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Drei neue Spiele-Reisen von Ubisoft

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«Assassin's Creed Valhalla»
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Auf Erkundungstour: In «Assassin's Creed Valhalla» erkunden Hobby-Wikinger das mittelalterliche England. Foto: Ubisoft/dpa-tmn Foto: dpa
«Assassin's Creed Valhalla»
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Held mit Kapuze: Das Klettern an Häuserwänden ist in einem «Assassin's Creed»-Spiel Standard - und darf natürlich auch in «Valhalla» nicht fehlen. Foto: Ubisoft/dpa-tmn Foto: dpa
«Assassin's Creed Valhalla»
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Schlachtengemälde: In «Assassin's Creed Valhalla» erobert der Spieler das mittelalterliche England - klar, dass das nicht ganz ohne bewaffnete Konflikte abläuft. Foto: Ubisoft/dpa-tmn Foto: dpa
«Assassin's Creed Valhalla»
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Brüchige Allianz: In «Assassin's Creed Valhalla» werden Spielerinnen und Spieler schnell in mittelalterliche Ränken und Intrigen hineingezogen. Foto: Ubisoft/dpa-tmn Foto: dpa
«Watch Dogs Legion»
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Zukunftspanorama: Schauplatz von «Watch Dogs Legion» ist London in naher Zukunft - was man unter anderem an den allgegenwärtigen Paketdrohnen erkennt. Foto: Ubisoft/dpa-tmn Foto: dpa
«Watch Dogs Legion»
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Freie Auswahl: Vorgefertigte Helden gibt es in «Watch Dogs Legion» nicht - Spielerinnen und Spieler entscheiden selbst, wen sie steuern wollen. Foto: Ubisoft/dpa-tmn Foto: dpa
«Watch Dogs Legion»
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Auf Touri-Tour per Riesendrohne: «Watch Dogs Legion» spielt in London - klar, dass da auch solche berühmten Sehenswürdigkeiten nicht fehlen dürfen. Foto: Ubisoft/dpa-tmn Foto: dpa
«Watch Dogs Legion»
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Im Untergrund: In «Watch Dogs Legion» steuern Spielerinnen und Spieler eine Gruppe rebellischer Hacker, die ein autoritäres Regime stürzen wollen. Foto: Ubisoft/dpa-tmn Foto: dpa
«Immortals Fenyx Rising»
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Sterblicher gegen Monster: Der große Feind in «Immortals Fenyx Rising» ist der schier übermächtige Typhon. Foto: Ubisoft/dpa-tmn Foto: dpa
«Immortals Fenyx Rising»
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Kunterbunte Gärten: «Immortals Fenyx Rising» bietet Spielerinnen und Spielern eine sehr farbenprächtige Welt zum Erkunden. Foto: Ubisoft/dpa-tmn Foto: dpa
«Immortals Fenyx Rising»
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Echte Kopfnüsse: Rätsel wie dieses sind eines der Hauptelemente von «Immortals Fenyx Rising». Foto: Ubisoft/dpa-tmn Foto: dpa
«Immortals Fenyx Rising»
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Aug' in Aug' mit dem Minotauren: Kämpfe gegen Fabelwesen sind in «Immortals Fenyx Rising» an der Tagesordnung. Foto: Ubisoft/dpa-tmn Foto: dpa

Heldenhafte Hacker, griechische Götter und wilde Wikinger: Ubisoft bringt diesen Winter gleich drei neue, große Abenteuer-Spiele auf den Markt. Alle ganz unterschiedlich - und doch irgendwie gleich.


Berlin (dpa/tmn) - Vom antiken Ägypten über das Venedig der Renaissance und einen Himalaya-Zwergstaat im Bürgerkrieg bis nach Bolivien oder San Francisco: Der Spieleentwickler Ubisoft ist einer der wichtigsten Anbieter von Fern- und Zeitreisen in Videospiel-Form. Mit Serien wie »Far Cry« oder »Assassin's Creed« sind die Franzosen stilprägend für das große Genre der Open-World-Spiele.

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Viele Fans lieben die Titel vor allem für die Möglichkeiten, die sie bieten: Wer will, kann sich mit nur einem der Spiele locker 50, 60 Stunden beschäftigen - und dabei weitestgehend frei wählen, was er wie macht. Doch je mehr dieser Spiele erscheinen, desto lauter wird auch die Kritik: Zu eintönig seien die Aufgaben, zu holzschnittartig die Geschichten, zu austauschbar die Szenarien.

Nun gibt es gleich drei neue große Open-World-Spiele von Ubisoft - und alle drei zeigen, dass sich der Entwickler die Kritik offensichtlich zu Herzen genommen hat. Denn alle drei Titel erfinden das Rad zwar nicht komplett, aber doch ein wenig neu.

»Watch Dogs Legion«: Rebellion ohne Helden

London in der nahen Zukunft: Die Folgen der Digitalisierung sind unübersehbar - Kamera- und Lieferdrohnen am Himmel, überdimensionale Augmented-Reality-Tafeln an den Wänden und selbstfahrende Autos auf den Straßen. Doch dann wird die britische Hauptstadt von einem Terroranschlag erschüttert. Und all die harmlos-nützliche Technologie wird zum Werkzeug eines hemmungslosen Überwachungsstaats.

