Ein Elternteil darf allein über Impfung entscheiden

Eltern sind sich beim Impfen nicht immer einig
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Impfen oder nicht? Im Zweifel darf das auch ein Elternteil allein entscheiden. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Foto: dpa

Müssen sich Eltern über die Impfungen ihres Kindes einig sein? Müssen sie nicht, entschieden Richter. Zum Wohl des Kindes darf diese Entscheidung auch nur einer von beiden treffen.


Frankfurt (dpa/tmn) - Können sich Eltern nicht über eine Impfung für ihr Kind einigen, kann das Gericht diese Entscheidung allein einem Elternteil übertragen. Das hat das Oberlandesgericht Frankfurt entschieden (Az.: 6 UF 3/21), wie die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) mitteilt.

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In dem verhandelten Fall konnten sich die Eltern nicht darüber einigen, ob ihr 2018 geborenes Kind geimpft werden sollte. Die Mutter wollte die Standardimpfungen gemäß den Empfehlungen der Stiko (Ständige Impfkommission) vornehmen lassen. Der Vater lehnte das ab. Die Mutter wandte sich an das Gericht und beantragte, über die Standardimpfungen allein entscheiden zu können.

Mit Erfolg. Das Gericht übertrug ihr die Entscheidungsbefugnis. Ausschlaggebend bei einer solchen Übertragung ist, welcher Lösungsvorschlag dem Wohl des Kinds besser gerecht wird. Die Richter zeigten sich überzeugt, dass eine Entscheidung auf Basis der Stiko-Empfehlungen dem Kindeswohl am besten entspreche. Den Sorgen des Vaters um die körperliche Unversehrtheit seines Kinds trügen die Empfehlungen Rechnung.

© dpa-infocom, dpa:210415-99-220027/2

Entscheidung des OLG Frankfurt

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