Eichenprozessionsspinner: Hautausschläge und Asthmaanfälle sind möglich

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Der Eichenprozessionsspinner kann dem Menschen gefährlich werden. Seine kurzen Gifthaare können beim Menschen zu Hautausschlägen und Asthmaanfällen führen. Foto: dpa

Der Eichenprozessionsspinner, der durch die giftigen Haare der Raupe auch dem Menschen gefährlich werden kann, breitet sich seit Jahren in Bayern aus. Mittlerweile ist er auch im Landkreis Traunstein nachweisbar. »Eigentlich ist er ein ungefährlicher nachtaktiver Schmetterling, die Raupe jedoch besitzt Brennhaare, die zu starken allergischen Reaktionen bei Mensch und Tier führen können«, sagt Markus Breier, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege beim Landratsamt Traunstein. Er rät zur Vorsicht. 


»Die Weibchen dieses Nachtfalters legen bis zu 200 Eier in die Kronen von Eichen. Die Raupen überwintern im Ei, schlüpfen dann Mitte April und häuten sich mehrfach. Ab dem dritten Larvenstadium tragen sie dann die kurzen Gifthaare, die auf der Haut und an den Schleimhäuten Beschwerden von heftig juckenden Hautausschlägen bis zu Asthmaanfällen auslösen können«, so Breier zu den ersten Evolutionsschritten des Eichenprozessionsspinners. Die älteren Raupen bilden seinen Angaben zufolge locker gewebte Nester mit bis zu 1000 Tieren an den Stämmen und in Astgabelungen von Eichen. »Die Raupen verlassen diese Schlafnester zu ihren Fressplätzen, wobei sie Prozessionen in Form von breiten Bändern bilden.«

Daher könne nicht nur der direkte Kontakt mit der Raupe des Eichenprozessionsspinners gesundheitsgefährdend sein. »Die Gespinstnester mit den Brennhärchen können mehrere Jahre am Baum hängen bleiben und auch das Nesselgift ist länger wirksam. So können entsprechende Reaktionen auch außerhalb der Raupenperiode auftreten«, erläutert Markus Breier.

Als Vorsichtsmaßnahmen empfiehlt er, befallene Bäume zu meiden, Raupen und Gespinste nicht zu berühren, nach Kontakt mit Raupenhaaren die Kleider zu wechseln, zu duschen und die Haare zu reinigen und kontaminierte Kleidung bei mindestens 60 Grad zu waschen. Außerdem sollten generell empfindliche Hautbereiche – zum Beispiel Nacken, Hals und Unterarme – durch Kleidung schützen geschützt werden. Und auf Holzernte- oder Pflegemaßnahmen sollte man verzichten, solange Raupennester des Eichenprozessionsspinners erkennbar sind. Im Falle von Beschwerden sei ein Arzt aufzusuchen.

»Bei einem Befall ist also Vorsicht geboten, eine Bekämpfung sollte nur von Fachleuten durchgeführt werden«, so Breier. Der Eichenprozessionsspinner könne in allen Eichen-Arten in Bayern vorkommen, also der Stiel- und Traubeneiche und der amerikanischen Roteiche. »Es bleibt nur die regelmäßige Kontrolle der Eichen auf Fraßspuren besonders in den Monaten Mai und Juni sowie die Kontrolle auf vorhandene Nester«, so Kreisfachberater Breier.

Auch von Fällaktionen oder Rückschnitten von befallenen Bäumen rät Kreisfachberater Breier ab. Bei einmaligem Kahlfraß trage die Eiche keinen Schaden davon, nur bei regelmäßigem Kahlfraß leide der Baum. »Die Eiche ist eine heimische Baumart, die vielfältige positive Eigenschaften hat und auch längere Trockenperioden verhältnismäßig gut verkraften kann.«

Grundstückseigentümer mit Eichenbestand, die einen Befall vermuten, erhalten Beratung vom Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege telefonisch unter 0861/58-385 oder per E-Mail an markus.breier@traunstein.bayern. fb