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Ein Himmelbett ist gar nicht nötig

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Willi Waitz bietet seit Jahren mit seiner Familie Homestays an und hat bisher nur positive Erfahrungen damit gemacht. Er ist den Athleten auch rund um den Wettkampf gern behilflich und hilft beispielsweise auch schon einmal beim Einchecken des Rads.

Einige Tage lang geht's in und um Chieming auch in diesem Jahr wieder äußerst sportlich zu. Der Firmenlauf Chiemgau am 27. Juni und der zweitägige Eberl-Chiemsee-Triathlon am 29. und 30. Juni ziehen Sportler und Zuschauer gleichermaßen in den Chiemgau. Damit alles reibungslos klappt, müssen viele Räder ineinandergreifen – und eine solche Großveranstaltung wäre ohne freiwillige Helfer undenkbar. Das Traunsteiner Tagblatt stellt in den nächsten Wochen einige von ihnen in der Serie »Gesichter des Triathlons« vor. Im ersten Teil unserer Serie geht's um die Helfer, die die Profi-Triathleten auch mal ganz privat vor und nach dem Rennen kennenlernen dürfen.


Wie das geht? Ganz einfach: Die Organisatoren des Chiemsee-Triathlons bieten in diesem Jahr für die Profi-Triathleten erstmals sogenannte Homestays an. Was sich dahinter verbirgt, ist schnell erklärt: Gastfamilien aus der Region nehmen einen der Profi-Triathleten bei sich auf und der wohnt rund um die Wettkampftage anstatt in einem Hotel eben bei einer Familie.

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Die Gastgeber leisten damit wertvolle Hilfe. »Triathlon ist Liebhaberei. Man kann damit nicht viel Geld verdienen. Mit den Homestays wollen wir den Sportlern ermöglichen, dass sie sich zumindest die Hotelkosten sparen«, sagt Christine Waitz, eine der beiden Renndirektoren des Eberl-Chiemsee-Triathlons.

Einige Familien aus der Region haben sich schon gefunden, die eine Unterkunft zur Verfügung stellen – etwa Carsten Dietzel mit seiner Familie aus Egerer. »Das ist eine Sportveranstaltung am Ort«, sagt er, da helfe man eben gerne! Die Familie, an deren Haustüre auch direkt die Radstrecke des Triathlons vorbeiführt, ist schon seit einigen Jahren aktiv als Helfer dabei – als Rundenzähler beim Laufen.

Christine Waitz kennt beide Seiten des Homestays. Früher als Profi-Triathletin kam sie selbst oft in den Genuss einer solchen Unterkunft – und sie ist davon begeistert! »Das ist einfach etwas total Schönes für beide Seiten«, erzählt sie und ergänzt: »Zu einem meiner ersten Gastgeber habe ich nach über zwölf Jahren heute noch Kontakt, da können sich wahre Freundschaften entwickeln.«

Auch aus dieser Erfahrung heraus bietet Christine Waitz und ihre Eltern rund um die Challenge-Tage in Roth seit Jahren Homestays an. »Wir haben nur positive Erfahrungen gemacht. Triathleten sind genügsam«, betont Christine Waitz. Sprich: »Die Triathleten brauchen keine Vollpension und auch kein Himmelbett«, sagt sie. »Es genügt auch schon die Couch im Wohnzimmer.«

Und es kommt auch gar nicht so darauf an, dass man für seinen Gast rund um die Uhr da ist. »Das kann jeder so halten, wie er will«, sagt die Renndirektorin. Sie selber sei damals auch schonmal »zu einer verrückten Familienfeier« eingeladen worden und hatte dabei jede Menge Spaß. »Aber wenn man das als Gastgeber nicht will, ist das auch in Ordnung. Die Triathleten kümmern sich auch um alles selbst.«

Dank der neuen europäischen Multisport-Serie, zu der eben auch der Eberl-Chiemsee-Triathlon zählt, wird es in diesem Jahr ein noch größeres Profi-Starterfeld am Chiemsee geben, auch deshalb werden noch Gastgeber gesucht. Wer sich vorstellen kann, einen Profi-Triathleten für ein paar Tage bei sich aufzunehmen, soll sich per E-Mail an info@wechselszene.com melden. Die Organisatoren versuchen dabei, auch Wünsche zu berücksichtigen.

Carsten Dietzel etwa könnte sich gut vorstellen, einen Athleten aus Neuseeland zu beherbergen. »Mit dem Land haben wir ein paar Berührungspunkte. Unser ältester Sohn hat dort etwa mal gearbeitet«, erzählt er. »Aber eigentlich ist es uns egal. Unsere Türen stehen für jeden offen.« SB