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Drei Fragen an ...

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Dr. Angela Wimmer, Koordinatorin des Darmkrebszentrums Traunstein.

Wie erkenne ich nun, dass in meiner Familie ein erhöhtes Darmkrebs-Risiko besteht?


Ist zum Beispiel ein Elternteil oder eines Ihrer Geschwister von Darmkrebs betroffen, steigt Ihr persönliches Risiko, ebenso zu erkranken um 50 Prozent. Kommen in Ihrer Familie weitere Tumorerkrankungen vor, wie zum Beispiel Krebserkrankungen der Brust, der Gebärmutter, der Bauchspeicheldrüse, aber auch des Magens, Gehirns, der Gallen- oder Harnwege vor, so wenden Sie sich unbedingt an Ihren Hausarzt. Dementsprechende Vorsorgeuntersuchungen oder sogar eine genetische Beratung können dann problemlos mit Ihnen geplant werden.

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Bedeutet das, es bricht eine Darmkrebserkrankung bei mir aus, sobald diese Risikofaktoren auf mich zutreffen?

Nein, mit Hilfe der regelmäßigen Früherkennungsmaßnahmen lässt sich die Gefahr der Darmkrebserkrankung auch bei erblicher Belastung gering halten. An oberster Stelle steht hier die rechtzeitige Durchführung einer Vorsorge-Darmspiegelung.

Liegt ein genetischer Defekt in der Familie vor, ist dies häufig schon im Jugendalter und in kürzeren Abständen, zum Beispiel alle zwei Jahre, manchmal sogar jährlich, erforderlich. Besteht eine familiäre Häufung, empfehlen wir die Durchführung einer Darmspiegelung zur Vorsorge 10 Jahre vor dem Erkrankungsalter des betroffenen Verwandten. Ist zum Beispiel bei einem Verwandten 1. Grades, also Eltern oder Geschwistern, im Alter von 53 Jahren eine Darmkrebserkrankung aufgetreten, sollte bei den Familienmitgliedern bereits im 43. Lebensjahr eine Darmspiegelung durchgeführt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir die Darmkrebsvorsorge ab dem 50. Lebensjahr, zum Beispiel in Form von Stuhltests. Eine Darmspiegelung zur Krebsvorsorge sollte spätestens ab dem 55. Lebensjahr durchgeführt werden. Dabei können Polypen entfernt werden. Polypen, oder sogenannte Adenome, sind gutartige Schleimhautwucherungen des Dickdarms, die ins Innere des Darms hineinragen und unterschiedliche Formen und Größen annehmen können. Solche Polypen haben das Potenzial zu entarten. Je größer Darmpolypen werden, umso höher ist das Risiko, dass bösartige Zellen in der Schleimhautwucherung und dadurch eine Krebserkrankung entstehen. Bei der Darmspiegelung können solche Polypen frühzeitig abgetragen werden. Somit verringert man das Risiko der Zellentartung deutlich.

Wie kann ich im Alltag meinen Lebensstil beeinflussen, um mein Erkrankungsrisiko zu verringern?

Genießen Sie unsere Lebensmittelvielfalt und saisonale Produkte, achten Sie auf ballaststoffreiche, ausgewogene Ernährung. Versuchen Sie, das Rauchen und den Alkoholkonsum zu unterlassen, oder zumindest zu reduzieren. Eine tägliche Bewegungseinheit bereits ab 30 Minuten pro Tag wirkt positiv auf Körper und Geist und hat einen schützenden Effekt vor sämtlichen Tumor- und Herz-Kreislauferkrankungen. Außerdem trägt ein gesunder Lebensstil sehr zum eigenen Wohlbefinden und zur körperlichen Fitness bei.