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Ehrenmedaille der Gemeinde Siegsdorf für Franz Pertl

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Siegsdorf – Beim Neujahrsempfang der Gemeinde Siegsdorf, zu dem der Bürgermeister seit einigen Jahren die Ehrenmedaillenträger, Gäste aus Kirche und Kommunalpolitik, aber vor allem die ehrenamtlichen Verantwortlichen der Ortsvereine und Rettungsdienste in den Festsaal lädt, wurde Franz Pertl aus Eisenärzt mit der Ehrenmedaille der Gemeinde Siegsdorf ausgezeichnet.


Franz Pertl leistete von 1961 bis 2005 44 Jahre lang aktiven Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr Eisenärzt, war 19 Jahre Vorstand und sechs Jahre zweiter Vorstand beim Theater- verein Eisenärzt, wo er auch seit 1983 als Spieler und bis heute als Souffleur im Einsatz ist. Das Ehrenmitglied des Trachtenvereins »D' Arztberger«, wo er als Vorplattler, Jugendleiter, Kassenprüfer, Ausschussmitglied, neun Jahre als Vorstand und weitere sechs Jahre als zweiter Vorstand Verantwortung übernahm, hat sich fast 60 Jahre lang ununterbrochen in fünf Eisenärzter Ortsvereinen ehrenamtlich für die Dorfgemeinschaft stark gemacht.

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In Respekt und Anerkennung dieses breiten ehrenamtlichen Engagements überreichte Bürgermeister Thomas Kamm nach einstimmigem Gemeinderatsbeschluss und unter dem Applaus der Gäste die Ehrenmedaille der Gemeinde Siegsdorf und die dazugehörige Urkunde.

Bei einem ausgezeichneten Essen des engagierten Festsaal-Teams um Andi Hochreiter und bester Unterhaltung der »Salon-Boarischen« entwickelten sich gute Gespräche in gemütlicher Atmosphäre, denen Bürgermeister Thomas Kamm mit der Ehrung und seiner obligatorischen Ansprache neue Themen beisteuern konnte.

»Sie alle stehen für das Miteinander«

»Sie alle, jeder von Ihnen, stehen für das Miteinander in unserer Dorfgemeinschaft«, begrüßte Bürgermeister Thomas Kamm die Gäste und betonte: »Die großen gesellschaftlichen Herausforderungen – demographischer Wandel, Integrationskraft, Populismus und vieles mehr – können nur mit Menschen, die vorangehen, die andere begeistern und mitnehmen können, also Persönlichkeiten wie Sie alle, gemeistert werden«.

Als Beispiel des funktionierenden Zusammenhalts gab Kamm einen kurzen Überblick in die umfangreichen Aktivitäten zur Bewältigung der Schneekatastrophe und hob dabei besonders die Arbeit der gemeindlichen und privaten Räumdienste hervor, die Hervorragendes geleistet hatten und dabei nicht nur einmal an ihre Leistungsgrenze gekommen waren. Sein Lob galt allen Einsatzkräften auf den Straßen und Dächern, in der Einsatzzentrale im Feuerwehrhaus und allen Helfern, die in vielfältigsten Aufgaben mitgeholfen haben. Er lobte aber auch das breite Verständnis in der Bevölkerung und freute sich darüber, dass die Gemeinde und ihre Wehren auch für solche Extremereignisse gut aufgestellt sind und bester Zusammenhalt untereinander besteht.

»Leben kann man nur vorwärts, das Leben verstehen nur rückwärts«, zitierte Kamm einen dänischen Philosophen zu Beginn seines Streifzugs über die Globalisierung und die damit verbundene besondere Verantwortung der Kommunen. »Angesichts seiner beeindruckenden Gedanken zu Energiewende, Klimaveränderungen und die damit verbundenen Verteilungskämpfe um sauberes Wasser, saubere Energie und Rohstoffe sowie die vielen Millionen Menschen, die weltweit, warum auch immer, auf der Flucht sind, stellte sich die Frage: Wie wollen und können wir, unsere Kinder und Enkel morgen leben, ist unsere heutige Art zu leben noch zukunftsfähig«?

Bürger sollen sich weiter einsetzen

»Die Gemeinden müssen diese globalen Herausforderungen annehmen und im lokalen Handeln darauf Antworten finden«, stellte Kamm in den Raum und hob dabei besonders die Förderung der gesellschaftlichen Kräfte und Entwicklungen zur Stabilität der Gesellschaft hervor. Gerade für die Stärkung der Vereine und des kulturellen Lebens kommt den Gemeinden dabei eine besondere Bedeutung zu, um das vermehrte Bedürfnis der Menschen nach Beheimatung und Verwurzelung zu unterstützen. »Ich bin dankbar für einen verantwortungsbewussten, weitsichtigen Gemeinderat, aber besonders auch auf die Arbeit von Ihnen allen hier im Saal und möchte Sie bitten, sich wie bisher in Ihren Bereichen einzusetzen und ihr Feuer weiterzugeben.«

Bei erstklassiger Unterhaltung der »Salon-Boarischen« um Hermann Huber und angenehmem Service konnten sich die Ehrenamtlichen noch lange in gemütlichem Rahmen austauschen. FK