weather-image
23°

»Ein Abschied, der kein richtiger ist«

4.0
4.0
Bildtext einblenden
»Jedem Abschied wohnt ein neuer Anfang inne«: Dekan Dr. Thomas Frauenlob (r.) freut sich auf den neuen Landkreis-Jugendseelsorger Bernhard Hennecke. (Foto: Pfnür)

Marktschellenberg – Diakon Bernhard Hennecke, der fünf Jahre lang in der Pfarrei St. Andreas Berchtesgaden, seit 2012 auch in der Pfarrei Heilige Familie Au und schwerpunktmäßig in St. Nikolaus Marktschellenberg als Seelsorger gewirkt hat, wurde am Sonntag im Rahmen des abendlichen Meditationsgottesdienstes in der Pfarrkirche St. Andreas von Pfarrer Dr. Thomas Frauenlob offiziell verabschiedet.


Vorausgegangen war am Vormittag die Verabschiedung von den Marktschellenbergern (der »Berchtesgadener Anzeiger« berichtete), denen er, wenn schon nicht als Diakon, wenigstens als Bürger und Grundsteuerzahler erhalten bleiben wird. Den Reigen der Verabschiedungen wird die Pfarrei Au am Sonntag im Rahmen einer Wortgottesfeier beschließen. Am 1. September wird Hennecke seine neue Stelle als Jugendseelsorger bei der Katholischen Jugendstelle im Landkreis Berchtesgadener Land antreten.

Anzeige

Zufällig traf es sich, dass die Verabschiedung in einem Meditationsgottesdienst erfolgte, für den das Vorbereitungsteam den heiligen Christophorus als Thema ausgesucht hatte. Diakon Bernhard Hennecke ging in seiner Predigt auf die Legende ein, wonach Christophorus den mächtigsten aller Könige gesucht und schließlich in Christus gefunden habe, den er in Gestalt eines Kindes über einen reißenden Fluss getragen hat. Mit den aus dieser Legende abgeleiteten Begriffen »suchen«, »dienen« und »tragen« umriss Hennecke seine fünfjährige Tätigkeit in Berchtesgaden.

Pfarrer Dr. Thomas Frauenlob dankte am Ende des Gottesdienstes dem scheidenden Diakon und überreichte ihm ein Präsent. Er hob dessen große Verdienste, insbesondere in der Ministrantenarbeit und der Firmvorbereitung, hervor. In Marktschellenberg sei er Ansprechpartner der Seelsorge und stellvertretender Kirchenverwaltungsvorstand gewesen. Die Verwaltung und Betreuung des dortigen Pfarrkindergartens, der in dieser Zeit durch eine Krippen- und Hortgruppe erweitert wurde, habe in seinen Händen gelegen. Auch vergaß er nicht zu erwähnen, dass er selbst zu Beginn seines Pfarrerdaseins in Berchtesgaden sehr von der Erfahrung und den Hintergrundinformationen Henneckes profitiert habe.

Dennoch sah er die anstehende Veränderung mit einem weinenden und einem lachenden Auge: »Der Abschied ist eigentlich gar kein richtiger Abschied. In gewisser Weise bleibt er uns ja erhalten. Als Pfarrverbandsleiter beklage ich, dass dem künftigen Pfarrverband ein guter Seelsorger verloren geht, als Dekan freue ich mich, dass das Dekanat einen so engagierten Jugendseelsorger erhält.« Auch Pfarrgemeinderatsvorsitzender Tobias Vogl und Pfarrverbandssprecher Michael Koller bedankten sich bei Hennecke in weiteren Wortbeiträgen.

Nachdem die Rhythmusgruppe unter Leitung von Andrea Reichenwallner, die den Gottesdienst musikalisch umrahmt hatte, dem scheidenden Diakon ein Abschiedslied gesungen hatte, konnten sich die Kirchenbesucher am Ausgang persönlich von Hennecke verabschieden.

Bernhard Hennecke ist gebürtiger Schönauer und wohnt in Marktschellenberg. Der 50-Jährige ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Nach seinem Studium der Religionspädagogik in München war er zunächst zwei Jahre im Pfarrverband Maisach, anschließend zehn Jahre lang als Gemeindereferent im Pfarrverband Tittmoning eingesetzt. Im Jahr 2002 wurde er von Friedrich Kardinal Wetter zum Diakon geweiht. Nach weiteren acht Jahren in Tittmoning wechselte er 2010 nach Berchtesgaden. Die im Pfarrverband Tittmoning gemachten Erfahrungen kamen ihm bei der Vorbereitung der hiesigen Pfarrverbandsgründung zugute. Hennecke, dem kirchliche Jugendarbeit schon immer ein großes Anliegen war, besetzt ab 1. September die lange Zeit verwaiste Stelle des Jugendseelsorgers in der Katholischen Jugendstelle im Landkreis Berchtesgadener Land. Dort wird seine Aufgabe unter anderem sein, Jugendliche zu unterstützen und zu beraten, die in der kirchlichen Jugendarbeit tätig sind. Es gilt, Veranstaltungen für Ministranten, Gruppenleiter und Jugendliche zu organisieren. Nicht zuletzt wird er für die Beratung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in ihrer Lebenssituation zur Verfügung stehen. Andreas Pfnür