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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Einigung im Tarifstreit bei Eon: 2,8 Prozent plus 300 Euro

Hannover (dpa) - Die 30 000 Beschäftigten des Stromversorgers Eon bekommen rückwirkend ab Jahresbeginn 2,8 Prozent mehr Geld plus eine Einmalzahlung von 300 Euro. Einen entsprechenden Vorschlag des Unternehmens vom vergangenen Freitag habe die Tarifkommission der Gewerkschaften Verdi und IG BCE am Mittwoch in Hannover mit großer Mehrheit angenommen, teilten die Gewerkschaften mit. Über die Einigung muss noch eine zweite Urabstimmung befinden. Dabei ist eine Zustimmung von 25 Prozent der befragten Gewerkschaftsmitglieder nötig. Der Tarifabschluss hat eine Laufzeit von 13 Monaten. Nach Rechnung der Gewerkschaften ergibt sich aus dem Paket ein Gesamtvolumen von 3,1 Prozent. Dies sei ein «tragfähiger Kompromiss» in der Tarifauseinandersetzung, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Erhard Ott. Zuvor waren drei Tarifrunden gescheitert und der Versorger stand am Rande eines Streiks.

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Schattenwirtschaft auf niedrigstem Stand seit 20 Jahren

Berlin/Tübingen (dpa) - In Deutschland wird so wenig schwarzgearbeitet wie seit 20 Jahren nicht mehr. Hauptgründe sind die niedrige Arbeitslosigkeit und die gesunkenen Rentenbeiträge, wie aus einer Prognose der Universität Linz und das Tübinger Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) hervorgeht. «Die Menschen haben gute Chancen, einen Arbeitsplatz in der regulären Wirtschaft zu bekommen. Für Schwarzarbeit fehlt ihnen dadurch schlicht die Zeit und die Motivation», teilte IAW-Geschäftsführer Bernhard Boockmann am Mittwoch mit. Trotzdem werde weiterhin fast jeder siebte Euro am Fiskus vorbeigeschleust. Damit steht Deutschland etwas schlechter da als der Durchschnitt der Industrienationen. Konkret erwarten der Linzer Schwarzarbeits-Experte Friedrich Schneider und das IAW, dass in diesem Jahr 340 Milliarden Euro in der Schattenwirtschaft umgesetzt wurden - das sind 13,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Gegen zockende Banker und riskante Geschäfte: Regulierung beschlossen

Berlin (dpa) - Bankern drohen bei unsauberen Geschäften in Zukunft harte Konsequenzen. Top-Manager von Banken und Versicherungen sollen künftig strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie grob gegen Sorgfaltspflichten bei Risikogeschäften verstoßen und ihr Unternehmen so in eine Schieflage bringen. Das Bundeskabinett brachte dazu am Mittwoch einen Gesetzentwurf auf den Weg. Bei schweren Vergehen sind Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren vorgesehen. Fraglich ist aber, was aus den Plänen wird. Die von SPD und Grünen geführten Bundesländer könnten das Vorhaben angesichts der neuen Kräfteverhältnisse im Bundesrat verzögern. Größere Finanzinstitute müssen sich außerdem auf eine Abtrennung des risikoreichen Investmentgeschäfts vom klassischen Bankgeschäft einstellen. Banken, deren Zusammenbruch das gesamte Finanzsystem gefährden könnte, sollen zudem für den Krisenfall eigene Sanierungs- und Abwicklungspläne («Banken-Testamente») aufstellen.

RBS zahlt in Libor-Skandal Strafe von 612 Millionen Dollar

London (dpa) - Die verstaatlichte britische Großbank Royal Bank of Scotland (RBS) hat sich im Libor-Skandal mit den Behörden auf eine hohe Strafe geeinigt. Gezahlt würden insgesamt 612 Millionen US-Dollar an amerikanische und britische Behörden, teilte die US-Finanzaufsicht CFTC am Mittwoch mit. Als Folge des Skandals tritt der Investmentbank-Chef John Hourican von seinen Ämtern zurück, wie die RBS mitteilte. Das Kreditinstitut will als weitere Konsequenz aus der Einigung 300 Millionen Britische Pfund unter anderem durch die Kürzung von Boni einsparen.

China will Kluft zwischen Arm und Reich verkleinern

Peking (dpa) - Aus Angst vor sozialen Unruhen wollen Chinas künftige Führer die Armut bekämpfen und die Verteilung der Einkommen gerechter gestalten. Die Kluft zwischen Arm und Reich soll verkleinert werden, wie am Mittwoch aus einem lange erwarteten Plan der Regierung in Peking hervorgeht. Der Mindestlohn wird danach in den Städten und dem größten Teil des Landes bis 2015 auf mindestens 40 Prozent des Durchschnittslohnes angehoben. Staatsunternehmen sollen stärker zur Kasse gebeten werden, um mit einem Teil ihrer Gewinne die Sozialversicherung zu unterstützen, wie Staatsmedien berichteten. Die Ausgaben für Arbeit und Soziales werden stark ausgeweitet. Ziel sei es, die Zahl der Armen bis 2015 um 80 Millionen drastisch zu verringern. Offiziell galten 2011 rund 128 Millionen Chinesen, die weniger als 2300 Yuan (heute umgerechnet 272 Euro) pro Kopf im Jahr verdienen, als arm.

