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Rodin-Quartett gibt Gedenkkonzert für Wolfgang Sawallisch in Grassau

Ein Höhepunkt klassischer Kammermusik

Anlässlich des 4. Todestags des Grassauer Ehrenbürgers und früheren Generalmusikdirektors der Bayerischen Staatsoper, Wolfgang Sawallisch, öffneten sich wieder die Türen des Kammermusiksaals der Sawallisch-Stiftung auf dem Kuchelner Berg in Grassau.

Reichen Beifall gab es nach dem Konzert für das Rodin-Quartett mit (von links) Martin Wandel, Sonja Korkeala, Gerhard Urban und Clemens Weigel. (Foto: Grabmüller)

In den letzten Jahren hat sich der Ort, den die Stiftung zunehmend für das Publikum öffnet, zu einer beliebten Adresse für Kammerkonzerte entwickelt, wie auch der ausverkaufte Saal bewies. Die Mitglieder des Rodin-Quartetts hatten in ihrer Münchner Studentenzeit selbst noch die Bekanntschaft des weltbekannten Dirigenten gemacht und gastierten nun mit einem ausgesuchten Konzertprogramm in seinem Hause.

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Aus der reichen Literatur für Streichquartette wählten sie drei klassische Höhepunkte: Josef Haydns Quartett in d-Moll op. 76/2, Wolfgang Amadeus Mozarts »Frühlingsquartett« in G-Dur KV 387 und Felix Mendelssohn-Bartholdys Streichquartett in e-Moll op. 44/2. Das Quartett zollte den drei Komponisten ihren Respekt durch Präzision, technische Raffinesse und beeindruckende klangliche Homogenität. Der Vortrag war gelassen und unprätentiös, aber, mit feinen Abstufungen modulierend, geradezu perfekt. Durch ihr Musizieren in harmonischem Bezug zueinander verliehen die Mitglieder des Quartetts jedem Detail sorgfältige Aufmerksamkeit.

In der Zugabe, dem langsamen Satz aus dem »Amerikanischen Streichquartett« As-Dur op. 105 von Antonin Dvorak, blitzte das ausdrückliche Wohlbehagen des Quartetts mit diesem Stück auf. Hier paarte sich Souveränität mit Spielfreude, die sich dem aufmerksamen Publikum sofort erschloss und dem Konzert eine feine Abrundung verlieh. Uta Grabmüller