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E-Autos auf reservierten Parkplätzen laden – Parkdauer auf drei Stunden begrenzt

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Die beiden Parkplätze mit dem Fahrradständer sollen zu Parkplätzen für Elektrofahrzeuge mit Ladesäule werden. (Foto: Hohler)

Traunstein – Gute Nachricht für E-Mobil-Fahrer: Die Stadtwerke planen am Karl-Theodor-Platz zwei neue Ladepunkte, und zwar gegenüber der Einfahrt in die Rathaus-Garage, dort, wo bisher ein Radständer steht. Sind alle Anlagen wie geplant ausgebaut, gibt es zehn hochleistungsfähige Ladestationen im Stadtgebiet.


Der Planungsausschuss des Stadtrats stimmte in seiner jüngsten Sitzung zu, dass die Stadtwerke die beiden Ladestationen mit je 22 Kilowatt aufstellen.

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Damit, so Manfred Bulka vom städtischen Ordnungsamt, ist es möglich, Elektroautos je nach technischer Ausstattung in etwa zwei bis drei Stunden vollständig zu laden. Die Kosten für die Ladesäule lägen bei 12 230 Euro, von denen 40 Prozent als Zuschuss zu erwarten seien.

Parken kostet auch auf reservierten Plätzen etwas

Nachdem die Nutzer Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr und an Samstagen von 9 bis 12 Uhr auch während des Ladens einen gebührenpflichtigen Parkplatz belegten, wäre zusätzlich zu den Energiekosten auch der übliche Parktarif zu zahlen, schlug die Verwaltung vor. Da aber nach den Ausführungen des bayerischen Innenministeriums Parkplätze mit Lademöglichkeit für E-Fahrzeuge zu reservieren seien, solle die maximale Parkdauer an den Ladesäulen tagsüber drei Stunden nicht überschreiten, damit möglichst viele Nutzer dort ihre Fahrzeuge laden könnten. »Die müssen aber in den drei Stunden nicht zwangsläufig laden, die können auch einfach nur parken«, erklärte Bulka. Ziel sei die Förderung und Privilegierung der E-Mobilität.

Auch solle das Laden barrierefrei möglich sein, das heißt, ohne zuvor einen Vertrag abschließen zu müssen. Die Abrechnung könne über einen QR-Code mit dem Smartphone oder über eine App erfolgen, entweder direkt über den Mobilfunkanbieter oder auch über die Kreditkarte.

»Da kann ich ohne zu laden drei Stunden parken?«, fragte Uwe Steinmetz (UW) ungläubig. »Ja«, bestätigte Bulka, »der Vorteil ist ein reservierter Parkplatz, auch wenn er Gebühren kostet, wie jeder andere.«

Die Begrenzung auf drei Stunden sei unbedingt erforderlich, so dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD), »am Landratsamt parkens auch den ganzen Tag. Die Begrenzung ist dringend nötig, sonst kann da keiner mehr laden. Ich bin kein großer Fan davon, dass man da auch nur parken kann, ohne zu laden. Ob's sinnvoll ist, werden wir sehen.«

Auf die Frage von Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen) bestätigte Stefan Will von den Stadtwerken, die Ladesäulen würden mittig angeordnet. So könnte bei Bedarf auch die jetzige Grünfläche hinter den Säulen in Parkplätze für E-Autos umgebaut werden, um mehr E-Auto-Fahrern das Laden zu ermöglichen. »Und natürlich hat das grundsätzlich den Sinn, dass man da zum Laden steht und nicht nur zum Parken«, so Will.

Dem widersprach Bulka: »Grundsätzlich ist das ein privilegierter Parkplatz, den man um die Möglichkeit, zu laden, erweitert.« Sollten die Ladesäulen am Karl-Theodor-Platz belegt sein, gebe es in Traunstein durchaus noch mehr Ladesäulen – »ich kann ein Elektroauto auch daheim in der Garage laden, aber dann dauert's halt zehn Stunden«, so Bulka. »Aber nur laden kann ich auch woanders«.

So gebe es bald die beiden neuen Ladesäulen am Karl-Theodor-Platz mit 22 Kilowatt, eine weitere mit 22 kW am Parktunnel am Bahnhof, die Anlage am Landratsamt werde auf 22 kW ausgebaut, eine neue werde am Klinikum entstehen, eine weitere im Gewerbegebiet Haslach. Zusammen mit den privaten Ladesäulen der Handwerkskammer und einiger Firmen komme man dann am Ende auf zehn Ladesäulen im Stadtgebiet.

Berechnet wird nur die geladene Energie

Auf die Frage von Uwe Steinmetz, was eine Stunde Strom tanken etwa koste, erklärte Stefan Will, es gebe verschiedene Abrechnungsmöglichkeiten, nur die Energie oder auch geladene Energie und Ladedauer. Mit 35 Cent je Kilowattstunde Strom sei der Strom an den Ladesäulen zwar teurer als Haushaltsstrom, aber »das wird trotzdem nicht kostendeckend sein«. Denn man müsse ja das Abrechnungssystem zahlen und auch die Ladestationen unterhalten und warten. Bei der Abrechnung sei die reine Erfassung der Stromkosten das einfachste – »da gibt es auch geeichte Möglichkeiten der Erfassung«, so Will abschließend.

Der Planungsausschuss stimmte am Ende dem Bau der Ladesäulen und der Kennzeichnung der Parkplätze als nur für Elektroautos reservierte Plätze zu. Ebenso wurde die – kostenpflichtige – Höchstparkdauer auf drei Stunden begrenzt. coho

Handwerkskammer veranstalte E-Auto-Messe in Traunstein:

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