Ein gebrauchtes Cabrio für den Sommer

Mini und oben ohne
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Reich musste man für das Vergnügen auch nicht sein, galt der Ford Streetka doch als vergleichsweise günstiges Cabrio. Foto: Ford/dpa-tmn Foto: dpa
Offen für wenig Geld
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Ein Colt für alle Fälle? Nun, wer weiß, aber auf Sonnenschein und Regen kann der Mitsubishi Colt CZC auf jeden Fall passend reagieren. Foto: Mitsubishi Motors Deutschland/dpa-tmn Foto: dpa
Freundlicher Frischluftzwerg
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Wenn das Wetter mal nicht mitspielt, kann der Nissan Micra C+C auch ein robustes Verdeck aus Stahl und Glas über die Besatzung spannen. Foto: Nissan/dpa-tmn Foto: dpa
Smart Fortwo Cabrio
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Von drinnen nach draußen geblickt, wirkt ein Smart Fortwo Cabrio weniger klein als von draußen. Foto: Daimler AG/dpa-tmn Foto: dpa
Open Opel Oldie
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Vor 20 Jahren brachte Opel ein Cabrio auf Basis des Astra G heraus - heute eine preisgünstige Form, offen zu fahren. Foto: Harald Dawo/Opel Automobile GmbH/dpa-tmn Foto: dpa
Renault
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Cabriolet - das klingt nicht nur französisch, sondern ist es auch im Einzelfall, wie etwa das Coupé-Cabriolet von Renault beweist. Foto: Renault/dpa-tmn Foto: dpa
Suzuki Jimny Cabrio
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An der frischen Luft durch Hain und Flur: Das geht auch in einem Suzuki Jimny Cabrio. Foto: Suzuki Automobile/dpa-tmn Foto: dpa

Cabrios sind die exklusiveren Autos - gemessen am Marktanteil, gemessen am Preis. Doch ein Frischluftauto muss nicht teuer sein: Einfach gebraucht kaufen, klein kaufen, abseitig kaufen.


Berlin (dpa/tmn) - Die Sonne über dem Kopf, der Wind im Haar - Cabriofahren kann Spaß machen. Und muss im Einzelfall nicht teuer sein, wie folgende Beispiele für unter 10.000 Euro zeigen. (Die jeweils genannte Spanne der durchschnittlichen Gebrauchtwagenpreise sowie die Kilometerangaben basieren auf Daten der Marktbeobachter Deutsche Automobil Treuhand (DAT) und Schwacke).

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Mitsubishi Colt CZC 1.5 Turbo (Bauzeit: 05/2006 bis 01/2009)

Für die Turboversion des Colt-Cabrios verlangte Mitsubishi 22 900 Euro zum Marktstart 2006, viel für den japanischen Open-Air-Flitzer. Das fiel auch dem ADAC auf, als er ihn 2006 einem Test unterzog: »teuer in Anschaffung und Unterhalt«, lautete das Urteil. Zugleich aber attestierte der Club dem 3,89 Meter kurzen Wagen »sehr gute Fahrleistungen« - kein Wunder bei 110 kW/150 PS im Kleinwagen. 8,4 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h und maximal 205 km/h.

Für einen CZC 1.5 Turbo von 2006 mit 124.000 bis 185.000 Kilometern Laufleistung sollte man zwischen rund 2600 und 3200 Euro einplanen.

Ford Streetka 1.6 8V Elegance (10/2002 - 04/2006)

Auf Basis des Ka brachte Ford 2003 den Streetka als Roadster. Mit einem Startpreis von damals 16.990 Euro galt der Kölner mit dem Faltverdeck als ein erschwingliches Cabrio. Die Elegance-Ausführung kostete knapp 3000 Euro mehr. Unter der Haube gab es einzig einen 1,6 Liter großen, aber durstigen Reihenvierzylinder mit 70 kW/95 PS, der bis zu 173 km/h schafft. Der ADAC ermittelte einst 8,3 Liter auf 100 Kilometer. Dafür aber böte der Streetka sichere Fahreigenschaften, sei gut verarbeitet, der Dachmechanismus praktisch, hieß es.

Preise eines Streetka 1.6 8V Elegance von 2004 bis 2006: 1600 Euro bis 2100 Euro bei 123.000 bis 195.000 Kilometern.

Suzuki Jimny Cabrio 1.3 Classic (04/2003 - 02/2004)

Der Jimny in der Frischluftversion ist kein klassisches Cabrio. Eher ein aufgeschnittener Geländewagen inklusive zuschaltbarem Allradantrieb und etwas umständlich zu bedienendem Faltverdeck. Suzuki verkaufte die offene Version des Jimny bis 2011. Mit hohen Ansprüchen an Verarbeitung, Komfort, Umwelt und Sicherheit dürfe man dem Modell nicht kommen, stellte der ADAC 2003 fest.

Dafür aber bereite der Jimny abseits der Straße viel Spaß, für den »Kurzstrecken-Einsatz bei schönem Wetter«. Anfangs kam der Vierzylinder-Otto auf 59 kW/80 PS, später 63 kW/86 PS. Der Neupreis lag mit 13.610 Euro zwar niedrig, dafür bekam man aber weder ESP noch ABS oder Airbags, auch nicht auf Wunsch.

Preise für ein Jimny Cabrio 1.3 Classic von 2003 bis 2004 (135.000 bis 205.000 Kilometer): rund 3300 Euro bis 4700 Euro.

