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Dramatische Stunden am Berg

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Berchtesgaden Bergsteiger Berg
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Spaltensturz am Höllentalferner: Die Bergwacht Grainau rettete den Verunglückten aus seiner misslichen Lage. (Foto: C. Vogg)

Es sind Geschichten mitten aus dem Leben. Dramatische Stunden, die die Verunglückten am Berg durchleben mussten, bevor sie gerettet werden konnten. Von den Helden des Bergs, die Tag und Nacht im Notfall im Einsatz sind: die Bergretter.


In seinem Buch »Am Berg. Bergretter über ihre dramatischsten Stunden« hat Autor Thomas Käsbohrer 33 Bergdramen aus dem Blickwinkel der Bergretter zusammengeschrieben. Er macht Menschen und Schicksale hinter der Anonymität des Einsatzes sichtbar und zeigt in Interviews mit Wetterprofis, Lawinenexperten und Psychologen, wie und warum Fehler am Berg passieren.

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Die Bergretter sind dann zur Stelle – und sie sind im Alltag ganz normale Menschen. Lehrer, Schreiner, Maurer, Bodenleger, Schäfer. Eine Ärztin. Eine Almerin. Ein Amtsrichter. Die Jüngste, die der Autor in seinem Buch vorstellt, ist gerade einmal 24 Jahr alt. Der Älteste bereits 85.

Sie alle haben eines gemeinsam: Sie gehen auf den Berg, wenn andere längst wieder unten sind, um den Vermissten, die Verschüttete, das verletzte Kind zu holen. Sie riskieren dabei mehr als einmal auch ihr eigenes Leben. Doch was treibt sie an? Auch dieser Frage geht Thomas Käsbohrer nach.

Oft braucht es nur wenig, bis man in der Natur auf Hilfe angewiesen ist. Erschöpfung, ein falscher Schritt, ein kurzer Augenblick der Unachtsamkeit oder auch Leichtsinn oder Unerfahrenheit. Wenn etwas am Berg passiert, dann rückt die Bergwacht aus. Im Jahr 2018 war das allein in Bayern 8000 Mal der Fall – und weil gerade auch das Wandern immer beliebter wird, sind die Zahlen steigend.

In diesem Buch erzählen Bergwachtler über ihre dramatischsten Einsätze, über eigene Fehler und über das Glücksgefühl, einen Vermissten oder Verunglückten zu finden und lebend aus dem Steilhang zu bringen. Aber nicht jede Rettungsaktion ist von Erfolg gekrönt. Manchmal kommen die Retter einfach auch zu spät. Auch solche Geschichten gibt es im Buch. Es sind auch für die Bergwachtler extreme Situationen. Vor allem dann, wenn ein anderes Familienmitglied am Unglücksort noch dabei ist, dann ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Es gibt aber auch bewegende Geschichten, die am Ende gut ausgehen. Da ist beispielsweise die Geschichte von dem Mann, der drei Tage auf dem Höllentalferner in einer Gletscherspalte verschwunden war. Und von dem Bergretter, dem er sein Leben verdankt, weil der die Suche nach einem vermissten Unbekannten einfach nicht aufgeben wollte. Und die Geschichte des Höhlenforschers, zu dessen Rettung sich sechs Nationen zusammentaten. Oder die der Bergretterin, die in eine Gletscherspalte rutschte. Oder vom Lawinenhund, der seinem Herrchen mit dem Bus nachfuhr.

Und es kommen im Buch übrigens auch immer wieder Berge aus der Region vor. Der Staufen etwa oder auch der Rauschberg. Im Buch »Am Berg« erzählen die Bergretter aus ihrem Blickwinkel. Welche Risiken sie eingehen, wenn sie sich ins Gelände aufmachen, einen Vermissten gegen jede Wahrscheinlichkeit doch noch lebend zu finden. Immer sensibel und doch mit journalistischer Distanz porträtiert Thomas Käsbohrer die Männer und Frauen der Bergwacht, ihre Motivation, ihre Leidenschaft für die Berge und die Momente, in denen selbst sie manchmal dann auch hilflos sind.

Als Segler entdeckte Thomas Käsbohrer eine tiefe innere Verbundenheit mit den Grenzgängern am Berg. So entstand das Projekt »Am Berg« in Zusammenarbeit mit der Bergwacht Bayern. »Dieses Buch habe ich für die Männer und Frauen der Bergwacht geschrieben, die hier ihre Geschichten erzählen«, sagt Thomas Käsbohrer. Und der Autor hat noch eine ganze besondere Geste parat: »Ihre Arbeit ist selbstlos und ehrenamtlich, daher haben wir uns entschlossen, 25 Prozent des Reinerlöses dieses Buches der Bergwacht zu spenden.«

Bergsteigerredaktion verlost zwei Bücher

Die Bergsteigerredaktion verlost nun zwei dieser Bücher. Mitmachen ist dabei ganz einfach: Schicken Sie eine Postkarte an die Bergsteigerredaktion, Marienstraße 12, 83278 Traunstein oder senden Sie eine E-Mail an gewinnspiel@traunsteiner-tagblatt.de mit dem Stichwort »Bergretter« und geben Sie dabei bitte auch ihren Namen, ihre Adresse und eine Telefonnummer an. Die Bücher werden unter allen Teilnehmern ausgelost. Im Fall eines Gewinns werden sie telefonisch benachrichtigt. Der Teilnehmer erklärt sich auch damit einverstanden, dass sein Name im Fall des Gewinns veröffentlicht wird. Weitere Informationen zur Datenverarbeitung finden Sie auf unserer Internetseite. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Teilnahmeschluss ist am Dienstag, 23. April. SB

»Am Berg. Bergretter über ihre dramatischsten Stunden.«, Thomas Käsbohrer, Verlag millemari, ISBN: 978-3-946014-80-5.