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Druck auf Van der Vaart wächst nach HSV-Pleite

Zuschauer
HSV-Rückkehrer Rafael van der Vaart schaut sich mit sitzt mit seiner Frau Sylvie das Derby an. Foto: Carmen Jaspersen Foto: dpa

Bremen (dpa) - Auf den vermeintlichen Heilsbringer Rafael van der Vaart wartet beim Krisenclub Hamburger SV eine Herkulesaufgabe. Mit zunehmend ernster Miene verfolgten der Bundesliga-Rückkehrer und Ehefrau Sylvie auf der Tribüne die schmerzliche 0:2 (0:0)-Pleite beim Nord-Rivalen Werder Bremen.


ie offenbarte die großen Offensiv- und Defensivmängel der punkt- und torlosen Hamburger. Der Niederländer, der wegen des späten Medizinchecks zum Zuschauen verurteilt war, wurde am Samstag von Trainer Thorsten Fink und den neuen Teamkollegen auf dem Platz schmerzlich vermisst.

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«Rafael ist ein Spieler, der uns fehlt. Er fordert die Bälle im Rücken, mit ihm werden wir mehr Torchancen kreieren», sagte Marcel Jansen. Das Anforderungsprofil von Fink an van der Vaart ist nach den enttäuschenden 90 Minuten im Weserstadion nicht kleiner geworden. «Ihm muss man nicht viel erzählen. Ich hoffe, dass wir mit Rafael effektiver werden, dass er mal den Mund aufmacht, Tore schießt und vorbereitet», erklärte der HSV-Coach. «Er kann die Last aber nicht allein tragen, sie muss verteilt werden», fügte er hinzu.

«Ich war total angespannt und super nervös. Ich bin wahrscheinlich der schlechteste Zuschauer der Welt», sagte Tribünengast van der Vaart der «Bild am Sonntag». Der 13-Millionen-Zugang von Tottenham Hotspur sieht sich zwar nicht als als Wundermann, Messias oder Messi. Doch der Erwartungsdruck und der Hype um seine Person werden noch zunehmen. Immerhin hat er nun zwei Wochen Zeit, um bis zum Match beim starken Aufsteiger Eintracht Frankfurt am 16. September mit seinen Mitspielern warm zu werden. «Rafael fährt nicht zur niederländischen Nationalmannschaft. Das ist hervorragend», berichtete Fink.

Mit den beiden anderen Neuen Petr Jiracek und Milan Badelj war er zufrieden. Sie warfen sich in die Zweikämpfe - Jiracek hielt trotz einer Fußprellung durch - und hauchten dem zuvor apathischen Team neues Leben ein. Größere spielerische Impulse gingen aber nicht von ihnen aus. Torhüter Rene Adler, der unter anderem einen Foulelfmeter von Aaron Hunt (42. Minute) parierte, war bester HSV-Akteur.

Den verdienten Bremer Sieg durch Tore des mutigen Hunt (52./Foulelfmeter) beim zweiten Versuch vom Punkt und Nils Petersen (67.) konnte Adler nicht verhindern. Die Hamburger führten die Schlappe auf individuelle Fehler in der Abwehr zurück. «Da muss man den Ball mal wegschlagen», schimpfte Fink. «Vorne fehlt uns die nötige Durchschlagskraft, und hinten hauen wir uns die Tore selber rein», ergänzte Kapitän Heiko Westermann.

Aber nicht der HSV, sondern die offensiv ausgerichteten Bremer um die starken Antreiber Hunt und Marco Arnautovic besaßen stets den Zugriff auf das 97. Nord-Duell. «Die Mannschaft ist überzeugend aufgetreten. Wir haben mit einer guten Leistung drei Punkte geholt», lobte Trainer Thomas Schaaf seine Profis. «Wir waren für alle der klare Favorit. Dafür haben wir das gut gemacht», sagte Clubchef Klaus Allofs.

Hamburg hatte erst nach dem 0:2 einige Chancen, Trainer Fink blieb dennoch Optimist: «Ich bin mir sicher, dass wir nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben werden.» Das entspricht dem Credo von van der Vaart, der im Februar 2007 mit zwei Toren für den bisher letzten Erfolg des HSV in Bremen verantwortlich war: «Der HSV muss immer oben mitspielen.»