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Ein bunter Herbststrauß alpenländischer Volksmusik

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Die Jubilare: »Soatn-Steirer-Blosn« (Foto: Bauregger)

So vielfarbig und bunt wie die Blätter im Herbstwald war auch das Programm beim Jubiläumshoagart der »Soatn-Steirer-Blosn« aus Inzell/Ruhpolding im voll besetzten Saal der »Alten Post« in Ruhpolding.


Zusammen mit Musikantenfreunden aus Tirol und dem Tennengau boten die fünf Musikerinnen und Musiker ihren Zuhörern feine, wohlklingende und mitreißende Volksmusik aus dem reichen Schatz, regionsbezogener Volkslieder und Instrumentalstücke aus dem Alpenraum. Mit seinem trockenen Humor war Heini Abfalter aus Roßdorf Garant dafür, dass jeder der Hoagartbesucher sein notwendiges Tagespensum an Fröhlichkeit und Lachmuskeltätigkeit mehr als erreichte.

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Mit einem »feurigen« Stück, dem Maxglaner Zigeunermarsch, eröffnete der »4-Klang« aus dem Tiroler Unterland, gespielt mit zwei Klarinetten, Harfe und Ventilposaune den Hoagart, bevor Franz Bichler von der Jubiläumsgruppe die Gäste und die Musikantenfreunde willkommen hieß.

Unter den weichen, feinen Klängen der drei Weisenbläser Konrad Kirmse (Basstuba), Hubert Klinger (Ventilposaune) und Robert Steiner (Flügelhorn) konnte sicher mancher der Gäste seine »Seele baumeln lassen«, bevor sich Christl Wieser, Traudi Cerny und Lois Pletzer als »Rund ums Horn Dreig’sang« mit dem Herbstlied »Scheena Summa« hören ließen. Alle drei kommen aus Gemeinden am Fuße des Kitzbühler Horns. Die Freude am gemeinsamen Singen alten und neuen Liedgutes aus Tirol, Salzburg und Bayern hat sie 2007 zusammengeführt. Mit zwei homogenen Frauen- und einer hohen Männerstimme, selber mit Gitarre begleitet, intonierten sie bodenständige Lieder wie »Auf da Oim wird‘s staad« oder schmückten, wie beim »Hiatabua« ihren Gesang mit solistischen und mehrstimmigen Jodlern aus.

Vielseitig in der Instrumentierung wie im Klangbild, mal fein, mal sehr dynamisch aber immer feinsinnig aufeinander eingehend musizierten als nächstes der Gitarrist Hubert Eberl, Peter Margreiter auf der Steirerziach und Sonja Steusloff-Margreiter am Kontrabass unter dem Namen »Stubaier Freitagsmusig«. In unveränderter Stammbesetzung spielt das Trio seit 2002 vorrangig Stücken aus Tirol und dem restlichen Alpenraum, macht aber auch gern einmal einen Ausflug in die neue »Volxmusik« oder in die Weltmusik. Beim Jubiläumshoagart begeisterten sie mit »selbergstrickten Stückln«.

Eine weitere, wunderbar weiche und harmonische Klangfarbe kam aus den Kehlen der Geschwister Maria Sandtner und Georg Schnöll aus dem Tennengau im Salzburger Land, gefühlvoll begleitet von Heidi Steiner an der Harfe. Ihren Namen »Georgenberger Zweigesang« verdanken sie dem geschichtsträchtigen Konglomeratfelsen »Georgenberg« mitten im Salzachtal. Beim Jagalied »Is oana a Kloana«, den Herbstliedern »Do dromat am Bergal« und »Pfiat die Gott scheane Alma« oder dem lustigen Reimlied »Aus, aus, aus is mit mir« erklangen eine angenehm weiche Frauenstimme und in wunderbarer Harmonie hierzu eine hohe Männerstimme.

Unter dem Namen »4-Klang« haben sich Tina Klingler (Harfe), Toni Klingler (Akkordeon, Steirische, Klarinette, Gesang) Christina Neumayr (Steirische, Hackbrett, Klarinette, Gesang) und Hubert Klingler (Posaune, Kontrabass) der authentischen Tiroler Volksmusik verschrieben. Sie begeisterten die Zuhörer mit gefühlvollen Walzern, Boarisch‘n oder rassigen Polkas.

Selbstredend präsentierte sich die »Soatn-Steirer-Blosn« in der Besetzung mit Franz Bichler aus Ruhpolding (Hackbrett), Heidi Steiner aus Golling (Harfe) und den drei Inzellern Georg Dießbacher auf der Steirerziach, Sabine Reiter mit Gitarre und Konrad Kirmse (Basstuba) in ansteckender Spiellaune. Gut zusammengespielt und nach 20 Jahren fast im blinden Verständnis brachten sie den »Heuberg Boarischn«, den »Moreith-Walzer«, »Liederweisen« und die flotte Polka »Da Himme weiß&blau« variantenreich, dynamisch mitreißend und fein zum Klingen.

Nachdem im ersten Teil bereits alle Gruppen miteinander das »Gamsgebirg« gesungen und gespielt hatten, waren zum Schluss alle Besucher eingeladen, den Abend mit dem uneingeschränkt passenden Lied »Lasset uns das Leben genießen« gemeinsam abzuschließen. Werner Bauregger