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Dreßen bleibt in Abfahrt ohne Medaille - Triumph für Svindal

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Verpasste bei der Abfahrt eine olympische Medaille: Thomas Dreßen. Foto: Tobias Hase Foto: dpa

Keine Medaille, aber starker fünfter Platz: Kitzbühel-Sieger Thomas Dreßen bleibt in der olympischen Abfahrt ohne das erhoffte Edelmetall. Ein norwegischer Routinier triumphiert.


Pyeongchang (dpa) - Thomas Dreßen hat die erhoffte Medaille in der olympischen Abfahrt verpasst. Als Fünfter sorgte der Skirennfahrer aus Mittenwald jedoch für das beste Winterspiele-Resultat eines deutschen Abfahrers seit 26 Jahren.

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Den Olympiasieg von Pyeongchang sicherte sich der Norweger Aksel Lund Svindal vor seinem Teamkollegen Kjetil Jansrud und dem Schweizer Favoriten Beat Feuz. Für Svindal war es sein zweites Gold nach dem Super-G-Triumph von 2010 - der 35-Jährige schaffte dieses Double als erster männlicher Alpiner.

»Im ersten Moment war ich schon enttäuscht, dass es für keine Medaille gereicht hat. Aber am Ende des Tages Fünfter zu sein, ist nicht so schlecht«, analysierte Dreßen. »Ich habe wieder gezeigt, dass ich mich etabliert habe in der Weltspitze und werde alles daran setzen, dass ich da bleibe.« Zuletzt war Markus Wasmeier als Abfahrts-Vierter bei Olympia 1992 in ähnliche Sphären gefahren.

Wie Kitzbühel-Sieger Dreßen zeigte auch Andreas Sander eine solide Vorstellung und wurde guter Zehnter. »Meine Leistung war sicher nicht so gut, wie der Platz es jetzt zeigt«, sagte der Ennepetaler. »Ich hätte mehr zeigen können, die Aggressivität hat mir gefehlt, warum auch immer.« Als dritter deutscher Teilnehmer kam Josef Ferstl auf Platz 25. Vor vier Jahren in Sotschi war gar kein Abfahrer des Deutschen Skiverbandes am Start. Bereits am Freitag geht es für die Speedfahrer im Super-G (03.00 Uhr MEZ) wieder um Medaillen.

Nach der Goldmedaille von Marcel Hirscher in der Kombination erlebten die österreichischen Abfahrer ein Debakel und kamen nicht unter die besten Sechs, Vincent Kriechmayr wurde Siebter. Sotschi-Olympiasieger Matthias Mayer war nach seinem Sturz im Kombi-Slalom nicht in Top-Verfassung und blieb als Neunter nur knapp vor Sander.

Wie beim starken Auftritt in der olympischen Kombinationsabfahrt, als Dreßen die Bestzeit aufstellte und nach dem Slalom achtbarer Neunter wurde, startete er mit der Nummer eins. Doch anders als noch am Montag gelang dem 24-Jährigen wie allen anderen Favoriten keine makellose Fahrt.

Im Ziel wiegte Dreßen abwartend den Kopf hin und her und nahm auf dem Stuhl des Führenden Platz. Doch schon vier Minuten später musste er diesen Platz wieder räumen, nachdem sich der Südtiroler Dominik Paris vorbeischob. Auch Feuz und Svindal waren schneller.

Anschließend lag Jansrud sogar zeitweise schon mehr als vier Zehntelsekunden vor seinem norwegischen Mannschaftskameraden, verspielte jedoch unter anderem mit einem verpatzten Sprung seine komfortable Führung. Erleichtert atmete Svindal auf und bejubelte seine insgesamt vierte Olympia-Medaille. »Hut ab vor seiner Leistung«, gratulierte Dreßen. Er habe Svindal gesagt, »dass er ein Vorbild für jeden Athleten ist, der am Start steht«.