weather-image

dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

0.0
0.0

Studie: Versicherungsbetrug nimmt zu


München (dpa) - Versicherungsbetrug ist einer Studie zufolge ein wachsendes und milliardenschweres Problem für viele Versicherer in Europa. Die Beratungsgesellschaft Accenture schätzt in der am Dienstag veröffentlichten Untersuchung den europaweit verursachten Schaden für die Unternehmen auf acht bis zwölf Milliarden Euro im Jahr. Über die Studie hatte zuerst die »Welt« (Dienstag) berichtet. Am Ende zahlen für die Mehrkosten alle Versicherte etwa über höhere Prämien. Betroffen sind vor allem Haftpflicht- oder Hausratversicherungen. Mehr als zwei Drittel der befragten Versicherer gaben der Studie zufolge an, dass sie einen spürbaren Anstieg von Betrugsfällen bemerkten. Die Deutsche Versicherungswirtschaft (GDV) schätzt den Schaden für die deutsche Branche auf jährlich vier Milliarden Euro.

Anzeige

Solarworld will sich mit Geld aus Katar und Schuldenschnitt retten =

Bonn (dpa) - Der schwer angeschlagene Solarmodulhersteller Solarworld will sich mit einem Schuldenschnitt und frischem Geld aus Katar retten. Die dazugehörigen Verträge mit den Banken seien am Dienstag unterzeichnet worden, sagte Firmengründer Frank Asbeck. Die Zustimmung von Gläubigern zweier Anleihen und der Hauptversammlung stünden aber noch aus. Nach dem Rettungsplan steigt ein Investor aus dem Emirat mit 35 Millionen Euro ein, Firmengründer Frank Asbeck schießt aus seinem Privatvermögen weitere 10 Millionen Euro zu. 55 Prozent der Schulden werden demnach nicht zurückgezahlt, sondern in neue Aktien umgewandelt. Altaktien werden auf nur noch 5 Prozent des Unternehmenswertes abgewertet. »Jeder bekommt nach diesem Plan deutlich mehr heraus als im Falle eines Scheiterns der Solarworld«, sagte Asbeck.

EU und China reden im Solarstreit wieder miteinander =

Brüssel/Peking (dpa) - Zwei Wochen nach der Verhängung von EU-Strafzöllen auf chinesische Billig-Solarmodule reden Brüssel und Peking wieder miteinander. Experten beider Seiten verhandelten seit Wochenbeginn vertraulich über eine friedliche Beilegung des Handelsstreits, teilte der Sprecher von EU-Handelskommissar Karel De Gucht am Dienstag in Brüssel mit. Die Zölle belasten die Beziehungen zwischen der EU und ihrem wichtigen Partner und Lieferanten China erheblich. De Gucht werde an diesem Freitag (21.6.) nach Peking reisen, um mit dem chinesischen Handelsminister Gao Hucheng im Rahmen des jährlich tagenden »Gemeinsamen Ausschusses« für Handelsfragen zusammenzukommen. Die EU hatte Anfang des Monats Strafzölle auf die Solarmodule verhängt. Peking gab daraufhin Dumping-Ermittlungen gegen europäische Weine bekannt.

Kreise: Commerzbank will mehr als 5000 Stellen streichen =

Frankfurt/Main (dpa) - Tausende Commerzbanker müssen um ihren Job bangen: Mehr als 5000 Stellen stehen auf der Kippe. Das teilverstaatlichte Institut und der Betriebsrat hätten sich nach monatelangen Verhandlungen nun auf den Umfang der Einschnitte geeinigt, hieß es am Dienstag in Unternehmenskreisen, die damit einen Bericht des »Handelsblatts« bestätigten. Die Bank wollte die Informationen nicht kommentieren. Im Januar hatte das Institut den Abbau von 4000 bis 6000 Vollzeitstellen angekündigt. Ende März hatte die zweitgrößte deutsche Bank noch rund 54 000 Voll- und Teilzeitbeschäftigte. Noch fehlt den Kreisen zufolge die endgültige Unterschrift des Betriebsrats. Dieser wolle am Dienstag und Mittwoch über das Sparprogramm beraten.

