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Druck nach 4:1 weg: Kießling und Schürrle erlösen Bayer

Düsseldorf (dpa) - Im Kabinengang der Esprit-Arena fielen sich Rudi Völler und Stefan Kießling in die Arme. Der Leverkusener Torjäger und sein zuletzt gescholtener Mitspieler André Schürrle hatten es ihren Kritikern mal wieder gezeigt.

Doppel-Doppelpack
Leverkusens Simon Rolfes (l-r) jubelt mit Andre Schürrle und Stefan Kießling über ein weiteres Tor. Foto: Marius Becker Foto: dpa

«Das juckt mich gar nicht. Man hat heute gesehen, dass ich da bin und alles geben werde», meinte Schürrle, der wie Kießling zwei Tore zum 4:1 (1:1)-Erfolg bei Fortuna Düsseldorf beisteuerte. Den direkten Zugang zur Champions League haben die Leverkusener dicht vor Augen. «Mit sechs Punkten Vorsprung haben wir ein Zeichen gesetzt», befand Bayer-Profi Gonzalo Castro nach dem ersten Auswärtssieg in diesem Jahr.

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«Der Erfolg ist für uns sehr wichtig, gerade weil wir zuletzt zweimal verloren hatten. Es war wichtig, eine Reaktion zu zeigen, das haben wir heute getan», sagte Schürrle, der mit seinen beiden Treffern zum 2:1 (61.) und 3:1 (84.) die Partie entschied. Kießling hatte den Torreigen mit einem verwandelten Foulelfmeter (22.) gegen seinen ehemaligen Mannschaftskameraden Fabian Giefer eröffnet und ihn in der 88. Minute mit dem 4:1 beendet.

«Ich bin froh, dass es mit den Toren geklappt hat. Am Ende waren wir eiskalt», meinte Kießling. Der von Bundestrainer Joachim Löw verschmähte Mittelstürmer erzielte bereits seine Saisontreffer 17 und 18 und erhöhte seine Vorlagenzahl mit der Vorarbeit zum 3:1 auf zehn. Seinen letzten Treffer bejubelte der Bayer-Stürmer sehr intensiv, obwohl das Spiel längst gelaufen war. «Wir waren alle sehr erleichtert am Ende. Das war eine Befreiung», sagte Kießling.

Auch Bayer-Trainer Sascha Lewandowski sprach von großem Druck, der sich nach einer weiteren Niederlage noch erhöht hätte. «Der Mannschaft ist viel von der Seele gefallen», sagte der Coach. Mit dem Sieg ist auch die Diskussion über die angebliche «Pärchen-Krise» des Trainerduos Lewandowski/Sami Hyypiä in den Hintergrund gerückt. Allerdings bestätigte der Club, dass Hyypiä im Sommer zum Trainerlehrgang angemeldet ist. Damit könnte der Finne hauptverantwortlich als Chefcoach arbeiten.

Probleme ganz anderer Art beschäftigen den Aufsteiger aus Düsseldorf. Die Fortuna war zwar phasenweise gut im Spiel, hatte außer dem Eigentor von Bayer-Verteidiger Daniel Schwaab (41.) aber nichts entgegenzusetzen. Die seit fünf Spielen sieglose Elf hat ihren Fünf-Punkte-Vorsprung auf den Relegationsrang nur gehalten, weil Konkurrent Augsburg ebenfalls daheim patzte. «Das ist das einzig Positive heute», meinte Fortuna-Stürmer Stefan Reisinger. Bei noch sieben ausstehenden Runden werden die Düsseldorfer bis zum Schluss zittern müssen.

Trainer Norbert Meier geht gelassen in den Endspurt um den Klassenverbleib. «Das ist ein brutales Ergebnis. Wir sind heute unter Wert geschlagen worden», befand der Coach. Doch Meier hat von Beginn an damit gerecht, dass seine Mannschaft bis zum Schluss um die Ligazugehörigkeit kämpfen muss. «Wir müssen davon ausgehen, dass wir mehr verlieren als gewinnen. Aber auch das wird uns nicht umwerfen. Wir werden die Mannschaft wieder aufbauen», versprach der Trainer.