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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

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EU stellt deutsche Netzentgelte auf den Prüfstand


Brüssel/Berlin (dpa) - Deutschen Unternehmen mit hohem Stromverbrauch drohen mehr Kosten bei der Energiewende. Die EU-Kommission hat Zweifel daran, ob die Befreiung großer Stromverbraucher von den Netzentgelten rechtmäßig ist. Sie prüfe nun, ob die Ausnahmeregelungen für stromintensive Unternehmen eine staatliche Beihilfe darstellten, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) will die umstrittene Befreiung nun rasch neu regeln. Um die Ausnahmen zu finanzieren, war eine Sonderumlage eingeführt worden: Jeder Bürger muss 0,329 Cent pro Kilowattstunde (kWh) zahlen, pro Jahr macht das bei einem Verbrauch von 3500 kWh 11,50 Euro aus. Falls die EU-Kommission zu dem Ergebnis kommt, dass die Nachlässe staatliche Beihilfen sind, geht die Untersuchung weiter.

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Streit um Web-Browser: Microsoft muss EU-Strafe zahlen

Brüssel (dpa) - Eine angebliche Panne kostet den Softwareriesen Microsoft Millionen: Wegen unfairer Geschäftspraktiken muss der Konzern 561 Millionen Euro Geldstrafe an die Europäische Union zahlen. Das entschied die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel. Microsoft habe versäumt, den Nutzern des Betriebssystems Windows 7 neben dem hauseigenen Internet Explorer verschiedene Browser von Konkurrenten für das Surfen im Internet anzubieten. Nach Ansicht der EU-Kommission hat das US-Unternehmen mit dieser Praxis den Kunden die eigene Software aufgedrängt und die Hersteller anderer Programme blockiert. Der Konzern habe rund 15 Millionen Windows-Nutzern die Wahlfreiheit genommen - von Mai 2011 bis Juli 2012.

Henkel geht nach Rekordjahr auf Einkaufstour

Düsseldorf (dpa) - Henkel geht nach Rekorden bei Umsatz, Ergebnis, Ertragskraft und Dividende weltweit auf Firmenjagd: Der Klebstoff- und Waschmittelriese hält mit einem Finanzierungsspielraum von mehr als drei Milliarden Euro Ausschau nach Übernahmekandidaten. «Wir haben reichlich Spielraum», sagte Vorstandschef Kasper Rorsted am Mittwoch bei der Bilanzvorlage 2012 in Düsseldorf. Firmenzukäufe seien sowohl in Industrieländern als auch in den schnell wachsenden Schwellenländern vorstellbar. Henkel verdient zur Freude seiner Aktionäre und den weltweit knapp 47 000 Mitarbeiter so gut wie noch nie. Der Gewinn stieg unter dem Strich um fast ein Drittel auf mehr als 1,5 Milliarden Euro. Der Umsatz legte 2012 um fast sechs Prozent auf den neuen Höchststand von 16,5 Milliarden Euro zu.

Axel Springer drückt bei Internetgeschäft aufs Tempo

Berlin (dpa) - Der Medienkonzern Axel Springer («Bild», «Die Welt») will das Digitalgeschäft noch schneller und stärker ausbauen. Die digitalen Medien hätten 2012 mit 1,17 Milliarden Euro Umsatz die inländischen Zeitungen als stärksten Geschäftsbereich abgelöst, sagte Vorstandschef Mathias Döpfner am Mittwoch. Der Konzernumsatz legte um knapp vier Prozent auf 3,3 Milliarden Euro zu. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen steigerte Axel Springer um 5,8 Prozent auf 628 Millionen Euro. Der Konzernüberschuss entwickelte sich auch aufgrund von Einmalfaktoren mit 275,8 Millionen Euro (Vorjahr: 289,4 Mio Euro) rückläufig. «Wir wollen das führende digitale Medienunternehmen werden», sagte Döpfner.

Windpark-Entwickler Windreich im Visier der Staatsanwaltschaft

Wolfschlugen (dpa) - Der Windpark-Entwickler Windreich ist ins Visier der Stuttgarter Staatsanwaltschaft geraten. Die Anklagebehörde teilte am Mittwoch mit, sie ermittele gegen «fünf teils ehemalige, teils amtierende Vorstandsmitglieder einer aktiennotierten Firma, die mit regenerativen Energien arbeitet». Sowohl Windreich-Vorstandschef Willi Balz als auch der ehemalige baden-württembergische Wirtschaftsminister Walter Döring bestätigten der dpa, dass gegen sie ermittelt werde. Döring saß bis vergangenen Sommer im Vorstand der Firma. Die Staatsanwaltschaft wirft den Managern Bilanzmanipulation, Kapitalanlagebetrug, Marktpreismanipulation und Kreditbetrug vor. In den Jahren 2010 und 2011 seien Forderungen und Umsätze in Millionenhöhe ausgewiesen worden, die nicht vollständig durch reale Geschäfte gedeckt waren.