Kabelnetzbetreiber Liberty Global kauft Virgin Media

London (dpa) - Der Kabelkonzern Liberty Global greift nach dem britischen Konkurrenten Virgin Media. Die beiden Unternehmen haben sich auf die Übernahme im Wert von rund 16 Milliarden US-Dollar in bar und Aktien geeinigt, wie sie am Mittwoch mitteilten. Inklusive Schulden wird Virgin Media sogar mit 23,3 Milliarden Dollar bewertet. Mit dem Deal gehen die Amerikaner auf direkten Konfrontationskurs zum Fernsehimperium des Medientycoons Rupert Murdoch. Mit der Übernahme entfacht US-Medientycoon John Malone die alte Rivalität mit Murdoch. Die beiden waren bereits im amerikanischen Fernsehmarkt Konkurrenten und Geschäftspartner. Nun geht es um die Krone des europäischen Bezahlfernsehen. Dabei ist Großbritannien entscheidend, denn es ist der größte Markt für das sogenannte Pay-TV auf dem Kontinent und bisher das Revier von Murdoch.

Prinovis schließt Tiefdruckerei Itzehoe - Aus trifft 1000 Mitarbeiter

Itzehoe (dpa) - Im angespannten Druckmarkt in Europa kommt es in Deutschland zu einem weiteren herben Einschnitt. Am Druckstandort Itzehoe in Schleswig-Holstein schließt der Prinovis-Konzern in der zweiten Jahreshälfte 2014 ein Werk mit rund 1000 Mitarbeitern. Der Schock darüber saß am Mittwoch tief: bei den Mitarbeitern und der Gewerkschaft Verdi, bei der Regierung in Schleswig-Holstein sowie den Politikern im Kreis Steinburg. In der Tiefdruckerei werden unter anderem Magazine wie «Spiegel» und «Stern» hergestellt. «Die Druckerei in Itzehoe ist nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben», sagte der Prinovis-Vorstandschef Bertram Stausberg der Nachrichtenagentur dpa. Die bisher fünf Druckereien im Konzern - neben Itzehoe die Standorte Ahrensburg, Dresden, Nürnberg, Liverpool (Großbritannien) - seien im Durchschnitt nur zu 80 Prozent ausgelastet und damit mittel- und langfristig nicht wirtschaftlich zu betreiben.

Weltgrößter Stahlkocher ArcelorMittal macht Milliardenverlust

Luxemburg (dpa) - Abgekühlte Geschäfte in Europa haben den weltgrößten Stahlkocher ArcelorMittal tief in die roten Zahlen gerissen. 2012 stand ein Verlust von 3,7 Milliarden US-Dollar (2,7 Mrd Euro) unter dem Strich, teilte der Stahlkonzern am Mittwoch in Luxemburg mit. Ein Jahr zuvor hatte der Riese noch einen Gewinn von knapp 2,3 Milliarden Dollar gemacht. Wegen der schwachen Nachfrage hatte ArcelorMittal im Dezember 4,3 Milliarden Dollar auf sein Europageschäft abschreiben müssen. «2012 war ein sehr schwieriges Jahr für die Stahlindustrie», sagte Konzernchef Lakshmi Mittal. Vor allem in Europa sei die Nachfrage nach Stahl um weitere knapp neun Prozent gesunken. Der Jahresumsatz sank um fast zehn Milliarden auf gut 84 Milliarden Dollar. Als Reaktion auf die schwache Nachfrage hat ArcelorMittal seit längerem in Europa nur 16 von ursprünglich 25 Hochöfen in Betrieb.

Dax büßt Jahresgewinn ein

Frankfurt/Main (dpa) - Die politischen Sorgen in der Eurozone haben den Dax am Mittwoch den gesamten Jahresgewinn gekostet. Der Leitindex fiel um 1,52 Prozent auf 7548 Punkte, nachdem er am Dienstag noch dank positiver Impulse aus den USA mit einem moderaten Plus geschlossen hatte. Für den MDax ging es zur Wochenmitte um 0,44 Prozent auf 12 586 Punkte nach unten. Der TecDax legte dank der deutlichen Kursgewinne einiger Index-Schwergewichte um 0,32 Prozent auf 878 Punkte zu. Am Anleihemarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 1,33 Prozent. Der Kurs des Euro sank. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3517 (Dienstag: 1,3537) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7398 (0,7387) Euro.