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»Ein Hoffnungszeichen für die Zukunft«

Aufgeregt schwangen die Kinder ihre Fähnchen und stimmten ein Lied an, als der Weihbischof eintraf. Zur Feier des Tages zelebrierte der hohe Gast eine Pontifikalvesper im Freien, die musikalisch vom Schülerorchester und der Flötengruppe begleitet wurde. »Schon Jesus hat gesagt, Kinder sind die Zukunft, von Kindern können wir Vertrauen lernen, um nicht mit einem eingeengten Blick durch die Welt zu gehen«, sagte der Geistliche. Insofern sei der Kindergarten ein Hoffnungszeichen für die Zukunft.

»Gebaute Pädagogik«

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»Heute ist ein wahrhaft historischer Tag«, freute sich Pfarrer Kronast. Er erinnerte daran, dass 1927 der erste Kindergarten von Übersee in der heutigen Bücherei eröffnet worden war. Im Jahr 1955 sei ein neues Haus auf dem jetzigen Kindergartengelände gebaut worden, das in Kürze saniert und in Krippenplätze umgebaut werden soll. Ein zusätzlicher Neubau sei im Jahre 1975 entstanden, der jetzt in einem schlechten Zustand war und deshalb dem neuen Haus weichen musste.

Dieses Haus sei nach den Worten Kronasts »gebaute Pädagogik«, wo die Kinder Kinder sein dürfen und gleichzeitig für die Zukunft vorbereitet werden. Sein besonderer Dank galt Gemeindereferent Richard Mittermaier für dessen unermüdliches Engagement in der Planungs- und Bauphase.

»Nach den großen Bauwerken in der jüngsten Zeit, wie den beiden Unterführungen, dem Feuerwehrhaus und dem Musikheim sowie der Schulsanierung ist heute wieder ein großer Tag für unsere Gemeinde«, meinte Bürgermeister Marc Nitschke nicht ohne Stolz. Die Gemeinde hatte sich verpflichtet, zwei Drittel der Gesamtbaukosten von rund zwei Millionen Euro zu übernehmen. »Abzüglich einer Förderung des Freistaates hat die Gemeinde noch gut 800 000 Euro zu stemmen«, so der Rathauschef. Man habe großen Wert auf ein kindgerechtes Haus gelegt, in dem drei Gruppen Platz haben.

Energetisches Passivhaus

Hinsichtlich der gemeinsamen Verantwortung für die Umwelt habe man sich für ein sogenanntes »energetisches Passivhaus« mit einer zukunftsweisenden ökologischen Technik entschieden.

Architekt Martin Hirner vom Münchner Büro Hirner & Riehl bezifferte den Energiebedarf des Passivhauses mit nur etwa 20 bis 25   Prozent eines »normalen« Hauses. Er habe versucht, im Inneren der drei Gebäudeteile einen Werkstattcharakter zu schaffen, um für die Kinder freie Entfaltungsmöglichkeiten und für die Erzieherinnen ein gutes Arbeitsklima zu schaffen. Die Holz-Außenwand des Gebäudes in sechs verschiedenen Rottönen korrespondiere laut Hirner mit den Farbtönen der Kirche und sei insofern »eine Antwort« auf die Kirche.

Begeistert vom neuen Haus zeigte sich Ursula Gonsior vom Baureferat des Erzbischöflichen Ordinariats München als »Vermittlerin« zwischen Architekt, Kirche und Gemeinde: »Vom Energetischen her ist das Haus das Optimum, was es zur Zeit gibt.« Es sei hier ein Zeichen gesetzt worden in Sachen Architektur und Materialien aus der Umgebung.

Nach dem offiziellen Teil nahmen dann die Kinder, Erzieherinnen und Eltern »ihr Haus« in Augenschein und waren überwältigt von dem großen Platzangebot und der Helligkeit der Räume sowie von der Funktionalität von Einrichtung und Aufteilung. bvd