Briten drängen auf jungen deutschen Fernbusmarkt

Frankfurt/Main (dpa) - In den noch jungen Markt für Linienverkehr mit Fernbussen in Deutschland drängt ein potenter Anbieter aus Großbritannien. Unter der Marke «city2city» will das börsennotierte Unternehmen National Express ab dem 2. April Fernbusverbindungen in Deutschland anbieten. Auf zunächst drei Linien über Frankfurt sollen das Rheinland, das Ruhrgebiet sowie die süddeutschen Städte Stuttgart, München und Augsburg miteinander verbunden werden, kündigte Deutschland-Chef Roderick Donker van Heel am Mittwoch in Frankfurt an. Im Juli sollen zwei weitere Linien dazukommen. «Wir wollen innerhalb von fünf Jahren die Nummer Eins in Deutschland werden», sagte der National Express-Chef der Nachrichtenagentur dpa.

Studie: Immer mehr Beschäftigte kündigen innerlich

Berlin (dpa) - Unter den Arbeitnehmern in Deutschland wächst einer Studie zufolge der Anteil jener, die innerlich bereits gekündigt haben. 24 Prozent hätten keine emotionale Bindung mehr an das Unternehmen, für das sie arbeiten, ermittelte das Beratungsunternehmen Gallup bei einer Befragung von 2200 Beschäftigten in der zweiten Jahreshälfte 2012. Bei 61 Prozent zeige sich eine geringe und bei 15 Prozent eine hohe emotionale Bindung. Zu Beginn der Studienreihe im Jahr 2001 hatten lediglich 15 Prozent innerlich gekündigt. Projektmanager Marco Nink sprach am Mittwoch in Berlin von einer bedrohlichen Entwicklung, die die Produktivität der Firmen beeinträchtige.

Troika nimmt Gespräche mit der Regierung Zyperns auf

Nikosia (dpa) - Vertreter der potenziellen Geldgeber haben am Mittwoch Gespräche mit der neuen zyprischen Regierung aufgenommen. Zunächst gingen die Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) ins Finanzministerium, wie zyprische Medien berichteten. Zypern hat Milliardenkredite von den Euro-Rettern beantragt, um eine Staatspleite abzuwenden. Man strebe an, dass das Paket bis Ende März steht, hieß es aus Kreisen des Finanzministeriums in Nikosia.

Balearen bleiben liebstes Flugziel der Deutschen

Wiesbaden/Berlin (dpa) - Die Balearen bleiben das beliebteste Flugziel der Deutschen. Mit einem Plus um 3,6 Prozent auf 4,1 Millionen Passagieren aus Deutschland feierten Mallorca und Co. im vergangenen Jahr einen neuen Rekord, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch anlässlich der Tourismusbörse ITB in Berlin mitteilte. Insgesamt stieg die Zahl der Fluggäste aus Deutschland mit Auslandsziel um 2,8 Prozent auf 77,3 Millionen. In Europa mussten die Griechen die größten Rückgänge verkraften. Aus Deutschland kamen noch 2,06 Millionen Fluggäste nach Hellas, 10,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Überdurchschnittlich legten asiatische Ziele zu.

Neuer Tarifvertrag für Stahlkocher in Nordwestdeutschland

Düsseldorf (dpa) - Die rund 75 000 Beschäftigten der Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen erhalten vom nächsten Monat an drei Prozent mehr Geld. Darauf einigten sich die IG Metall und die Stahlarbeitgeber in der Nacht zum Mittwoch in Düsseldorf. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags beträgt 15 Monate. Zusätzlich wurden die Möglichkeiten für den Übergang in die Altersteilzeit und für die Altersvorsorge verbessert. Auch der Anfang des Jahres ausgelaufene Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung sei verlängert worden.

Aktienboom geht weiter: Dax auf höchstem Stand seit Anfang 2008

Frankfurt/Main (dpa) - Der Aktienboom setzt sich fort: Getrieben vom Rekordhoch des Dow Jones ist der Dax am Mittwoch auf den höchsten Stand seit Anfang 2008 gestiegen. Nachdem der deutsche Leitindex einen kleinen Teil seiner anfänglichen Gewinne im Handelsverlauf abgegeben hatte, ging es nach positiven US-Arbeitsmarktdaten zuletzt wieder um 1,17 Prozent auf 7962 Punkte nach oben. Die Beschäftigung im Privatsektor der größten Volkswirtschaft der Welt stieg im Februar stärker als erwartet. Der MDax gewann 0,62 Prozent auf 13 397 Punkte und der TecDax rückte um 0,48 Prozent auf 925 Punkte vor. Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,15 Prozent am Vortag auf 1,17 Prozent. Der Kurs des Euro legte leicht zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3035 (Dienstag: 1,3034) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7672 (0,7672) Euro.