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Ein Alpinum mit Bach und Kneippanlage für Unterstein

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Alpinum für Unterstein in Schönau am Königssee
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Das Untersteiner Rathaus (r.) ist bereits fertig saniert, doch im Umfeld wird noch fleißig gebaut. Hier entsteht in den nächsten Monaten ein Multifunktionsplatz und ein sogenanntes Alpinum. (Foto: Kastner)

Schönau am Königssee – Wenn der GTEV D'Funtenseer am Wochenende vom 30. August bis zum 1. September sein 100-jähriges Bestehen feiert, dann wird der neue Multifunktionsplatz inklusive Alpinum beim frisch sanierten Untersteiner Rathaus erstmals im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen. Das war am Mittwochabend dem Bericht von Bürgermeister Hannes Rasp zu entnehmen, den er im Rahmen der Bürgerversammlung im Gasthof »Unterstein« gab. In der anschließenden Diskussionsrunde (siehe eigener Bericht) gab es nur wenige Wortmeldungen.


Rasp fasste in seinem Vortrag die wichtigsten Ereignisse des abgelaufenen Jahres noch einmal zusammen. Dazu gehörten die Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen der Gemeinde Schönau am Königssee, die Gesundheitsaktion »Fit durch unser Gmoa« unter der leitung von Dr. Caren Lagler mit rund 150 Teilnehmern und die Ausrufung des Katastrophenfalls. Letztere hält Hannes Rasp zwar für richtig, der Bürgermeister stellte aber gleich klar: »Für mich war es keine Katastrophe, sondern einfach nur ein richtiger Winter«, den sowohl die Jennerbahn mit durchgehendem Fahrbetrieb als auch der gemeindliche Winterdienst bestens gemeistert hätten.

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Das Rathaus ist jetzt barrierefrei

Das größte Projekt im letzten Jahr war wohl der barrierefreie Umbau des Rathauses für insgesamt rund 2,4 Millionen Euro. Einige Fahrten nach München waren notwendig, bis man die erhoffte Förderung in Höhe von 50 Prozent bekommen hat. Im umgebauten und modernisierten Rathaus kann man jetzt in einem eigenen Trauungszimmer auch heiraten, bislang fanden dort 13 Trauungen statt.

Am 1. April dieses Jahres erfolgte der Baubeginn für den sogenannten Multifunktionsplatz und das Alpinum auf der Nordseite des Rathauses. Entstehen wird hier einerseits ein hochwertig gestalteter Parkplatz, der auch für Veranstaltungen genutzt werden kann und teilweise abtrennbar ist. Daneben wird aktuell an einer Anlage gebaut, die die Landschaft im Gebirge widerspiegeln soll. Dazu gehört eine naturnahe Kneippanlage, die in einen Bachlauf mündet. Auch ein weiteres Krieger- und Friedensdenkmal für Feierlichkeiten wird es hier geben.

Viel Lob gab es für die Beschäftigten der Kindertagesstätte. Hier besteht die Betriebserlaubnis für 40 Kinderkrippenplätze, 170 Kindergartenplätze und 60 Hortplätze. Aufgrund eines Anbaues im Jahr 2016 kann man in der Gemeinde allen Kindern einen Platz bieten. »Man muss aber dazu sagen, dass wir erfreulicherweise schon wieder sehr voll sind«, sagte Rasp. Immerhin sind die Geburten seit 2014 von damals 39 wieder auf 54 pro Jahr gestiegen.

Aktuell läuft laut Bürgermeister die Sanierung der Sportanlagen Schneewinkl (siehe eigener Bericht in dieser Ausgabe). Während das »Haus der Athleten« am Dürreck vom CJD bereits in Betrieb genommen wurde, steht der 2,3 Millionen Euro teure Bau des neuen Feuerwehrhauses Königssee noch bevor. Es soll direkt neben dem aktuellen Standort auf gemeindeeigenem Grund gebaut werden. Hannes Rasp hofft, dass der Baubeginn bereits im September sein wird, die Fertigstellung könnte dann im Sommer 2020 erfolgen.

Gemeinde schafft bezahlbaren Wohnraum

Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, hat die Gemeinde das sogenannte »Hillighaus« am Danklweg für eine knappe Million Euro erworben. Die Verwaltung des Gebäudes mit acht Wohneinheiten hat man auf das Wohnbauwerk übertragen. Der Kauf war laut Bürgermeister aus dem laufenden Haushalt ohne Kreditaufnahme erfolgt.

