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Eben mal schnell die Welt mit Worten retten

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Tim Bendzko begeisterte auch bei seinem Auftritt seine vor allem weiblichen Fans. (Foto: Kewitsch)

Tim Bendzko ist zurück! Nach zahlreichen Auszeichnungen wie dem »Bambi« und »Echo« als bester Newcomer, der »Einslive Krone« und einem »MTV Music Award« als bester Künstler, dazu Doppelplatin für sein Debütalbum »Wenn Worte meine Sprache wären« und über 100 000 Zuschauern bei seinen Konzerten allein 2012 ist endlich sein neues Album »Am seidenen Faden« erschienen. Tim Bendzko und seine Band spielen 26 Shows in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg. Ein Konzert der »Ich steh nicht mehr still Tour 2013/2014« fand in der Salz-burgarena statt.


Da Worte seine Sprache sind, ist Tim Bendzko auch in der Lage, eben mal schnell die Welt zu retten und zuvor 148 000 Mails zu checken. Das ist kurz zusammengefasst die Situation, die der Hörer präsentiert bekommt, lässt er sich auf diese Form des Deutsch-Pop ein, der vor knapp fünf Jahren seinen Lauf nahm.

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2009 gewinnen 14 Musiker und Sänger den »Söhne gesucht«-Wettbewerb der »Söhne Mannheims«. Darunter ist auch ein junger Berliner mit blonden Locken, entwaffnendem Lächeln und toller Stimme. Und diese Stimme beschert ihm einen Auftritt als Supportact der »Söhne Mannheims« auf der schönsten Bühne seiner Heimatstadt – der Berliner Waldbühne. 2011 trifft er mit seiner ersten Single »Nur noch kurz die Welt retten« den Nagel des Zeitgeistes mitten auf den Kopf, was ihm nicht nur einen Hit in den Charts beschert, sondern auch den »Einheizer« für die Konzerte der Legende Joe Cocker. Auf dieser Tour steht er dann zum zweiten Mal auf der Waldbühne.

Die Arena in Salzburg ist leider nicht ausverkauft, der Stimmung tut dies keinen Abbruch. Tim Bendzko erscheint etwas farblos (Ton in Ton) auf der Bühne, plaudert mit dem Publikum und präsentiert seine schönen Songs, die allesamt Laune zum Mitsingen machen. Die fünfköpfige Band ist fehlerfrei, aber außer der Leadgitarre vermag sich keiner wirklich nach vorne zu spielen. Die Backgroundsänger untermalen die Setlist, aber hier entzünden sich keine Flammen. »Sag einfach ja« oder »Wo sollen wir nur hin« sind nur die Vorboten vor der eingangs erwähnten Hymne »Nur noch kurz die Welt retten« und spätestens als »Wenn Worte meine Sprache wären« ertönt, ist der Chor in der Salzburgarena perfekt. Immer wieder animiert der 29-Jährige das Publikum zum Mitsingen, feuert an und schwebt ruhelos auf der Bühne von links nach rechts und wieder retour.

Alles in allem ist es ein rundes Konzert ohne herausragende Highlights und dennoch mit einem hohen Zufriedenheitsfaktor für die Besucher. Sehr unterhaltsam sind auch die Videoanimationen im Hintergrund, die den Weltretter etwas selbstironisch darstellen und für den einen oder anderen Schmunzler sorgen. Tim Bendzko ist zurück und da Worte seine Sprache sind, wird er noch lange nicht still stehen und seine vorzugsweise weiblichen Fans mit Songs und Hymnen versorgen. Udo Kewitsch

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