weather-image

Ein Gospel-Erlebnis besonderer Art

2.6
2.6
Bildtext einblenden
Mit viel Temperament und einer faszinierenden Intensität zogen die Sängerinnen und Sänger des Gospelchors »Common Praise« die Besucher in St. Oswald in ihren Bann. (Foto: Eder)

Das war ein nicht alltägliches Musikerlebnis: Der Gospelchor »Common Praise« aus Salzburg präsentierte sich bei seinem Konzert in St. Oswald mit solcher Intensität, solcher Inbrunst und so gewaltiger Klangfülle, dass die Besucher in der voll besetzten Traunsteiner Stadtpfarrkirche einfach nur hingerissen waren. Jede einzelne Sängerin, jeder einzelne Sänger war nicht nur mit vollem Stimmeinsatz, sondern mit dem ganzen Körper, der ganzen Person dabei – ihnen beim Singen zuzuschauen war faszinierend. Ein Tüpfelchen auf dem »i« waren die verschiedenen Solistinnen, die im Wechsel mit dem Chor endgültig zum Gänsehaut-Feeling beitrugen.


Obwohl der Chor nur gut 20 Sängerinnen und Sänger umfasste, füllten sie mit ihrem Chorklang den Kirchenraum in St. Oswald ganz und gar aus. Die Zuhörer erlebten sich eingehüllt in eine Klangwolke, die sie vollständig in ihren Bann zog. Wie da die Sänger mit voller Konzentration, mit tiefem Gefühl und einer vom Rhythmus bestimmten Körpersprache im Altarraum standen und sangen, das ließ niemanden unberührt. Temperamentvoll angeleitet wurde der Chor von Dirigent Georg Dittrich, der die Sänger mal anfeuerte, sie dann wieder etwas zurücknahm, der seine Sänger behutsam lenkte, sie aber jederzeit im Griff hatte. Einfühlsam begleitet wurde der Chor von Schlagwerk und E-Piano und bot so einen sehr harmonischen Klangkörper.

Anzeige

Begeisternd ging das Konzert schon los: »O happy day« riefen die Sänger ihrem Publikum entgegen. Die enorme Klangintensität war vom ersten Lied an zu merken, was aber gerade auch in den leisen Tönen zum Ausdruck kam, etwa bei ihrem Lied »Don’t cry«, das so zurückhaltend begann, sich dann aber zu einer hochemotionalen Dichte und Gewalt steigerte, die das Publikum in die Musik hineinzog und mitriss. Jedes Lied für sich war ein Erlebnis: »He’s got the whole world« in einer etwas ungewohnten Fassung, »Lord, you’re holy« oder »Down, Lord«.

Und zwischendurch durften sich die Besucher auch selbst als Chor versuchen. Chorleiter Dittrich mit seinem jungenhaften Charme hatte es nicht schwer, das Publikum zum Mitsingen zu bewegen.

Die hervorragenden Solistinnen des Chors hatten sich an dem Tag noch verstärkt mit einem echten Profi: Stephanie Weißenberger ist Mitglied des Ensembles am Gloria-Theater in Bad Säckingen (Baden-Württemberg). Ihre variantenreiche Stimme, einerseits zart, andererseits aber von großer Intensität, war im Rahmen des Konzerts von »Common Praise« ein zusätzlicher akustischer Genuss bei »To be free« und vor allem bei »Holy«, einem der Höhepunkte des Abends.

Zwischendurch wurde dann einen Gang zurückgeschaltet, und ein ganz anderes Lied erklang, das eigentlich in einen Gospelabend nicht so ganz hineinpasst: Hubert von Goiserns »Weit, weit weg«, das der Chor dann mit viel Gefühl vortrug. Gewaltiger Schlussapplaus war den Chormitgliedern nach dem Konzert sicher. Hans Eder

- Anzeige -