Drei Bebauungspläne und eine Außenbereichssatzung

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Für den Bereich Viaduktweg soll eine Außenbereichssatzung erlassen werden, um dort Wohnraum schaffen zu können. (Foto: Konnert)

Teisendorf – Das Thema Bauleitplanung bleibt im Bau- und Umweltausschuss ein Dauerbrenner. Für drei Bereiche in Teisendorf wurden in der jüngsten Sitzung Änderungen der Bebauungspläne behandelt, für Rainerfeld II und Solarpark in Neukirchen sowie Waschau III in Teisendorf. Für den Bereich Viaduktweg wurde die Aufstellung einer Außenbereichssatzung diskutiert und dem Gemeinderat empfohlen.


Eigentlich wollte die Gemeinde wegen des großen Bedarfs an Bauland in der Änderung des Flächennutzungsplans das Gebiet »Viaduktweg-Ost« als Allgemeines Wohngebiet (WA) darstellen. Nach den Stellungnahmen der Behörden, die der Meinung sind, dass das den Vorgaben des Landesentwicklungsplans widerspricht, kann dies so nicht umgesetzt werden.

Jetzt soll eine Außenbereichssatzung verabschiedet werden, um auf diesem Wege eine weitere Wohnbebauung zu ermöglichen. Voraussetzung dafür ist, dass das Gebiet nicht überwiegend landwirtschaftlich geprägt ist und eine »Wohnbebauung von einigem Gewicht« schon vorhanden ist. Zudem muss eine geordnete städtebauliche Entwicklung gewährleistet sein. Da diese Bedingungen im Bereich Viaduktweg-Ost erfüllt sind, hat die Verwaltung eine Städteplanerin mit dem Entwurf einer Außenbereichssatzung beauftragt. Der Entwurf lag nun dem Ausschuss vor und wurde von diesem nach kurzer Diskussion gebilligt. Wegen der Nähe zur Sur und der befürchteten Überschwemmungsgefahr ging es in der Diskussion vor allem um den Hochwasserschutz. Man wisse aus den Überschwemmungen der letzten Jahre, dass dieser Bereich nicht gefährdet ist, so Bürgermeister Thomas Gasser. Die Hochwasserfrage werde aber im Verfahren vom Wasserwirtschaftsamt genau beleuchtet. Da bei einer Satzungsaufstellung der Gemeinderat das letzte Wort hat, konnte der Bau- und Umweltausschuss nur Empfehlungen aussprechen.

In der Waschau möchte ein Antragsteller durch den Ausbau des Dachgeschoßes eine dritte Wohnung in seinem Haus schaffen. Um diese besser belichten zu können, sind auf der Ostseite ein Quergiebel und auf der Westseite zwei Dachgauben geplant. Im Bebauungsplan Waschau III, zu dem das Anwesen gehört, sind bislang nur je zwei Wohnungen und keine Dachgauben vorgesehen. Quergiebel sind nur bei Kniestock zulässig.

Bereits im April hatte der Gemeinderat der Befreiung von diesen Festsetzungen im Bebauungsplan zugestimmt, damit zusätzlicher Wohnraum im Zuge der Nachverdichtung geschaffen werden kann. Das Landratsamt sieht das anders und verlangt für die Baugenehmigung eine Änderung des Bebauungsplans bezüglich der Zahl der Wohnungen und der Festsetzungen zu Quergiebeln und Dachgauben.

Der Satzungstext ist dahingehend zu ändern, dass pro Gebäude maximal drei Wohnungen zulässig sind. Quergiebel und Dachgauben sind bis zu einer Gesamtlänge von maximal einem Drittel der Gebäudelänge erlaubt. Quergiebel dürfen eine Tiefe von maximal 2,5 Meter haben. Der Ausschuss hat die Aufstellung der Änderung des Bebauungsplans beschlossen.

Geändert werden muss auch der Bebauungsplan beim Solarpark Neukirchen. Dort hat die Betreiberfirma gewechselt. Dabei wurde festgestellt, dass einige Solarmodule in der Ausgleichsfläche aufgestellt worden waren. Nun muss der Bebauungsplan den tatsächlichen Verhältnissen angepasst werden. Als Ersatz für die wegfallende Ausgleichsfläche hat die Betreiberfirma Solea AG 3231 Ökowertpunkte von der Ökoagentur Bayern erworben. Der Kompensationsbedarf liegt im Landkreis Landsberg am Lech und somit im gleichen Naturraum, dem »alpinen Moor- und Hügelland«, wie die Fläche in Neukirchen.

Die Einleitung eines Verfahrens zur Änderung des Bebauungsplans Neukirchen – Rainerfeld II wurde von dem Ausschuss bereits im Januar beschlossen, nachdem ein Eigentümer einen Antrag zur Erweiterung seines Hauses gestellt hatte. In der Änderungsplanung wurden die Baugrenzen vergrößert, die Begrenzung der Wohnungen zurückgenommen und das Maß der baulichen Nutzung erhöht. Außerdem wurde die seitliche Wandhöhe angepasst, damit das Obergeschoß besser ausgenutzt werden kann.

Das Ergebnis der öffentlichen Auslegung und Behördenbeteiligung wurde jetzt dem Ausschuss vorgestellt. Unter den wenigen Behörden, die Anmerkungen hatten, war auch die Bauaufsichtsbehörde des Landratsamts. Sie forderte die Aufnahme eines klaren Hinweises auf die Regelungen der neuen Bauverordnung, die Anfang dieses Jahres in Kraft getreten ist, sowie eine bessere Darlegung der Verträglichkeit der neuen Wohnung für das Baugebiet. Die Grundzüge der Planung werden durch die Aufnahme dieser Ergänzungen ebenso wenig berührt wie durch weitere Anmerkungen der Behörden. Deshalb beschloss der Bau- und Umweltausschuss die Änderung als Satzung.

kon