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Ein Bieber als Engel

München (dpa) - Mit riesigen silbernen Flügeln auf dem Rücken und einer dunklen Pilotenbrille schwebt Justin Bieber auf die Bühne der Münchner Olympiahalle. Begleitet wird die Inszenierung zum Start seiner «Believe»-Tour in Deutschland von einem Feuerwerk.

Justin Bieber
Justin Bieber schwebt herab. Foto: Tobias Hase Foto: dpa

Bieber trägt einen weißen Anzug und goldglitzernde Handschuhe. Der 19-Jährige gibt sich mit tief sitzender Hose und Muskelshirt betont lässig. Ein Lächeln kommt dem Sänger während des Konzerts am Donnerstagabend nur selten über die Lippen.

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Nach einem Gitarrensolo klatscht er per Faust mit dem Gitarristen ab, während seiner Songs greift er sich immer wieder à la Michael Jackson in den Schritt, zieht betont beiläufig sein Sakko aus. Die Fans scheinen den neuen, ernsteren Bieber zu mögen - auch wenn der in letzter Zeit vor allem mit Eskapaden Schlagzeilen machte. «Das Aussehen hat sich geändert, aber der Mensch ist immer noch der Gleiche», sagt die 14-jährige Marion aus Landshut nach dem Konzert, immer noch überwältigt von dem Auftritt.

Es lief zuletzt nicht rund für den Kanadier: Mit einer Konzertabsage in Lissabon und einem verspätetem Konzertbeginn in England verstörte er Fans. Außerdem musste der Teeniestar ein Konzert in London wegen Atemproblemen unterbrechen und kam danach ins Krankenhaus. Im Internet tauchten Fotos auf, die ihn beim Marihuanarauchen zeigen sollen, und er wurde bei einer Rangelei mit einem Paparazzo gefilmt. Die Begeisterung für Bieber scheint bei seinen Fans, den «Beliebers», trotz allem ungebrochen.

In München präsentiert er sich zumindest in Hochform: In eineinhalb Stunden spielt er achtzehn Songs vor allem von seinem aktuellen Album «Believe» - ohne Unterbrechungen oder nennenswerte Verspätungen. Die Song-Ansagen kann er auswendig. Bei seinen Fans bedankt er sich brav, dass sie gekommen sind. Der 19-Jährige ist auf der Bühne inzwischen routiniert. Es ist bereits seine dritte Tournee. Doch zuletzt schien er beim Erwachsenwerden zu straucheln.

Biebers Aufstieg begann 2008 eher zufällig durch selbst gedrehte Videos, die er bei YouTube hochgeladen hatte. Als der R&B-Sänger Usher ihn entdeckte, war er 14 Jahre alt. Bieber wuchs bei seiner alleinerziehenden Mutter im kanadischen Ontario auf. Klavier, Gitarre und Trompete spielen brachte er sich selbst bei und trällerte beim Zähneputzen seine Lieblingssongs.

Auch das findet seinen Platz beim Konzert in München: Während der Pause läuft unter anderem diese Szene in einem Video auf der Leinwand. Nicht nur so zeigt sich der Sänger bei seinem Auftritt vielseitig: Er lieferte Tanzchoreographien zu den schnelleren Songs, sang die Ballade «Be Alright» zur Akustik-Gitarre und spielte «Believe» auf einem weißen Flügel. Als Zugabe sang er «Boyfriend» und «Baby». All das mit ohrenbetäubendem Jubel bedacht. Zwar waren die anwesenden Fans begeistert, in der Olympiahalle war aber so mancher Platz leergeblieben.     

Viele der hauptsächlich weiblichen Fans hatten sich Baseball-Kappen aufgesetzt, wie sie auch der Sänger gerne trägt. Einige brachten Transparente und rote Pappherzen zum Konzert mit. «Ich habe die gleiche Luft geatmet wie er», sagt ein Mädchen beim Verlassen der Konzerthalle.

Weitere Konzerttermine: Berlin (31.03.), Hamburg (02.04.), Frankfurt a.M. (03.04.), Dortmund (05.04.), Köln (06.04.)    

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