Nur eine kleine Gruppe von Hackern lehnt sich gegen das neue Regime auf. Und genau diese Gruppe dürfen Spielerinnen und Spieler in »Watch Dogs Legion« steuern. Das ist dabei wörtlich zu nehmen - denn anders als in anderen Spielen der Serie gibt es hier keine vorgefertigten Helden. Stattdessen entscheiden Spielende selbst, welche Londoner sie für ihre Rebellengruppe rekrutieren wollen, und steuern diese dann auch.

Das hat durchaus Konsequenzen fürs Spielgeschehen: Wer einen Polizisten rekrutiert, muss ins Revier nicht erst langwierig einbrechen, sondern spaziert einfach durch die Tür. Bauarbeiter können sich dafür von Roboterdrohnen helfen lassen, Spione bringen ihren eigenen Sportwagen mit - Raketenwerfer inklusive. Und Rebellen mit chronischem Schluckauf sollte man vielleicht nicht auf eine Schleichmission mitnehmen. Das alarmiert nur die Gegner.

Diese Vielfalt und Freiheit sorgen zunächst für ein abwechslungsreiches Spielerlebnis. Mit der Zeit stellt sich aber doch wieder typische Open-World-Routine ein. Und auf Dauer können die vielen Spielfiguren auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass »Watch Dogs Legion« seine eigentlich vielversprechende Geschichte viel zu schablonenartig erzählt.

»Immortals: Fenyx Rising«: Mythen im Zelda-Stil

Das Wort »fehlbar« ist für die Götter der griechischen Sagenwelt noch eher freundlich. Denn wo Zeus, Hermes, Aphrodite und Co. auftauchen, da wird gemordet, betrogen und gerächt was das Zeug hält. Genau diese Fehlbarkeit der Götter steht im Mittelpunkt von »Immortals: Fenyx Rising«, einer augenzwinkernd cartoonartigen Neuerzählung altbekannter Mythen.

Die eigentliche Geschichte rund um eine sterbliche Heldin oder einen Helden, der den bösen Typhon stoppen und die verschwundenen Götter aus seiner Gefangenschaft befreien muss, ist dabei nicht weiter der Rede wert. Spannender ist, wie sie präsentiert wird - nämlich von Zeus und Prometheus als ständig streitende Erzähler im Stil eines Hörspiels.

Und so streifen Spielerinnen und Spieler durch eine kunterbunte griechische Sagenwelt, lösen teils echt knifflige Rätsel und kämpfen gegen allerhand Monster, während die zwei Herren das Geschehen launig kommentieren. Das ist nicht immer lustig, funktioniert nach schwachem Beginn aber doch gut. Und sorgt auch für ein paar tatsächlich überraschende Momente - etwa dann, wenn Zeus ein paar Monster aus dem Nichts auftauchen lässt, einfach weil ihm langweilig ist.

Spielerisch ist »Immortals« klar vom jüngsten »Zelda«-Titel »Breath of the Wild« inspiriert. Das klappt einerseits gut - die Mischung aus Rätseln und Kämpfen stimmt, das Klettern, Reiten und sogar Fliegen zur Fortbewegung macht Spaß. Allerdings entstammen die einzelnen Aufgaben doch klar einem Baukasten, echte Überraschungen sind selten. Und so weckt »Immortals« nie den gleichen Entdeckerdrang wie das offensichtliche Vorbild.

»Assassin's Creed Valhalla«: Wikinger und Entdecker

Forschergeist ist das zentrale Thema im neuen »Assassin's Creed«. Denn im Kern führt »Valhalla« das Konzept der Vorgänger »Origins« und »Odyssey« weiter - nur jetzt halt nicht im alten Ägypten und antiken Griechenland sondern im England des 9. Jahrhunderts, zur Zeit der Wikinger.

Allerdings haben die Entwickler das Konzept an einem Punkt geändert: Während die Vorgänger auf ihrer Weltkarte immer klar zeigten, welche Aufgaben und Erlebnisse es wo gibt, hat »Valhalla« nur noch vage Hinweise parat. Das ist eine scheinbar kleine Änderung, die aber große Konsequenzen hat. Denn so ist jeder Schritt eine kleine Reise ins Ungewisse: Was mag dort am Horizont sein - ein Schatz, ein Mysterium, eine lustige Begegnung mit einem schrägen Charakter?

Das lässt die Spielwelt deutlich dynamischer erscheinen, und passt auch gut zur Geschichte rund um den Wikinger-Helden (oder die Heldin) Eivor, der mit seinem oder ihrem Clan aus Norwegen fliehen muss und nun in England auf der Suche nach einer neuen Heimat ist. Klar, dass das nicht ohne Konflikte mit den dort herrschenden Angelsachsen abgeht.

Und so entspannt sich ein spannendes Mittelalter-Drama voller Intrigen, Scharmützel und Kriege. Und natürlich darf in einem »Assassin's Creed«-Spiel auch der ewige Konflikt zwischen Templern und Assassinen nicht fehlen, der hier aber eher eine untergeordnete Rolle spielt.

Selbst den abenteuerlustigsten Hobby-Wikingern dürfte im Laufe des Abenteuers aber etwas die Luft ausgehen - dafür ist die Geschichte bei aller Qualität schlicht zu lang, und das Spielprinzip mit seiner typischen Mischung aus Schleichen und Kämpfen zwar etwas erneuert, aber auf lange Sicht doch zu abgedroschen. Andererseits: Was mag wohl der leuchtende Punkt dort am Horizont sein? Schnell mal schauen...

© dpa-infocom, dpa:201207-99-605937/2

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