Beim Hotelprojekt am Königssee ist es laut Bürgermeister das Ziel, das Bebauungsplanverfahren noch im Herbst abzuschließen. Bereits als Satzung beschlossen ist dagegen der Bebauungsplan Almdorf Vorderbrand, ebenso der Bebauungsplan Zechmeisterlehen. Dort ist nun der Bau eines Personalhauses möglich.

Als ein wichtiges Thema bezeichnete Hannes Rasp den Erlass einer Satzung nach Paragraf 22 Baugesetzbuch zur Verhinderung von Zweitwohnungen. Der Bürgermeister zeigte sich nicht mit der von ihm gelesenen Formulierung einverstanden, dass hier der Markt Berchtesgaden die Vorreiterrolle übernommen habe. Der Markt habe die Satzung in diesem März beschlossen, die Gemeinde Schönau am Königssee habe eine ähnliche Satzung bereits im letzten Jahr in Kraft gesetzt. »Unsere Satzung ist erheblich strenger und erschwert es erheblich mehr, Zweitwohnungen zu gründen als die unserer Nachbargemeinde.«

Die Schornbadöffnung kündigte Bürgermeister Rasp heuer für 11. Mai an. Neu sind die Verbundkarten, die für alle drei Bäder im Talkessel gelten. Abgeschlossen ist bereits der Ausbau der Jennerbahnstraße. Hier sind unter anderem Leerrohre so verlegt, dass Glasfaser bis in die Häuser verlegt werden kann. Die Kosten von 2,1 Millionen Euro wurden mit 900 000 Euro gefördert.

Pfingsten öffnet die obere Jennerbahn-Sektion

Als einen Meilenstein in der jüngeren Geschichte der Gemeinde bezeichnete Hannes Rasp die Eröffnung der unteren Jennerbahn-Sektion. »Besonders gefreut hat mich, dass im Sommer fast jeden Tag Rollstuhlfahrer die Bahn benutzt haben«, sagte Rasp. Die Eröffnung der oberen Sektion soll nun am Pfingstwochenende erfolgen, obwohl die Außenanlagen dann noch nicht ganz fertig sein werden. »Wegen unterschiedlicher Meinungen« hat man sich laut Rasp vom bisherigen BBAG-Vorstand getrennt, Hannes Rasp übernahm daraufhin erneut das Amt. »Allerdings nur vorübergehend«, betonte der Bürgermeister. Der Aufsichtsrat werde in Kürze über die Bestellung eines neuen Vorstands entscheiden.

Die Zuhörer erfuhren schließlich, dass der Pachtvertrag mit der Familie Lichtmannegger für das Gasthaus »Unterstein« am 31. Oktober endet. Nach einer Renovierungsphase wird dann unter der Leitung der neuen Pächter Andreas und Daniela Golser-Schmitzer wieder eröffnet. Das aus Salzburg stammende neue Pächterpaar stellte sich den Zuhörern schließlich kurz vor.

Über die seit 1. April neu organisierte Abfallbeseitigung, die nun in den Händen des Landkreises liegt, berichtete anschließend Steffi Walch. »Nachdem es zunächst etwas drunter und drüber gegangen ist, spielt es sich langsam ein«, so die Verwaltungsmitarbeiterin. Sie teilte unter anderem mit, dass es im Rathaus Windelsäcke und Restmüllsäcke zu kaufen gibt, falls die Tonnengröße nicht ausreicht. Außerdem stehen Vermieter ab sofort wieder zusätzliche Restabfalltonnen, früher Saisontonnen genannt, zur Verfügung. Sie müssen mindestens fünf Monate im Jahr genutzt werden.

»Schaut's aufeinander«

Vor sogenannten »Enkeltrick«-Betrügern warnte schließlich Willi Handke, Chef der Polizeiinspektion Berchtesgaden. Er zeigte zu dem Thema auch zwei Videos. Die Kriminalität im abgelaufenen Jahr ist nach seinen Worten in der Gemeinde leicht gestiegen, »aber alles im normalen Rahmen«. Zurückgegangen ist dagegen die Zahl der Verkehrsunfälle. Waren es im Jahr davor noch 156 Unfälle, so registrierte die Polizei im abgelaufenen Jahr noch 145 Unfälle. Unfallursache war in erster Linie überhöhte Geschwindigkeit. Handkes Appell an die Gemeindebürger: »Schaut's aufeinander im positiven Sinn. Die Kultur des Wegschauens sollten wir bei uns erst gar nicht einreißen lassen.« Ulli Kastner