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Dreh für Jubiläums-Tatort

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Eine Filmszene wurde auf der Staubfallbrücke in Unterjettenberg gedreht. (Foto: BR/WDR/X Filme Creative Pool GmbH/Hagen Keller)
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Lisi Holzner und Michael Faber betreuten das Produktionsteam. (Foto: Bauregger)

Schneizlreuth – Ein Fernsehteam hat für die zweiteilige Jubiläumssendung »In der Familie«, anlässlich 50 Jahre »Tatort« in der Gemeinde Schneizlreuth gedreht. Der erste Teil ist am Sonntagabend um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen.


Gedreht wurde kurz vor dem Corona-Lockdown Anfang März an der Staubfallbrücke in Unterjettenberg, der Sichlerbrücke in Schneizlreuth und im Lattengebirge im Bereich des Röthelbachs in Baumgarten. Wie Michael Faber, Geschäftsleiter der Gemeinde, informierte, suchte das Produktionsteam aus Kostengründen Drehorte in den Bergen, an denen mit einem geringeren Aufwand gedreht werden konnte, als dies in einer Stadt wie München notwendig ist.

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Es folgten Ortstermine mit Faber, der Leiterin des gemeindlichen Tourismusbüros Lisi Holzner und dem Produktionsteam. Positive Rückmeldungen gab es dann während der Dreharbeiten von den Darstellern und dem Drehteam für die unkomplizierte Unterstützung der Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung bis hin zum Kindergartenteam und den Mitarbeitern des Gemeindebauhofes.

So wurden unter anderem die Bewohner Unterjettenbergs mit Rundschreiben über die Dreharbeiten informiert, Stellplätze für den Fuhrpark am Kindergarten in Unterjettenberg zur Verfügung gestellt, Genehmigungen für den Einsatz von Helium-Ballonen bei nächtlichen Dreharbeiten sowie wasserrechtliche Genehmigungen für das Aufstellen von Kameraequipment im Schwarzbach eingeholt. Sogar ein Abseilhaken musste von einem Ingenieur überprüft und abgenommen werden.

Michael Faber fügte noch eine kleine Anekdote hinzu. Er erzählte, dass es ein italienischer Darsteller auf den letzten Drücker noch schaffte, von einem Drehort in Rom nach Schneizlreuth zu fahren.

Kurz nachdem er nämlich die Grenze zu Österreich passiert hatte, wurde diese wegen des Corona-Lockdowns im Frühjahr geschlossen.

Kritik an BGLT

Was Faber und Holzner etwas befremdlich finden, ist das Verhalten der BGLT. Zuerst hatten beide den Eindruck, dass man hier auf Augenhöhe zusammenarbeiten könne, zumal die gesamte Abwicklung während der Dreharbeiten von der Gemeinde mit großem Engagement geleistet wurde. Als allerdings die Tourismusbüroleiterin nachfragte, ob das etwa 60 Personen große Drehteam Unterkünfte in der Gemeinde benötigt, wurde ihr mitgeteilt, dass alle schon von der BGLT in Bad Reichenhall untergebracht worden seien.

Befremdlich sei es außerdem, dass nicht einmal auf der Internetseite der BGLT unter »Realisierte Filmprojekte/Spielfilme« erwähnt wird, dass die Dreharbeiten allesamt in Schneizlreuth abgewickelt wurden. Hier heißt es: »Zwischen dem Bergsteigerdorf Ramsau und der Alpenstadt Bad Reichenhall fand das Tatort Team einen passenden Schauplatz: eine Brücke im Wald am Fuße des Lattengebirges.«

Fakt ist, dass die Gemeinde vor Jahren aus der BGLT ausgetreten ist. Ob es aus diesem Grund angemessen ist, zuerst Leistungen von der Gemeinde Schneizlreuth zu erbitten, um sie danach auf der Werbeplattform Internet totzuschweigen, sei dahingestellt. Wie Faber sagte, tue es da gut, dass Verantwortliche der Produktionsfirma die Gemeinde Schneizlreuth als einen »idealen Drehort für die Zukunft« bewerteten.

Nächster Teil wird am 6. Dezember ausgestrahlt

In einer Doppelfolge zum Jubiläum ermitteln erstmals die Tatort-Teams aus München und Dortmund gemeinsam. Der erste Teil von »In der Familie« wird am Sonntag, 29. November, exakt am 50. Jahrestag der ersten Tatortsendung, zur gewohnten »Tatort«-Zeit um 20.15 Uhr im Ersten gezeigt. Der zweite Teil folgt dann am 6. Dezember.

Werner Bauregger


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