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58-Jähriger stirbt in der Watzmann-Ostwand – Zahlreiche weitere Rettungsaktionen

Drei Menschen tödlich verunglückt

Unter oft schwierigsten Bedingungen mussten die Bergwacht-Bereitschaften im Berchtesgadener Land am Wochenende zahlreichen Verletzten und Unfallopfern helfen. (Foto: BRK BGL)

Berchtesgadener Land – Drei Menschen sind am Wochenende in den Berchtesgadener Bergen tödlich verunglückt. Am Samstag ist ein 58-jähriger Bergsteiger aus dem Schwarzwald vor den Augen seiner beiden Begleiter in der Watzmann-Ostwand geschätzte 120 Meter tief abgestürzt und gestorben. Ein Kletterer, der am Freitag am Grünstein-Klettersteig 70 Meter in die Tiefe gestürzt war, erlitt ebenso tödliche Verletzungen. Bereits am Donnerstag war eine Altöttingerin vom Göll-Schustersteig abgestürzt und gestorben (wir berichteten). Dazu kamen zahlreiche weitere Einsätze für die Bergretter.


Ein 58-jähriger Bergsteiger aus dem Schwarzwald ist am Samstag um 7.24 Uhr an der Wasserfallwand in der Watzmann-Ostwand geschätzte 120 Meter tief tödlich abgestürzt. Der Mann war gegen 4.15 Uhr mit einer Frau und einem Mann von St. Bartholomä aus über den Berchtesgadener Weg in die Watzmann-Ostwand eingestiegen. Auf Höhe der Wasserfallwand auf 1 750 Meter Höhe verlor der nicht angeseilte Mann den Halt, stürzte rund 120 Meter in Richtung Schuttkar ab und blieb auf einem Felsband auf rund 1 600 Metern Höhe liegen. Die Besatzung des Rettungshubschraubers Christoph 14 konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen.

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Bei dem Absturz kam es zu einem Zusammenstoß mit seiner Bergkameradin, die wenige Meter unter dem 58-Jährigen kletterte. Dadurch rutschte die Frau ebenfalls einige Meter ab, konnte sich jedoch festhalten und wurde nur leicht bis mittelschwer verletzt.

Ein Bergretter kletterte zu den beiden Begleitern nach oben. In einem Dreier-Aufzug wurden sie per Rettungstau nach St. Bartholomä ausgeflogen. Dort wartete bereits der Kriseninterventionsdienst (KID) der Bergwacht. Die BRK-Wasserwacht transportierte die Begleiter im Anschluss zur Seelände zurück. Der Verstorbene wurde von einem Polizeibergführer und einem Bergwachtmann geborgen, per Polizeihubschrauber mit der Winde aufgenommen und nach Schönau am Königssee geflogen.

66-jährigen Mann aus Ostwand gerettet

Ein weiterer Einsatz der Bergwacht betraf am Freitag gegen 13.20 Uhr einen 66-jährigen Hessen, der oberhalb der Wasserfallplatte in der Watzmann-Ostwand akut internistisch erkrankt war. Die Besatzung von »Christophorus 6« flog mit dem Berchtesgadener Bergwacht-Einsatzleiter in die Ostwand, der der Mannschaft den genauen Einsatzort zeigte. Danach wurden der Erkrankte und sein Begleiter per Rettungstau nach St. Bartholomä ausgeflogen. Die Besatzung des Rettungshubschraubers flog den 66-Jährigen zum Salzburger Landeskrankenhaus. Die BRK-Wasserwacht brachte den Begleiter mit dem Rettungsboot zur Seelände zurück.

Gegen 14.45 Uhr ging ein Notruf aus dem oberen Landtal ein, wo ein 33-jähriger Wanderer aus Baden-Württemberg mit einer schweren Sprunggelenksverletzung Hilfe brauchte. Die Besatzung des Rettungshubschraubers »Christoph 14« flog mit einem Berchtesgadener Bergwachtmann das Gebiet ab, da zunächst nur bekannt war, dass sich der Verletzte irgendwo zwischen der Gotzen- und der Wasseralm befinden muss. Die Einsatzkräfte stiegen über die Kufe aus und versorgten den Mann, der dann per Rettungstau nach Schönau am Königssee ausgeflogen und mit dem Rettungswagen zur Kreisklinik Bad Reichenhall gebracht wurde.

Einsätze am Söldenköpfl und in der Weißbachschlucht

Am Samstag um 13.15 Uhr ging ein Notruf wegen eines internistisch erkrankten 69-jährigen Wanderers aus Mittelfranken vom Söldenköpfl ein. Die Bergwacht musste den genauen Einsatzort erst finden, versorgte den Patienten medizinisch, brachte ihn per Trage zum Fahrzeug und übergab ihn an den Landrettungsdienst, der ihn in die Klinik brachte.

Eine 76-jährige Wanderin aus Oberösterreich ist am Samstagnachmittag in der Weißbachschlucht zwischen dem Mauthäusl und dem Ausgang in Schneizlreuth vom Steig über den Steilhang rund drei Meter tief ins Bachbett abgestürzt, wobei sie sich so schwer am Kopf verletzte, dass sie notärztlich versorgt und per Gebirgstrage abtransportiert werden musste.

Die Frau war zusammen mit ihrem Ehemann, ihrem Sohn und der Schwiegertochter von Mauthäusl in Richtung Schneizlreuth unterwegs. Nach polizeilichen Ermittlungen stolperte sie an einem zur Wegbefestigung am Boden liegenden Baumstamm, stürzte kopfüber einen rund drei Meter tiefen, felsdurchsetzten Abhang hinunter und blieb dann im Weißbach liegen. Ihr Sohn zog sie aus dem Wasser. Ein 57-jähriger Wanderer aus Traunreut kam der Gestürzten ebenfalls zu Hilfe.

Die Angehörigen hatten aber keine Chance, die Frau ohne Unterstützung aus der Schlucht zu bringen. Gegen 13.40 Uhr ging der Notruf bei der Leitstelle Traunstein ein, die die Bergwachten Bad Reichenhall und Freilassing sowie den Freilassinger Bergwacht-Notarzt schickte. Die 76-Jährige wurde notärztlich versorgt, per Gebirgstrage bis zur Forststraße transportiert und dort an eine Rettungswagen-Besatzung des Roten Kreuzes übergeben, die die Frau in die Kreisklinik Bad Reichenhall brachte. Beamte der Reichenhaller Polizei nahmen den genauen Unfallhergang auf. fb