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Erstes Konzert nach sieben Jahren Spielpause in Traunstein zugunsten der Kinderkrebshilfe

»Eastside Express« wieder einmal unter Volldampf

Die volle Breite: 13 Musiker machen Volldampf. (Foto: Kewitsch)

Volldampf. Sieben Jahre standen die Räder still beim »Eastside Express«. Stillstand? Mitnichten. Die Protagonisten der einstigen Kultband aus dem Chiemgau haben sich in der zwischenzeit den unterschiedlichsten musikalischen Projekten gewidmet.


Phillip Treichl sorgt für Fuore mit seinem »Booze Club«, Rick Blain wandelt auf Solopfaden mit »Rickomat«, Daniel Schlick wird mit den »Bud Benzers« immer wieder gerne gehört und der Keller Steff lebt seine 130 Konzerte pro Jahr mit ganzer Leidenschaft. Aus einem eher zufälligen »Zuruf« nach dem Motto »Wir könnten doch mal wieder spielen« wurde nun die Lokomotive »Eastside Express« noch einmal neu gestartet. Volldampf war das Motto. Eintritt frei, der »Hut« mit 300 Euro geht an die Kinderkrebshilfe Berchtesgadener Land.

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Unisono baten mich die Vollblutmusiker nachsichtig zu sein, habe man doch nur zweimal geprobt in den letzten Wochen. Nachsicht war nicht vonnöten. Die Herren haben den Sattdampf unter der Haut, nicht weniger als 13 (!) Musiker standen auf der Bühne im Chiemgau Sportpark in Traunstein. 13mal Leidenschaft und Lust auf Soul und Power. Allen voran Philipp Treichl, der Mann mit der Trompete, der beim »Eastside Express« vor allem den Gesang nach vorne brachte. Weitere Bandmitglieder sind der Keller Steff, Christian Freitsmiedl und Daniel Schlick an den Gitarren sowie Johannes Oberhauer am Bass und eine wahrhaft imposante »Horn Sektion«: Rick Blain, Peter Lechner, Wolfgang Steiner, Fred Klughammer, Bernhard Gasser, Florian Unterhuber. Am Schlagzeug mischte Guido Kudielka auf und am Piano Thomas Hartmann. Perfekt abgemischt wurde der Sound von Maxim Klein.

Vom ersten Moment waren die knapp 200 Besucher auf den Gleisen. Kein Wunder, denn allein die ersten drei Songs, »Soulfinger«, »Gimme some lovin« und »Hold on, I´m coming« waren den Herren auf den Leib geschrieben. Es knallte, es kachelte, es wummerte geradezu. Aber auch bei »300 Pounds«, mit einem augenzwinkernden Seitenblick auf Mr. Treichl, zeigte der Keller Steff, dass er »röhren« kann. Es ging munter weiter: R'n'B und kraftvoller Soul wurden zelebriert, »Midnight hour« hatte es noch lange nicht geschlagen, da gab der Keller Steff mit »Treat her right« eine zweite Kostprobe.

Auch im zweiten Set blieb das Tempo hoch. Klassiker par excellence wie »Knock on wood« erklangen und allerspätestens, als musikalischen Einheizer den »Soulman« auspackten, war es um alle Besucher in den Räumen des Sportclubs geschehen. Schuhe flogen, Tänze wurden aufgeführt, lauthals sangen alle mit, es war ein Fest, wie es wohl nur alle sieben Jahre möglich ist. Der Song »Jailhouse« schloss nahtlos an, bevor es mit »Everybody needs somebody« nochmals eine Eskalationsstufe frenetischer wurde.

Alles in allem war das Konzert ein runder Abend: satter Soul, runder Blues, wilde Bläser, groovige Gitarren und ein Beat, der einfach nur auf der Ostseite des Chiemsees entstehen kann. Eastside Express, sieben Jahre Pause sind einfach zu lang. Udo Kewitsch