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Echte Bauern singen besser

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Echte Bauern singen besser
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Der Musiker Alexander Gromberg (Sebastian Bezzel) feiert bis zum Absturz - seine Agentin Franzi (Susanne Bormann) ist bestürzt. Foto: Conny Klein/ARD Degeto Foto: dpa

Die Karriere eines abgehalfterten Rock-Stars ist in Gefahr. Um sie zu retten, sucht dessen Agentin verzweifelt nach einer Lösung - und findet sie in einem Landwirt, der ihrem Schützling ähnlich sieht.


Berlin (dpa) - Filme über Musiker haben derzeit Konjunktur. Mit »Rocketman« über Elton John oder »Bohemian Rhapsody« über Freddie Mercury kamen innerhalb kurzer Zeit mehrere sogenannte Biopics ins Kino, die das Leben und die Karriere legendärer Pop-Stars nachzeichneten.

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Im deutschen Fernsehen stellte vor wenigen Monaten zudem die Mediensatire »Größer als im Fernsehen« einen wenn nicht realen, so doch fiktiven Sänger in den Vordergrund.

Die Komödie »Echte Bauern singen besser«, an diesem Samstag (7.9.) um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen, schlägt in die gleiche Kerbe, scheint dabei aber Anleihen bei »Rocketman« zu machen. Der Protagonist Alexander Gromberg (Sebastian Bezzel) sieht nicht nur aus wie Elton John, sondern pflegt auch abseits der Bühne den gleichen ausschweifenden Lebensstil wie der britische Pop-Star zu seinen besten Zeiten. Aus diesem Grund liegt die Karriere des abgehalfterten Rock-Sängers auf Eis. Anstatt Konzerte zu geben oder neue Lieder aufzunehmen, gibt sich Gromberg Alkohol- und Sex-Exzessen hin.

Das Vermögen des Stars ist längst aufgebraucht, weshalb seine Agentin Franzi (Susanne Bormann) unermüdlich an einem Comeback arbeitet. Doch das erweist sich als schwierig, zumal ihr Schützling nicht mehr zivilisiert auftreten kann. Um dem Plattenchef Fricke (Roman Knizka) die Genehmigung für eine Konzerttour abzutrotzen, braucht Franzi dringend eine nüchterne Version ihres Kunden.

Durch Zufall findet sie diese in dem brandenburgischen Bauern Sven Gose, der Gromberg verblüffend ähnlich sieht. Während der Rock-Star nach einem neuerlichen Exzess in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt landet, nimmt der Landwirt dessen Identität an. Als Franzi den Doppelgänger dann dem Plattenchef präsentiert, nimmt die Verwechslungskomödie ihren Lauf.

Sebastian Bezzel, der in eine Doppelrolle schlüpft, zeigt sein ganzes schauspielerisches Können. Gromberg mimt er als extrovertierten Unsympathen mit Starallüren. Als Sven gibt Bezzel den schüchternen, aber höflichen Duckmäuser, der seine Lebensträume nicht zu verwirklichen wagt. Der Film nimmt sich viel Zeit für die charakterliche Entwicklung der beiden. Der eine muss draufgängerischer und selbstbestimmter, der andere bescheidener und sanftmütiger werden. Am Ende nähern sich Sven und Gromberg derart an, dass sie voneinander fast nicht mehr zu unterscheiden sind.

Neben dieser emotionalen Reise und den Verwicklungen im Musikgeschäft entfaltet die Komödie eine Liebesgeschichte, genauer gesagt zwei: Während Sven mit Franzi anzubandeln versucht, findet Gromberg Interesse an einer Patientin in der Psychiatrie. Wie es ausgeht, ist nicht schwierig zu erahnen. Regisseur Holger Haase erfindet das Rad nicht neu, schafft es aber, für gute Unterhaltung zu sorgen.

»Echte Bauern singen besser« ist handwerklich solide, stimmungsvoll und stellenweise wirklich witzig.

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