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»Drummer Boy entsprungen«

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Überaus kurzweilig war der Auftritt von André Hartmann in der Kulturfabrik NUTS. (Foto: M. Heel)

»Weihnachtslieder, wie man sie noch nie gehört hat und auch nie wieder hören wird«, versprach der Musikkabarettist André Hartmann bei seinem Auftritt in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS, wo er sein äußerst kurzweiliges Weihnachtsprogramm »Morgen kommt der Hartmann« vorstellte. Ein Programm, das eigentlich ein Wunschkonzert war, bei dem der Pianist, Stimmenimitator und Entertainer wie schon bei seinem letzten Programm »Radio-Aktiv« auf die Wünsche des Publikums einging.


Allerdings nur, um geschickt mit der Erwartungshaltung der Zuschauer zu spielen bzw. das betreffende Lied schon nach wenigen Akkorden so spontan wie improvisationsfreudig mit anderen, meist klassischen Kompositionen zu vermengen, vorzugsweise mit solchen von Johann Sebastian Bach, auf den letztendlich alle (Weihnachts-)Musik dieser Welt zurückgehe, wie er einmal anmerkte. Die Beispiele, die er dafür lieferte, waren zwar nicht gänzlich überzeugend, aber immerhin sehr, sehr unterhaltsam. Aber nicht nur spieltechnisch glänzte André Hartmann, der im Hauptberuf Musiklehrer an einem Gymnasium ist und zu Zeiten der rot-grünen Koalition auf dem Nockherberg den Schröder gab.

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Auch als Sänger respektive Parodist verstand er es, das Publikum zu begeistern. Ob als Peter Maffay mit »Süßer die Glocken nie klingen« oder als Falco mit »Oh Tannenbaum«, bei jedem Lied gelang es ihm mühelos, den Künstler stilgerecht zu imitieren und gleichzeitig auf die Schippe zu nehmen. Wobei die zwei nur die Spitze des Eisbergs bildeten, es wohl kaum eine (deutsche) Showgröße aus Kultur und Politik gibt, die er nicht nachzuahmen vermag. So gab es beispielsweise (Liebes-)Grüße aus Moskau, überbracht von einem gut gelaunten Schröder, Angela Merkel hielt eine Rede, und auch Seehofer kam zu Wort: »Ab 2016 wird auf Modellautos eine Maut eingeführt«. Kurzum, ein Abend, an dem es geholfen hat, sich etwas zu wünschen. Wolfgang Schweiger