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Eigentor von ter Stegen verlängert Gladbacher Serie

Braunschweig (dpa) - Marc-André ter Stegen war nach dem 1:1 seiner Borussia aus Mönchengladbach beim Bundesliga-Schlusslicht Eintracht Braunschweig der einsamste Mensch auf dem Platz.

Eintracht Braunschweig - Borussia Mönchengladbach
Gladbach-Torwart Marc-Andre ter Stegen (r) leistete sich einen folgenschweren Fehler beim 1:1 gegen Braunschweig. Foto: Peter Steffen Foto: dpa

Mit hängenden Schultern schlich der Borussen-Torhüter alleine über das Feld und wurde zunächst nur zaghaft von Braunschweigs Ersatztorhüter Marjan Petkovic und einige Schritte später vom eigenen Stellvertreter Christopher Heimeroth getröstet. Von seinem eigenen Kapitän Filip Daems dagegen musste sich ter Stegen Vorwürfe gefallen lassen.

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«Die Emotionen sind da, die große Enttäuschung ist da. Da kann so etwas passieren», rechtfertigte Gladbach-Coach Lucien Favre das Scharmützel der beiden. Seinen Torhüter nach dessen kuriosem Eigentor (52. Minute) aber nahm Favre ausdrücklich in Schutz. «Es sind alle zusammen schuld», befand Favre nach dem erneut verschenkten Sieg.

Zum dritten Mal hintereinander gingen die Borussen trotz Führung nicht als Sieger vom Feld, zum achten Mal in Serie blieben sie sieglos. Schuld daran war der Patzer ter Stegens, der wie eine Dublette seinem Eigentor im Nationaltrikot beim 3:4 im vergangenen Sommer in den USA glich. Eine Rückgabe von Daems ließ der 21-Jährige unter dem Gejohle der meisten der 23 200 Zuschauer über den Spann rutschen und über die Linie kullern. «Viele im Stadion haben da so wie ich ungläubig gestaunt», sagte selbst Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht, dem so der 16. Saisonpunkt beschert wurde.

Kurioserweise resultierte auch die Gladbacher Führung aus einem Eigentor von Braunschweigs Keeper Daniel Davari (24.). Bei einer Ecke der Gäste irritierte Mirko Boland seinen eigenen Torhüter, der den Ball ins eigene Netz bugsierte. «Der Ball ging da irgendwie durch», berichtete Davari, der nach diesem Missgeschick noch einige Male bravourös hielt. Vor allem gegen Branimir Hrgota (43./58.).

Ter Stegen aber war der größere Pechvogel, da sein Patzer ungleich spektakulärer war. Reden wollte der Torhüter nach dem Spiel erstmal nicht. «Er sitzt in der Kabine wie ein Häufchen Elend», berichtete Gladbachs Manager Max Eberl: «Es ist passiert. Es ist zum Kotzen und es ist scheiße, aber er kommt da wieder raus.»

Negative Folgen für ter Stegens Karriere in der Nationalmannschaft befürchtet Eberl ebenfalls nicht. «Das wäre zu weit hergeholt. Wir dürfen nicht vergessen, dass er bislang eine überragende Saison spielt», sagte Eberl über seinen Keeper, der vor einem Wechsel zum FC Barcelona steht, der aber nicht für den Nationalmannschaftskader für das Testspiel in der kommenden Woche gegen Chile berufen wurde.

Bis zum Eigentor und auch danach hatte ter Stegen noch stark gehalten, etwa bei Jan Hochscheidts Schlenzer in der 37. Minute. «Ich muss Marc gratulieren. So ein Tor zu kassieren und danach noch so hervorragend zu halten, das macht nicht jeder. Er hat danach noch fantastisch gehalten», meinte daher auch Favre, dessen Team nach dem erneuten Rückschlag zunächst aus den internationalen Plätzen fiel.

Braunschweig bleibt weiterhin Letzter, feierte den Punktgewinn aber als Mutmacher für die restlichen Spiele. «Wir sollten einen langen Atem bewahren», sagte Trainer Lieberknecht.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 41,8 - 58,2

Torschüsse: 20 - 12

gew. Zweikämpfe in %: 52,9 - 47,1

Fouls: 12 - 14

Ecken: 9 - 5

Quelle: optasports.com