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Drei Wochen in den Bergen verschollen

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Erschöpft aber endlich wieder bei seinen Lieben: Mischlingsrüde Teddy war drei Wochen lang verschwunden. Aber er hat sich alleine durchgekämpft und ist instinktiv in die richtige Richtung gelaufen. (Foto: privat)

Schneitzlreuth – Ein kleines Wunder: Der seit drei Wochen vermisste zweijährige Mischlingsrüde Teddy ist am Samstagvormittag abgemagert, aber unverletzt wieder aufgetaucht. Er war am 16. Februar bei einer Schneeschuhtour aufs Ristfeuchthorn noch unterhalb der Sellarnalm samt Laufleine verschwunden, wobei die Reichenhaller Bergwacht, Hundebesitzerin Tina (48) und viele private Helfer tagelang nach ihm gesucht hatten. Ohne Erfolg.


In der Nacht zum Samstag – also genau drei Wochen später – wurde der Reichenhaller Bergwacht jetzt gemeldet, dass der Hund gegen 21 Uhr am Gletschergarten zwischen Weißbach und Inzell gesehen worden war. Die Besitzerin machte sich sofort auf den Weg nach Weißbach, während sich fast zeitgleich ein Anwohner am nördlichen Ortsende meldete, dass der Hund bei ihm im Vorgarten liege.

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Seit dem Verschwinden des Hundes war die 48-Jährige nahezu täglich mit Tochter Emma (9) nach Weißbach und zum Ristfeuchthorn gefahren, um weiter nach ihrem Vierbeiner zu suchen. Sie hatte trotz der großen Unterstützung durch Anwohner und Bergsteiger vor wenigen Tagen jedoch die Hoffnung aufgegeben, ihren Hund jemals wiederzusehen. Umso größer war jetzt die Freude.

Der Hund hat die drei Wochen unverletzt überstanden. Er lag in der Tat erschöpft im Garten des Anrufers. »Wir bedanken uns herzlich bei allen Einsatzkräften und Helfern, die uns so intensiv bei der Suche unterstützt und Beistand geleistet haben«, so die 48-Jährige. Der Tierarzt konnte keine Verletzungen feststellen; Teddy ist nur etwas abgemagert und hat rund drei Kilo verloren.

Der zweijährige Mischling ist ein aus Rumänien geretteter Straßenhund. Nach dem Abenteuer am Ristfeuchthorn kann er seinen zweiten Geburtstag feiern. »Es ist ein Phänomen und grenzt an ein Wunder, wie das Tier es geschafft hat, die kalten und oft niederschlagsreichen Tage am Berg so lange zu überstehen und wie er genug Nahrung finden konnte«, betont der Reichenhaller Bergwacht-Bereitschaftsleiter Stefan Strecker, zugleich Leiter der Lawinen- und Suchhundestaffel der Bergwacht-Region Chiemgau. Hier kam ihm seine Erfahrung als ehemaliger Straßenhund sicherlich zugute.

Teddy war wohl instinktiv in die richtige Richtung entlang der Alpenstraße (B305) Richtung Traunstein gelaufen. ml