Boeing will langgestreckten »Dreamliner« bis 2018 bauen =

Le Bourget (dpa) - Boeing setzt dem neuen Airbus A350 eine extra große Version seines »Dreamliners« entgegen. Nach kurzer und mittlerer Version der 787 »Dreamliner« soll die langgestreckte 787-10 erstmals im Jahr 2018 ausgeliefert werden, gab Boeing am Dienstag während der weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris bekannt. Mit der Entscheidung reagiert Boeing auf den neuen Langstreckenflieger A350, dessen Standardversion eine ähnliche Größe hat. Rivale Airbus präsentierte gleichzeitig einen neuen Mega-Milliardenauftrag vom Billigflieger Easyjet. Dem US-Hersteller Boeing liegen nach eigenen Angaben bereits Bestellungen für 102 Exemplare des langen »Dreamliners« vor.

ZEW-Index steigt - Finanzexperten vorsichtig optimistisch =

Mannheim (dpa) - Die Stimmung deutscher Finanzexperten hat sich im Juni etwas stärker aufgehellt als erwartet. Die Befragten geben sich für die deutsche Konjunktur vorsichtig optimistisch. Die ZEW-Konjunkturerwartungen stiegen um 2,1 Punkte auf 38,5 Zähler, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Besser war die Stimmung zuletzt vor drei Monaten. Bankvolkswirte hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 38,1 Punkte gerechnet. »Die Finanzmarktexperten halten an ihrer Einschätzung fest: Die deutsche Konjunktur dürfte im zweiten Halbjahr 2013 an Fahrt aufnehmen«, kommentierte ZEW-Präsident Clemens Fuest.

Europäische Autobranche muss weiteren Tiefschlag einstecken =

Brüssel (dpa) - Nach einem Hoffnungsschimmer im April hat die europäische Autobranche im Mai schon wieder einen Rückschlag erlitten. Mit rund 1,04 Millionen Autos seien in der Europäischen Union 5,9 Prozent weniger Fahrzeuge neu zugelassen worden als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, teilte der Branchenverband ACEA am Dienstag mit. Das ist der niedrigste Stand für diesen Monat seit 1993. Damals waren weniger als eine Million Autos zugelassen worden. Im April dieses Jahres war es vor allem wegen mehr Verkaufstagen als im Vorjahr zu einem leichten Zuwachs gekommen. In den meisten Ländern sackte der Absatz im Mai dieses Jahres ab.

RWI senkt Wachstumsprognose für 2013 und 2014 leicht =

Essen (dpa) - Die Wirtschaftsforscher des RWI haben ihre Wachstumsprognose für 2013 leicht auf 0,4 Prozent und für 2014 auf 1,9 Prozent gesenkt. Die anhaltende Rezession im Euro-Raum und die schwache Weltkonjunktur hätten dazu geführt, dass die Exporte im zweiten Quartal dieses Jahres deutlich sanken, teilte das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) am Dienstag in Essen mit. Auch die Investitionen seien weiterhin rückläufig. Getragen werde die deutsche Konjunktur vor allem von den privaten Konsumausgaben. Im März hatte das RWI für dieses Jahr noch ein Wachstum von 0,6 Prozent und für 2014 von 2,1 Prozent erwartet.

Amazon-Mitarbeiter setzen Streik fort - Verdi will Protest ausweiten=

Bad Hersfeld/Leipzig (dpa) - Knapp 1000 Mitarbeiter haben ihren zweitägigen Streik beim Internetversandhändler Amazon nach Angaben der Gewerkschaft Verdi fortgesetzt. Am größten deutschen Standort in Bad Hersfeld beteiligten sich am Dienstag 700 Beschäftigte an dem Ausstand, wie Verdi mitteilte. In Leipzig seien es 250 Mitarbeiter gewesen. Amazon nannte zunächst keine Zahlen. Am Mittag soll Verdi-Chef Frank Bsirske zu den Streikenden in Bad Hersfeld sprechen, nachdem er am Montag bereits in Leipzig gewesen war. Verdi will auf lange Sicht den Streik auf weitere Standorte in Deutschland ausweiten, wie eine Sprecherin sagte.

