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Ehrennadel für Dr. Michael Elsen

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Dr. Michael Elsen (links) erhielt von Professor Dr. Manfred Treml die Ehrennadel des Verbands bayerischer Geschichtsvereine für sein herausragendes Engagement über Jahrzehnte im Verein der Freunde der Burg Stein. (Foto: P. Mix)

Traunreut – Für den Vorsitzenden des Vereins Freunde der Burg Stein, Dr. Michael Elsen, gab es bei der Jahreshauptversammlung eine angenehme Überraschung. Aus den Händen von Professor Dr. Manfred Treml erhielt er die Ehrennadel des Verbands bayerischer Geschichtsvereine.


Treml erläuterte, dass die Ehrennadel an Menschen geht, die sich über längere Zeit herausragend in einnem Verein engagieren. Dr. Elsen sei »ein Musterexemplar ehrenamtlichen Einsatzes, gekennzeichnet von enormer Tatkraft und Kompetenz, ein gebildeter Wirtschaftsbürger«. Für sein langjähriges Wirken bei den Burgfreunden, da vor allem im Vorstand und federführend bei den vielfältigen Sanierungen der Burganlage, habe er die Ehrung mehr als verdient: »Ohne ihn wäre das ortsbestimmende Ensemble der Burg Stein heute nicht das, was es ist«, so der Professor.

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Dr. Elsen ist seit 1980 im Vorstand der Burgfreunde engagiert und seit 2002 Vorsitzender. Der Geehrte hob hervor, dass er die Auszeichnung nicht für sich allein annehme sondern für den gesamten Verein. »Ohne die Mitarbeit vieler wäre ich als Vorsitzender machtlos.«

Laut seinem Bericht über das vergangene Vereinsjahr gehören den Burgfreunden Stein aktuell 403 Mitglieder an, 17 wurden neu aufgenommen, sieben verstarben und sieben traten aus. Auf der Baustelle am Hochschloss, die seit September 2016 ruht, geht es bald weiter; im April sollen die Arbeiten beginnen.

Wie der Vorsitzende bereits in der Herbstversammlung ausführte, sind die Erneuerung des Gewölbes und des Fußbodens im Küchenraum im zweiten Stock geplant, die Wiederherstellung der Bodengleichheit durch einen Holzfußboden im gesamten Stockwerk, der Einzug eines Holzbodens im vorhandenen Plumpsklosett, das Anbringen einer Türe sowie eines Geländers als Absturzsicherung und eines Handlaufes vom Erdgeschoß bis ins zweite Stockwerk.

Die komplette Maßnahme wird auf 80 000 Euro ohne Eigenleistung des Vereins geschätzt. Das Landesamt für Denkmalschutz sieht allerdings nur 60 000 Euro »denkmalbedingte« Ausgaben. Zuschüsse werden daher nur für diese Summe gewährt. Von der Stadt Traunreut und dem Landratsamt Traunstein wurden bereits je zehn Prozent, sprich 6000 Euro, zugesagt, die Schlossbrauerei Stein beteiligt sich mit 20 000 Euro. Die Fördergelder des Amts für Denkmalschutz und des Bezirks Oberbayern werden erst in den nächsten Wochen beschlossen werden, den Rest wird der Verein selber stemmen müssen.

Laut Kassenbericht von Robert Blobner steht der Verein jedoch finanziell sehr gut da. Im vergangenen Jahr verblieb ein Überschuss von 6184 Euro in der Kasse. Allein die 5549 Besuchern der Steiner Felsenburg zahlten Eintrittsgelder in Höhe von 7837 Euro; die Mitgliedsbeiträge belaufen sich auf 4229 Euro. Da im vergangenen Jahr die Bauarbeiten pausierten, fielen die Ausgaben moderat aus.

Zweiter Bürgermeister Hans-Peter Dangschat gratulierte Dr. Elsen zur Ehrung und dankte dem ganzen Verein für seine Arbeit zum Erhalt der Burg: »Die Steiner Burg ist ein Aushängeschild für die Stadt, ist kulturelles Erbe und markantes Wahrzeichen in einem.«

Die Burgfreunde feiern heuer am 28. Juli das vereinsinterne Burgfest, am 21. Oktober ist der jährliche Klausentag. Außerdem veranstaltet der Verein Heimathaus Traunreut einen Ausflug nach Ettal zur bayerischen Landessausstellung »Mythos in Bayern« am 8. September. Vorsitzender Dr. Michael Elsen gab noch bekannt, dass sich Sebastian Ziegler, Leiter von Schule und Internat Schloss Stein, bereit erklärt hat, nach seinem Ausscheiden den Vereinsvorsitz zu übernehmen. Ein Termin dafür stehe noch nicht fest. Dr. Elsen will zuerst noch die Arbeiten am Hochschloss zu Ende führen.

Bei der Jahreshauptversammlung hielt Zolloberamtsrat a. D. Albin Kühnel einen lebhaften und informativen Vortrag zum Thema »Von Zöllnern, Schmugglern und grünen Bohnen. Der Kaffeeschmuggel zwischen Salzburg und Bayern nach dem Zweiten Weltkrieg«. In der unmittelbaren Nachkriegszeit galt der salzburgisch-bayerische Grenzraum zwischen Großgmain und Burghausen als eines der schmuggelträchtigsten Gebiete in Westdeutschland. Neben Zigaretten war vor allem der Rohkaffee ein begehrtes Schmuggelgut, da in den westdeutschen Zonen nach dem Krieg hohe Zölle und Kaffeesteuern erhoben wurden. mix