur ein dringend benötigter Schlüssel sei: «Zielkonflikte, beispielsweise zwischen Kostenvorgaben und technischen Lösungen, können nur so bearbeitet werden und ein Ausgangspunkt für bessere Lösungen sein.»

Kosten für die Ersatz-Bankkarte? BGH gibt Verbraucherschützern recht

Karlsruhe (dpa) - Für die Ausstellung einer Ersatz-Bankkarte dürfen Banken nicht grundsätzlich Extrakosten berechnen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Dienstag entschieden. Die Richter erklärten eine Vertragsklausel der Deutschen Postbank für unwirksam, weil sie zulasten der Verbraucher gegen geltendes Recht verstoße, wie es hieß. Die Regelung berechtigte die Bank dazu, für die Ausstellung einer Ersatzkarte 15 Euro zu berechnen. (Az.: XI ZR 166/14) Damit hatte der Bundesverband Verbraucherzentralen (vzbv) mit seiner Revision in Karlsruhe Erfolg. Die Verbraucherschützer hatten die Bank verklagt, weil sie in der umstrittenen Klausel eine unangemessene Benachteiligung der Kunden sahen.

Flugbegleiter setzen Lufthansa Ultimatum - «Streiks wahrscheinlich»

Frankfurt/Main (dpa) - Nach 13 Streikrunden der Piloten müssen sich Passagiere der Lufthansa nun auf einen Arbeitskampf der Flugbegleiter einstellen. «Das wahrscheinlichste Szenario sind jetzt Streiks. Wir bereiten uns intensiv darauf vor», sagte Nicoley Baublies, Chef der Flugbegleitergewerkschaft Ufo, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. In den vergangenen Monaten war Ufo den harten Streikkurs der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) nicht mitgegangen. Nun drohte Baublies: «Das werden keine pille-palle Arbeitskämpfe.» Ufo hatte das am Montag vorgelegte neue Angebot der Lufthansa als Provokation zurückgewiesen und das Unternehmen aufgefordert, die Vorschläge bis zum Ende der ursprünglich gesetzten Verhandlungsfrist am 1. November nachzubessern.

Springer und Döpfner sollen im Deutsche-Bank-Prozess aussagen

München (dpa) - Im Münchner Strafverfahren gegen Top-Banker der Deutschen Bank wegen versuchten Prozessbetrugs im Fall Kirch wollen die Richter Verlegerin Friede Springer und Springer-Chef Mathias Döpfner als Zeugen vernehmen. Ein konkreter Termin für die Vernehmungen stehe aber noch nicht fest, sagte der Vorsitzende Richter Peter Noll am Dienstag vor dem Landgericht München. Die Staatsanwaltschaft hatte die Vernehmung der beiden Zeugen beantragt. Sie legt Co-Bank-Chef-Jürgen Fitschen und vier weiteren Angeklagten zur Last, Richter getäuscht zu haben, um Schadenersatzzahlungen an die Erben des Medienunternehmers Leo Kirch zu vermeiden. Die Angeklagten bestreiten dies.

Stellenabbau bremst SAPs Gewinnanstieg trotz guter Geschäfte

Walldorf (dpa) - Der Personalumbau bei SAP wird noch teurer als in der ursprünglichen Planung vorgesehen. Das Programm, das Abfindungen und Stellenwechsel vorsieht, sei bis zum Schluss besser angenommen worden als gedacht, sagte Finanzchef Luka Mucic am Dienstag in Walldorf. Mucic rechnet deshalb in diesem Jahr mit Kosten zwischen 585 bis 615 Millionen Euro, nach dem zweiten Quartal war er noch von 470 bis 530 Millionen Euro ausgegangen. SAP baut sein Geschäftsmodell seit einigen Jahren grundlegend um. Statt Softwarelizenzen zu kaufen, sollen die Kunden die Programme mieten (Cloud Computing). Im Zuge dieses Umbaus will SAP allerdings auch weltweit Stellen in Abteilungen streichen, die nicht zu den Wachstumsbereichen gehören, und hat in Europa freiwillige Abfindungsprogramme gestartet.

