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Ehrenpreis für Alain Delon auf dem Filmfestival Locarno

Locarno (dpa) - Filmstar Alain Delon (76) ist auf dem 65. Internationalen Filmfestival von Locarno mit einem «Lifetime Achievement Award» für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden.

Alain Delon
Alain Delon wurde in Locarno für sein Lebenswerk geehrt. Foto: Urs Flüeler Foto: dpa

Der Star des französischen Kinos nahm die Ehrung unter dem Beifall und Jubel von mehr als 8000 Festivalbesuchern auf der malerischen Piazza Grande am Schweizer Ufer des Lago Maggiore mit sichtlicher Rührung entgegen.

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Delon war in den 1960er Jahren durch Welterfolge wie «Rocco und seine Brüder» und «Der eiskalte Engel» berühmt geworden. Er scherzte: «Solche Preise kriegt man immer, wenn man schon mit einem Bein im Grab steht. Aber ich verspreche, dass ich noch nicht so schnell sterbe. Schon allein, weil es noch ein paar Leute gibt, die ich noch ein wenig ärgern möchte.» Am Rande der Zeremonie verriet er sein Erfolgsgeheimnis: «Es ist simpel: Als ich anfing, haben mich die guten Regisseure ausgewählt. Später mit mehr Erfahrung habe ich mir dann die guten Regisseure ausgesucht.»

Das deutsche Kino errang mit der internationalen Premiere des Dramas «Lore» bei einer Freiluftaufführung auf der Piazza Grande einen großen Publikumserfolg. Die von der australischen Regisseurin Cate Shortland inszenierte deutsch-australisch-englische Koproduktion läuft in Locarno außerhalb des Wettbewerbs unter deutscher Flagge.

In intensiven Bildern schildert das bewegende Drama das Schicksal von fünf elternlosen Geschwistern, die am Ende des Zweiten Weltkriegs eine Odyssee durch Deutschland erleiden. Sie laufen vom Schwarzwald aus rund 900 Kilometer quer durch das Land, um Zuflucht bei der Großmutter an der Nordseeküste zu finden. Dabei kommen zu den körperlichen auch viele psychische Probleme.

Die konsequent aus der Sicht der Hauptfiguren erzählte Geschichte um das Chaos in den Köpfen der von den Nazis verführten Kinder und Jugendlichen fesselte das Publikum von der ersten bis zur letzten Szene. Trotz des einsetzenden starken Regens blieben mehr als 6000 Zuschauer bis zum Ende des Films und spendeten kräftigen Beifall.

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