Branchenverband: Solarindustrie hat Talsohle erreicht =

München (dpa) - Die deutsche Solarindustrie sieht nach langer Krise die Talsohle erreicht und hofft in den kommenden Jahren wieder auf Wachstum auch für heimische Hersteller. »Wir durchleben derzeit eine schwierige Phase in der deutschen Solarindustrie«, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar), Carsten Körnig, in einem dpa-Gespräch vor Beginn der weltgrößten Solarmesse Intersolar Europe in München (19. bis 21. Juni). Der Branche mache zwar nach wie vor der Preisverfall zu schaffen, der von großen Überkapazitäten und harten Fördereinschnitten ausgelöst worden sei. Die Aussichten würden sich aber langsam wieder aufhellen. Vor allem außerhalb Deutschlands wachse das Interesse spürbar.

Arbeitgeberpräsident Hundt schlägt Kramer als Nachfolger vor =

Berlin (dpa) - Der langjährige Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, wird nicht mehr für das Amt kandidieren. Der 74-Jährige wolle nun am kommenden Montag - im Einvernehmen mit den Vizepräsidenten - bei einer Vorstandssitzung den Unternehmer Ingo Kramer als Nachfolger vorschlagen, bestätigte ein BDA-Sprecher am Dienstag. Zuvor hatte die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« darüber berichtet. Kramer ist derzeit einer der Vizepräsidenten des Verbandes. Die Wahl des neuen Präsidenten sei am 18. November. Hundt habe den Schritt am Montag dem Präsidium angekündigt.

Test: Viele Banken beraten Immobilienkäufer schlecht =

Berlin (dpa) - Immobilienkäufer können sich laut Stiftung Warentest auf ihre Bankberater in vielen Fällen nicht verlassen. Die Beratung und die Kreditangebote waren nur bei 2 von 21 untersuchten Banken und Kreditvermittlern gut, wie die Stiftung am Dienstag in Berlin mitteilte. Dreimal vergaben die Tester die Note mangelhaft, sechsmal ausreichend und zehnmal befriedigend. Häufige Fehler waren etwa: zu hohe oder zu niedrige Kredite und Monatsraten, undurchschaubare und damit schwer vergleichbare Angebote, irreführende Effektivzinsangaben und dass das Risiko höherer Zinsen für einen späteren Anschlusskredit nicht berechnet wurde.

Obama gibt deutliches Signal für Bernanke-Abschied =

Washington (dpa) - Die Anzeichen für einen Abgang von Ben Bernanke als Chef der US-Notenbank Fed verdichten sich. Er bekleide diesen Posten bereits »wesentlich länger als er wollte und als es eigentlich vorgesehen war«, sagte Präsident Barack Obama in der Nacht zum Dienstag in einem TV-Interview. Damit lieferte der US-Präsident ein klares Signal, den Notenbankchef nicht erneut zu nominieren. Bernanke, dessen zweite Amtszeit an der Fed-Spitze Ende Januar 2014 auslaufen wird, habe einen »herausragenden Job gemacht«, sagte Obama. In den US-Medien wird schon seit Monaten über Amtsmüdigkeit des obersten Währungshüters spekuliert.

Dax steigt nach gemischten Konjunkturdaten =

Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag nach durchwachsenen Konjunkturdaten zugelegt. Nach zwischenzeitlichen Verlusten reagierte der deutsche Leitindex auf den ZEW-Index sowie US-Häusermarktdaten jeweils positiv und drehte wieder ins Plus. Zuletzt stand der Dax 0,12 Prozent höher bei 8226 Punkten. Für den MDax ging es am Dienstag um 0,52 Prozent auf 14 121 Punkte nach oben und der TecDax gewann 0,57 Prozent auf 958 Punkte. Die wichtigsten Börsen Europas entwickelten sich ähnlich wie der Dax. Der EuroStoxx 50 stand zuletzt 0,04 Prozent höher bei 2704 Punkten. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 1,24 Prozent am Vortag auf 1,25 Prozent. Der Eurokurs stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3374 (Montag: 1,3337) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7477 (0,7498) Euro.