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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Dramatischer Führungswechsel bei Siemens - Löscher muss gehen

München (dpa) - Nach einem dramatischen Machtkampf muss Siemens-Chef Peter Löscher seinen Posten räumen. Die Aufsichtsräte des Münchner Dax-Konzerns haben sich nach Marathon-Beratungen mehrheitlich auf die Absetzung Löschers und die Berufung von Finanzvorstand Joe Kaeser als seinen Nachfolger verständigt, wie am Sonntag aus gut informierten Kreisen verlautete. «Es gibt ein klares Mehrheitsbild im Aufsichtsrat», hieß es. Damit ziehen die Kontrolleure die Konsequenzen aus der Serie von Misserfolgen bei Deutschlands größtem Elektrokonzern, die mit der neuesten Gewinnwarnung am vergangenen Donnerstag ihren Höhepunkt erreicht hatte.

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China und EU legen Solarstreit bei - Branchenverband will klagen

Peking/Brüssel (dpa) - China und die Europäische Union haben ihren Handelsstreit über chinesische Solarimporte beigelegt. Nach einem wochenlangen Tauziehen einigten sich beide Seiten auf Mindestpreise für Importe chinesischer Solarprodukte in die EU, wie EU-Handelskommissar Karel De Gucht am Samstag in Brüssel mitteilte. Auch eine Mengenbegrenzung soll es geben. Für Waren unter dem Mindestpreis und über die vereinbarte Menge hinweg will die EU demnächst erhöhte Strafzölle verlangen. De Gucht sprach von einer «freundschaftlichen Lösung». Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) zeigte sich erfreut. Der Branchenverband EU ProSun will hingegen vor Gericht ziehen.

Max-Bahr-Betriebsrat befürchtet Abbau von bis zu 4000 Arbeitsplätzen

Hamburg (dpa) - Nach den Insolvenzanträgen der Baumarktketten Praktiker und Max Bahr befürchten Arbeitnehmervertreter den Verlust von insgesamt bis zu 4000 Jobs. «Wenn man ehrlich ist und nichts schönreden will, muss man von der Größenordnung 80 bis 100 Märkten reden, die sich im Moment ernsthaft Sorgen machen müssen», sagte Max-Bahr-Gesamtbetriebsratschef Ulrich Kruse am Samstag auf dpa-Anfrage. Dabei ging er von einer durchschnittlichen Mitarbeiterzahl pro Markt von 35-40 aus. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung (Samstag) darüber berichtet. «Das ist eine erschreckende Zahl und eine Menge Holz», sagte er dem Blatt mit Blick auf den drohenden Jobverlust.

Schäuble: Kein zweiter Schuldenschnitt für Griechenland

Berlin/Athen (dpa) - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat einen erneuten Schuldenerlass für Griechenland ausgeschlossen. «Fest steht: Einen zweiten Schuldenschnitt für Athen wird es nicht geben», sagte Schäuble der «Bild am Sonntag». Nach seinen Worten kann das Krisenland aber auf Jahre hinaus mit Hilfsleistungen der Europartner rechnen. «Griechenland wird sicherlich auch über 2014 hinaus geholfen werden, soweit dann noch erforderlich, wenn das Land die Auflagen erfüllt.» Im Deutschlandfunk sagte Schäuble: «Der Druck bleibt aufrecht erhalten.»

Neuer Werberiese entsteht: Publicis und Omnicom wollen zusammengehen

Paris/New York (dpa) - Megadeal in der Werbebranche: Zwei der weltweit größten Branchenvertreter stehen vor dem Zusammenschluss. Mittels Aktientausch wollen die französische Publicis und die US-amerikanische Omnicom ein neues gemeinsames Unternehmen bilden, wie beide Konzerne am Sonntag bekanntgaben. Die bisherigen Aktionäre sollen nach dem Abschluss des Deals jeweils 50 Prozent der Anteile halten. Publicis-Chef Maurice Levy und Omnicom-Chef John Wren wollen das neue Unternehmen als gleichberechtigte Vorstandsvorsitzende führen. Durch die Fusion kommen so bekannte Werbeagenturen wie BBDO Worldwide (Omnicom) und Saatchi & Saatchi (Publicis) unter ein gemeinsames Dach.

E-Plus-Chef: Keine Preiserhöhungen beim neuen Handy-Riesen

Berlin (dpa) - Nach dem geplanten Zusammenschluss mit O2 erwartet E-Plus-Chef Thorsten Dirks keine Preiserhöhungen. «Für die Kunden wird die Fusion Vorteile haben. Und eine Erhöhung der Preise kann sich in dem harten Wettbewerbsumfeld niemand erlauben», sagte Dirks, der auch im Vorstand der niederländischen E-Plus-Mutter KPN sitzt, dem «Spiegel». Auch nach dem Zusammenschluss sollen nach seinen Worten die zahlreichen E-Plus-Marken wie Base, Simyo oder blau.de erhalten bleiben. «An der Mehrmarkenstrategie wird sich nichts ändern. Das ist unser Erfolgsrezept.»