Beratungsprotokoll bei Geldanlagen soll abgeschafft werden

Berlin (dpa) - Das erst vor wenigen Jahren eingeführte und umstrittene Beratungsprotokoll bei Geldanlagen soll wieder abgeschafft werden. Stattdessen sollen Anlageberater ihren Privatkunden künftig eine «Geeignetheitserklärung» vorlegen, wie aus einem Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag vorlag. Diese Erklärung über die Geeignetheit der Empfehlung soll vor Abschluss des Wertpapiergeschäfts «die erbrachte Beratung nennen sowie erläutern, wie sie auf die Präferenzen, Anlageziele und die sonstigen Merkmale des Kunden abgestimmt wurde». Sie muss Kunden auf einem dauerhaften Datenträger bereitgestellt werden.

«FT»: Deutsche Bank überweist versehentlich sechs Milliarden Dollar

Frankfurt/Main (dpa) - Peinliche Überweisungspanne bei der Deutschen Bank: Ein Mitarbeiter des Geldhauses in London hat nach einem Bericht der «Financial Times» im Juni versehentlich sechs Milliarden Dollar (5,3 Milliarden Euro) auf ein Konto eines US-Hedgefonds überwiesen. Grund sei ein sogenannter Fat-finger-Fehler gewesen - ein Vertipper, bei dem zu viele Nullen eingegeben wurden. Im Umfeld der Bank hieß es, das Geld sei auf einem Zwischenkonto gelandet und sofort zurückgeholt worden. Niemandem sei ein finanzieller Schaden entstanden. Verursacher war laut «FT» ein relativ neuer Mitarbeiter im Bereich Devisenhandel.

Raucher bringen Fiskus mehr Steuern ein

Wiesbaden (dpa) - Deutschlands Raucher haben dem Staat im dritten Quartal 2015 mehr Steuereinnahmen eingebracht als ein Jahr zuvor. Insgesamt wurden von Juli bis Ende September Tabakwaren im Kleinverkaufswert von 7,1 Milliarden Euro versteuert, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Das waren 281 Millionen Euro oder 4,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei flossen aus der Tabaksteuer 4 Milliarden Euro in die Staatskassen - 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Zwar stieg die Zahl der verkauften und versteuerten Zigaretten nur leicht um 0,3 Prozent auf 21,6 Milliarden Stück. Wegen der jüngsten Steuererhöhung zum Jahresanfang stieg der versteuerte Verkaufswert aber deutlich kräftiger um 4,4 Prozent.

Greenpeace: Vattenfall muss für Folgekosten der Braunkohle drauflegen

Berlin (dpa) - Der schwedische Energiekonzern Vattenfall muss beim Verkauf seiner deutschen Braunkohle-Sparte in der Lausitz aus Sicht von Greenpeace noch Geld drauflegen. Der Barwert der noch im Boden liegenden Kohle und der Anlagen betrage zwar eine halbe Milliarde Euro, teilte die Umweltorganisation am Dienstag in Berlin unter Verweis auf eigene Schätzungen mit. Die Folgekosten des Kohleabbaus etwa für die Renaturierung der Tagebaue und den Abriss der Kraftwerke überträfen diese Summe aber deutlich - unterm Strich entstehe so ein «negativer Preis» von mehr als zwei Milliarden Euro. Greenpeace Nordic wollte am Dienstag seine formelle Interessenbekundung zur Übernahme der Vattenfall-Tagebaue in Sachsen und Brandenburg einreichen.

Stärkerer Euro lastet auf dem Dax

Frankfurt/Main (dpa) - Dem Dax ist am Dienstag nach der jüngsten Erholung die Luft ausgegangen. Nach anfänglichen Gewinnen rutschte der deutsche Leitindex bist zum Nachmittag 0,20 Prozent ins Minus auf 10 143,83 Punkte. Der Index der mittelgroßen Werte MDax verlor am Dienstag 0,17 Prozent auf 19 715,46 Zähler, und der Technologiewerte-Index TecDax büßte 0,16 Prozent auf 1758,13 Punkte ein. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um mehr als ein halbes Prozent. Am deutschen Rentenmarkt stieg Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,43 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,07 Prozent auf 139,78 Punkte. Der Bund-Future büßte 0,52 Prozent auf 155,92 Punkte ein. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1373 (Montag: 1,1333) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8793 (0,8824) Euro.