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Anita Kirmair, Kadry Daffeh, Andrea Daffeh, Monika Dankl und Saikou Daffeh (von links) sind mit dem Eselkarren auf dem Weg zum Erdnussfeld.

Ein Auto für Baddibu Gunjur – Andrea Daffeh vom Verein »Smiling Coast« erzählt von ihren Erlebnissen

Waging am See – »Es ist schon eine ganz andere Welt, dort unten in Gambia. Die Menschen haben so gut wie nichts, sobald jedoch irgendjemand aus der Familie krank wird, werden alle noch so kleinen Ersparnisse ohne zu zögern dafür aufgebraucht, diesem Menschen zu helfen«, erzählt Andrea Daffeh.


Die Vorsitzende des Vereins »Smiling Coast« war mit ihrem Mann Abass in dessen Heimatort Baddibu Gunjur. Mit im »Gepäck« hatte sie dieses Mal auch ihren kleinen Sohn Kadry, sowie zweite Vereinsvorsitzende Isabell Jammeh-Bauer, deren Mann Sol und ihre Mutter Brigitte Bauer. Und auch ihre Freundinnen Anita Kirmair und Monika Dankl waren mit von der Partie. Alle natürlich auf eigene Kosten. Nun hat die Ottingerin mit dem Traunsteiner Tagblatt über ihre Erlebnisse in Gambia und die Arbeit im Rahmen ihres Hilfsprojekts gesprochen.

»Dieses Jahr waren wir im Herbst einige Wochen in Gambia und hatten natürlich auch wieder ganz besondere Geschenke und Spenden für die Bewohner des Dorfs Baddibu Gunjur dabei«, erzählt Andrea Daffeh. Die Menschen hätten nicht schlecht gestaunt und sich wahnsinnig gefreut, als die Familie neben Fahrrädern, Bällen, Kleidung, Medikamenten, Lebensmitteln und Süßigkeiten, auf einmal mit einem Ford Galaxy vor ihnen stand, der nun der Dorfgemeinschaft gehören soll. »Ein Freund von meinem Papa hat uns den geschenkt. Er, mein Papa und seine Kartenspiel-Spezln haben sogar noch zusammengelegt und einen Teil vom Autotransport von Deutschland nach Gambia bezahlt«, freut sich die 36-Jährige.

Hyänen folgen dem Blut

Das Auto soll nun in Baddibu Gunjur überwiegend für Krankentransporte genutzt werden. Aktuell sei es nämlich so, dass Schwerkranke, Unfallopfer oder Schwangere, bei denen es Probleme bei der Geburt gibt, mit einer Pferdekutsche ins nächste Krankenhaus nach Kerewan gefahren werden müssen, berichtet sie. »Zum einen dauert das natürlich sehr lang, weil das Krankenhaus acht Kilometer weit weg ist. Zum anderen werden durch das Blut Wildtiere wie Wölfe oder Hyänen angelockt.« Andrea Daffeh erzählt, dass deshalb neben und auf der Kutsche immer zusätzlich einige Männer mit dabei sein müssten, die diese Angreifer abwehren. »In dem Auto, das wir jetzt runter geschickt haben, ist eine Matratze, sodass der Verletzte gegebenenfalls liegend ins Krankenhaus transportiert werden kann. Und das geht mit dem Auto ab sofort sicher und ruck zuck.«

Andrea Daffeh bedankt sich deshalb herzlich beim Autospender Wolfgang Parzinger und seinen Kartenspielfreunden Hermann Siglbauer, Alois Mühlbacher, Ralf Klammer, Manfred Perschl und Wolfgang Parzinger. Die See-Apotheke in Waging habe einen voll ausgestatteten Erste-Hilfe-Rucksack für das Auto gespendet und durch Geldspenden könne der Verein derzeit auch 75 Kindern ermöglichen, zur Schule zu gehen, freut sich die Ottingerin.

Einem kleinen Mädchen konnte die Daffeh-Familie auf ihrer Reise vor Ort helfen. Sie bemerkten eines Nachmittags die kleine Sallymata. Die Zweieinhalbjährige hatte offensichtlich Probleme mit ihren Augen. »Wir haben ihren Papa angesprochen und ihm angeboten, dass wir mit ihr in die Augenklinik fahren könnten, um das untersuchen zu lassen, was dieser sehr gerne annahm.« Kinder in dieser Gegend hätten des Öfteren schwere Augenprobleme, sagt Andrea Daffeh. Das komme vom feinen Sandstaub, dem die Kinder stets ausgesetzt seien. »Sie reiben ihn sich beim Spielen unabsichtlich in die Augen und diese entzünden sich dann schwer.« Ein großes Problem sei es dann, wenn die Eltern zu spät zum Arzt gehen würden. Dann sei das Auge manchmal derart geschädigt, dass man es nicht mehr »reparieren« könne. Die kleine Sallymata hatte jedoch Glück: »Wir waren früh genug dran und die Medikamente schlagen bereits an. Sie wird also wieder ganz gesund«, sagt Daffeh glücklich.

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Sallymata und ihr Papa Adama freuen sich, dass die Augenmedikamente bereits ihre Wirkung zeigen. Der Verein »Smiling Cost« hatte spontan geholfen.

Hilfe, die zu 100 Prozent ankommt

Damit »Smiling Coast« auch weiterhin die Menschen aus Baddibu Gunjur unterstützen kann, ist der Verein auf Spenden angewiesen. Wer gerne mit einem Geldbetrag helfen möchte, für den ist bei der Sparkasse Waging ein Spendenkonto eingerichtet mit der IBAN:DE59 7105 2050 0040 5691 88. »Wir sind um jeden Cent dankbar und ich garantiere, dass die Spenden zu 100 Prozent auch da ankommen, wo sie dringend gebraucht werden«, versichert Andrea Daffeh. Alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich und sämtliche Auslagen, wie zum Beispiel das Drucken von Flyern oder die Reisen nach Gambia, um dort nach dem Rechten zu sehen, werden von den Mitgliedern selbst getragen.

Ramona Oswald