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Dr. Motte und Co fordern Unterstützung der Bundesregierung

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Dr. Motte
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Techno-Pionier Dr. Motte. Foto: Jörg Carstensen/dpa Foto: dpa

Tanzen, Techno-Bässe, Menschenmengen in den Clubs - das alles geht in Corona-Zeiten nicht. Die Musikszene leidet unter der Pandemie. DJs, Agenturen und Clubs kämpfen ums Überleben. Was kann helfen?


Berlin (dpa) - Deutschlands international berühmte Elektro- und Clubszene kämpft in der Corona-Pandemie ums Überleben: Vor diesem Hintergrund haben Musik- und Kulturschaffende in einem Offenen Brief an die Bundesregierung um Unterstützung geworben.

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Zu den Schirmherren gehören prominente Namen wie Dr. Motte, Paul Kalkbrenner und Paul van Dyk. »Das Lebensgefühl Techno prägt bereits Generationen. So viele Dichter, Denker und Komponisten der modernen Zeit tummeln sich hier und sie wollen gehört werden«, heißt es in dem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Schreiben. »Ignorieren Sie nicht ihre künftigen Wähler und ignorieren Sie nicht das, was wir geschaffen haben.«

Der Brief wirbt für Dialog. Organisiert wurde die Aktion von Booking United, einer Interessengemeinschaft aus der Musikwirtschaft für Agenturen, Künstler-Tourneen, DJs und Live-Auftritte. Es gehe um die »immer noch ausstehende Anerkennung als wichtigen Teil der deutschen Kultur«.

Nach Angaben der Organisation haben die Künstler und Künstlerinnen sowie die Agenturen seit März zwischen 95 und 100 Prozent ihrer Einnahmen verloren. »Es gibt leider noch kein greifbares Ende der Pandemie-Beschränkungen für unsere Branche. Die Umsätze der Agenturen und Künstler werden 2021 nicht auf das Vorkrisen-Niveau zurückkehren.«

Wie geholfen werden könne? »Geben Sie uns Selbstständigen aus dem Kultursektor eine respektvolle finanzielle Hilfe.« In den Niederlanden und Großbritannien erhielten demnach Soloselbstständige und betroffene Unternehmer Existenzgelder.

In Berlin wirbt am 3. Oktober ein »Tag der Clubkultur« für die Orte des Nachtlebens. Das soll ein Signal für die Bedeutung und Vielfalt der Clubs in existenzbedrohenden Zeiten sein - das Motto lautet »Wir sind noch da!«. 40 Clubs und Kollektive werden mit je 10.000 Euro für ihr Engagement ausgezeichnet. Sie präsentieren sich dazu mit Aktionen unter den aktuellen Hygiene- und Sicherheitsauflagen, wie es heißt.

Initiator ist Kultursenator Klaus Lederer (Linke). »Für Berlin hat die hiesige Clubkultur eine enorme Strahlkraft und ist ein wichtiger Motor für Kreativität und künstlerisches Schaffen«, erklärt er in einem Grußwort.

Die Clubs sehen sich angesichts steigender Infektionszahlen zu Unrecht als »Sündenbock« abgestempelt. Das hatte Lutz Leichsenring vom Dachverband Clubcommission kürzlich deutlich gemacht: »Da wird alles in einen Topf geworfen.« Das Clubleben findet derzeit ihm zufolge hauptsächlich in den Außenbereichen statt. Dort seien die Clubs die »striktesten Umsetzer« der Hygienemaßnahmen.

© dpa-infocom, dpa:200930-99-768919/3

Offener Brief

Tag der Clubkultur