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Ein Externer soll das »Kulturforum Klosterkirche« betreiben

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Die Klosterkirche und die Städtische Galerie als Veranstaltungsort sollen künftig »Kulturforum Klosterkirche« heißen. Das entschied der Stadtrat. (Foto: Reiter)

Traunstein – Nicht die Stadt, sondern ein externer Betreiber soll künftig für das Kulturprogramm in der Klosterkirche zuständig sein. Das beschloss der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag nach einer langen Diskussion und mit knapper Entscheidung. Große Einigkeit herrschte dagegen beim künftigen Namen: Am besten gefiel den Stadträten »Kulturforum Klosterkirche«.


Die Kulturfördervereinigung ARTS hatte »Kapuzinum« vorgeschlagen. Der Vorschlag unserer Leser, es bei »Klosterkirche« zu belassen, gefiel Oberbürgermeister Christian Kegel nur bedingt: »Das bringt man nicht leicht mit der Städtischen Galerie in Verbindung.« Als dritten Vorschlag hatte man sich auf »Klosterforum« verständigt. Abgestimmt wurde letztlich im Stadtrat über »Kapuzinum«, »Kulturforum Klosterkirche« und »Klosterforum«, wobei der zweite Vorschlag mit über 20 Stimmen das Rennen machte.

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Lebhaft war die Debatte um die von der Verwaltung vorgeschlagene Vergabe des Kulturzentrums an einen externen Betreiber. Oberbürgermeister Christian Kegel unterstützte den Vorschlag der Verwaltung. »Das hätte erhebliche Vorteile, denn ein Betreiber hätte ein professionelles Netzwerk, das es so bisher nicht gibt in der Stadtverwaltung.« Und dieses Netzwerk von Künstlern und Agenturen sei wichtig: »Für die Bevölkerung ist entscheidend, dass der Betrieb des Kunst- und Kulturzentrums von Anfang an zum Laufen kommt. Das sollte ein Profi machen.« Der Vertrag solle vorerst befristet auf vier Jahre sein, »aber es gibt ja auch Kündigungsfristen, sollte das nicht passen«, so Kegel.

Monika Stockinger (SPD) war für den Betrieb seitens der Stadt. Die Traunsteiner Kulturtreibenden hätten auch bisher ein tolles Programm gestaltet. Sie sollten einen Arbeitskreis bilden und ein Programm ausarbeiten.

Auch Ursula Lay (UW) wollte den Betrieb nicht aus der Hand geben. ARTS, Judith Bader von der Städtischen Galerie, der Kunstverein, sie alle hätten gute Netzwerke. »Wir können die Klosterkirche mit hochkarätigem Programm füllen«, betonte sie.

Stephan Hadulla (Grüne) gab zu bedenken, dass die Klosterkirche doch etwas für den Bürger sein solle. »Kultur muss von unten kommen, wir sollten uns nicht bespielen lassen.« Außerdem betonte er, »dass ein Profi Profit machen möchte«.

Dr. Christian Hümmer (CSU) sprach sich für einen externen Betreiber aus, »weil der ganz andere Möglichkeiten hat als wir im öffentlichen Dienst«. Er betonte, dass das Ganze ja nicht aus der Hand gegeben werde. »Mit einem Vertrag kann ganz klar geregelt werden: Wir möchten es auf diese Weise oder eben nicht.« Er kritisierte allerdings grundsätzlich, warum die Diskussion über einen Betreiber erst jetzt geführt werde. »Eigentlich entscheidet man doch erst, was und wie man es will und dann baut man dementsprechend um.«

Dritte Bürgermeisterin Traudl Wiesholler-Niederlöhner (SPD) war der Meinung, die meisten seien davon ausgegangen, dass die Stadt die Klosterkirche betreiben werde. Deshalb sei auch der Vorschlag, den Karl Schulz (CSU) nocheinmal im Stadtrat erwähnte, einen Trägerverein zu initiieren, nicht weiterverfolgt worden.

Burgi Mörtl-Körner (Grüne) betonte, dass für die Klosterkirche sehr viel Geld ausgegeben werde. »Das Geld der Traunsteiner Bürgerinnen und Bürger. Dann sollten auch Vereine, Verbände und Chöre das nutzen dürfen. Das ist doch die oberste Prämisse. Deshalb können wir das auch nicht in fremde Hand geben.«

Robert Sattler (SPD) war da anderer Meinung: »Beginnen sollten wir mit einem Profi. Das ist wie bei einem Theaterstück: Der Anfang und das Ende müssen passen, zwischendrin können auch mal Längen sein.«

Dr. Thomas Graf (Traunsteiner Liste) sprach sich ebenfalls für einen Profi aus, aber nicht von extern, sondern bei der Stadt angestellt in Sachen Kultur.

Isabelle Thaler (CSU) forderte klare Zielvorgaben von Seiten der Stadt. »Wir geben die Rahmenbedingungen vor, der externe Betreiber kann sich dann in den Details verlieren«, sagte sie.

Letztlich stimmte der Stadtrat mit 13 zu 10 Stimmen dafür, dass das »Kulturforum Klosterkirche« von einem externen Betreiber geführt wird. KR/coho