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Drei Verletzte und eine halbe Million Euro Schaden nach Großbrand in Mehrfamilienhaus

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Freilassing: Brand in Mehrfamilienhaus und Bäckerei in Jahnstraße: Drei Verletzte in Großeinsatz der Feuerwehren gerettet
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Drei Verletzte und rund 500.000 Euro Schaden sind die Bilanz einer Großbrandes am Dienstagabend in einem Wohn- und Geschäftshaus an der Jahnstraße in Freilassing. (Foto: BRK BGL)

Freilassing – Drei zum Teil schwerer Verletzte forderte ein Brand in einem Mehrfamilienhaus am Dienstagabend in der Jahnstraße in Freilassing. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften von Feuerwehr, Rotem Kreuz, Technischem Hilfswerk und Polizei war am Brandort gefordert. Alle drei Bewohner konnten rechtzeitig aus dem brennenden Gebäude gerettet werden, wurden jedoch zum Teil mittelschwer verletzt. Laut Polizei entstand rund eine halbe Million Euro Sachschaden.


Die Leitstelle Traunstein hatte nach der Alarmierung die Einsatzkräfte zunächst mit Alarmstufe »B3 – Brand eines Gebäudes« in die Freilassinger Innenstadt geschickt. Bereits auf der Anfahrt konnten sie Feuerschein und Rauchentwicklung sehen, weshalb der Einsatzleiter bei der ersten Erkundung die Alarmstufe erhöhen ließ und somit frühzeitig weitere Kräfte nachforderte – unter anderen rückten die Feuerwehren Ainring, Bad Reichenhall, Freilassing und Surheim aus.

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Zuerst suchten die Feuerwehrleute die drei in dem Wohn- und Geschäftshaus gemeldeten Bewohner, fanden sie glücklicherweise auch rasch und brachten sie in Sicherheit. Eine Person wurde mit der Drehleiter geborgen.

Die direkt im und am Gebäude eingesetzten Trupps konzentrierten sich dann auf die Brandbekämpfung und versuchten, die nahe am brennenden Haus stehenden Nachbar-Gebäude zu schützen. Dafür waren neben mehreren Atemschutz-Trupps im Innen- und Außenangriff auch zwei Drehleitern im Einsatz. Aufgrund der verwinkelten und relativ unübersichtlichen Bauweise teilte Feuerwehr-Einsatzleiter Rochus Häuslmann zwei Abschnitte ein.

Notärzte und Sanitäter versorgten zwei leicht verletzte Bewohner, die Rauchgas eingeatmet hatten und brachten sie dann zur Kontrolle ins Klinikum Traunstein. Der dritte, nach erster Einschätzung leicht bis mittelschwer verletzte Bewohner, den die Einsatzkräfte zuvor aus dem verrauchten Gebäude retten mussten, wurde nach notärztlicher Versorgung zur weiteren Überwachung in die Kreisklinik Bad Reichenhall eingeliefert.

Freilassing: Mehrfamilienhaus in Vollbrand: Feuerwehr rettet Bewohner in Großeinsatz aus Gebäude
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Foto: BRK BGL

Nachdem das Feuer unter Kontrolle und im weiteren Verlauf auch gelöscht war, öffneten die Einsatzkräfte die Dachhaut, um an versteckte Glutnester zu gelangen und sie endgültig abzulöschen. Dafür waren nochmals mehrere Atemschutz-Geräteträger notwendig, die aber an der schon zu Beginn eingerichteten Atemschutz-Sammelstelle bereits in Bereitschaft waren.

Die Löscharbeiten dauerten bis nach Mitternacht. Gegen 1.30 Uhr konnten die meisten Kräfte die Einsatzstelle wieder verlassen und einrücken. Einige Kräfte aus Freilassing blieben jedoch mit zwei Fahrzeugen bis 7 Uhr in der Früh als Brandwache vor Ort, um bei möglicherweise wieder aufflammenden Glutnestern sofort eingreifen zu können.

Neben 50 Feuerwehrleuten und neun Fahrzeugen aus Freilassing, waren auch die Feuerwehr Ainring mit vier Fahrzeugen, die Feuerwehr Surheim mit drei Fahrzeugen, die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung aus Bad Reichenhall mit zwei Fahrzeugen und Mitglieder der Kreisbrandinspektion vor Ort. Der THW-Bau-Fachberater kontrollierte bereits während der Löscharbeiten die Statik des Gebäudes.

Das Rote Kreuz war mit drei Rettungswagen aus Bad Reichenhall, Teisendorf und Traunstein, zwei Notfallkrankenwagen der ehrenamtlichen BRK-Bereitschaften Ainring und Freilassing, den Notärzten aus Freilassing und Bad Reichenhall und dem Einsatzleiter Rettungsdienst vor Ort.

Beamte der Polizei nahmen noch in der Nacht die Arbeit auf, um die Brandursache herauszufinden. Weitere Polizei-Kräfte kommen am nächsten Morgen, um die Ermittlungen fortzuführen. Auch der Strom- und der Gasversorger waren an der Einsatzstelle. Der Sachschaden beträgt nach ersten Schätzungen etwa eine halbe Million Euro. Die Kripo Traunstein hat die Ermittlungen zur Klärung der Brandursache übernommen. Anhaltspunkte für vorsätzliche Brandstiftung gibt es derzeit nicht. Die Ermittler gehen von einem technischen Defekt an einem Elektrogerät aus.

Die insgesamt 16 Einsatzkräfte des Roten Kreuzes konnten zum Teil bereits vor dem Einsatzende wieder einrücken. Sie sicherten über mehrere Stunden hinweg die weiteren Arbeiten der Feuerwehr sanitätsdienstlich ab, mussten aber keine verletzten Einsatzkräfte versorgen.

Bilder vom Einsatzort:

Zeitgleich Verkehrsunfall mit zwei Verletzten in der Münchener Straße

Die Besatzung des Freilassinger Rettungswagens war wenige Minuten bevor der Brand bei der Leitstelle Traunstein gemeldet worden war zu einem Autounfall mit zwei leicht Verletzten in die Münchener Straße ausgerückt. Die Sanitäter versorgten eine 18-jährige Frau und eine 16-jährige Jugendliche und brachten beide zur weiteren Untersuchung in die Kreisklinik Bad Reichenhall.

red/BRK BGL