Nissan Micra C+C 1.6 Premium (11/2005 - 10/2007)

Aus Stahl und Glas: 2005 kam der Micra als C+C heraus, als Cabrio-Coupé. Die japanische Marke entschied sich für ein robustes und vor allem vollautomatisch per Knopfdruck zu bedienendes Faltverdeck aus Stahl und Glas vom Zulieferer Karmann in Osnabrück.

Mit 16.590 Euro kostete die Version rund 2500 Euro mehr als der geschlossene Micra, und sie ist mit 3,82 Meter länger. Die Premiumversion mit größerem Motor kostete 21.240 Euro.

»Für Frischluft-Enthusiasten der Mercedes SLK im Kleinformat«, zog der ADAC einen rühmlichen Vergleich. Der SLK war ebenfalls mit einem versenkbaren Hardtop bestückt. Der C+C wurde mit 65 kW/88 PS und 81 kW/110 PS aus 1,4 respektive 1,6 Litern Hubraum ausgeliefert. Fahrleistungen der Benziner: bis 191 km/h.

Der ADAC lobte unter anderem die sichere Straßenlage dank ESP und die gute Serienausstattung mit unter anderem ABS, vier Airbags, elektrischen Fensterhebern und Bordcomputer. ESP oder beheizte Sportsitze kamen extra. Preise für einen Micra C+C 1.6 Premium von 2006: gut 2400 bis 3000 Euro (141.000 bis 185.000 Kilometer).

Smart Fortwo Cabrio 0.9 Turbo Prime Twinamic (02/2016 - 05/2018)

Smart brachte bereits 2003 vom Forttwo eine Cabrioversion auf den Markt, Frischluftversionen von Auflage Nummer zwei und drei folgten. Die Drittauflage kostete zur Markteinführung 2016 ab 15.655 Euro, satte 3400 Euro mehr als ein vergleichbarer geschlossener Smart-Zweisitzer. Die Ausführung 0.9 Turbo Prime Twinamic hatte einen Listenneupreis von 17.310 Euro.

Der Wendekreises liegt bei nur 7,4 Meter, doch für lange Strecken sei der Stadtflitzer weniger geeignet: die Federung zu unkomfortabel, die Sitze zu unbequem, die Fahrstabilität zu schlecht: Der Smart reagiere nervös auf Unebenheiten und zeige Seitenwindempfindlichkeit, schrieb der ADAC. Der Antritt dagegen sei dank Turbo spritzig. Lifestyle-Qualitäten hat das Wägelchen mit dem elektrischen Faltverdeck und den herausnehmbaren Dachholmen aber.

ESP und Tempomat waren Serie, Abstands- und Kollisionswarnung sowie Spurassistent gab es gegen Aufpreis. Preise für einen Smart Fortwo Cabrio 0.9 Turbo Prime Twinamic von 2017 bis 2018 bei 38.000 bis 44.000 Kilometer: 9800 bis 11.250 Euro.

Opel Astra Cabrio 1.8 (01/2001 - 06/2006)

2001 kam auf Basis der Modellgeneration G das von Bertone in Italien designte Cabriolet heraus, dass stark nachgefragt war: Opel weitete die Produktion aus. Das Bertone-Cabrio wurde in der Basisversion mit einem elektrischen Stoffverdeck ausgeliefert.

Der Markeinführungspreis 2001 lag bei 40.800 D-Mark. An Bord waren Funk-Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber rundum, ein längs- und höhenverstellbares Lenkrad sowie Sportsitze, die der ADAC als ausgezeichnet lobte, ebenso die sehr gute Straßenlage. Zur Wahl standen Otto- und Dieselmotoren mit 74 kW/PS bis 147 kW/PS. ESP kostete Aufpreis. Preise für einen Astra Cabrio 1.8 mit 92 kW/ 125 PS von 2003 bis 2005 (damaliger Listenneupreis: rund 25.000 Euro): 2400 bis 2500 Euro (170.000 bis 195.000 Kilometer).

Renault Mégane Coupé-Cabriolet dCi 130 FAP Luxe (06/2010 - 03/2013)

2010 kam die Frischluftversion auf Basis des Renault Mégane III wieder als Coupé-Cabrio CC heraus, jetzt erstmals mit serienmäßigem Windabweiser - als Mittel gegen Zugluft. Ab 24.950 Euro kostete das Modell mit dem versenkbaren Hardtop.

Das elektrisch faltbare Klappverdeck mit großem Glasdach lasse schon geschlossen viel Licht in den Innenraum, schrieb der ADAC. Modifikationen gab es auch beim Fahrwerk, das jetzt komfortabler abgestimmt war als beim Vorgänger. Der Club lobte unter anderem auch das gute Platzangebot vorn, den »Komfort eines Coupés« bei geschlossenem Dach. Der Mégane wurde mit teils kräftigen Motoren angeboten, die Geschwindigkeiten von bis zu 225 km/h zuließen. »Insgesamt ein gelungenes Gesamtpaket für Oben-Ohne-Fans, die ein Ganz-Jahres-Carbio schätzen«, schrieb der ADAC 2010.

Preis für einen Mégane CC 1.9 dCi 130 FAP Luxe von 2011 bis 2012 (einstiger Listenneupreis: knapp 33.000 Euro): rund 5900 bis 7100 Euro (144.000 bis 151.000 Kilometer).

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