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Renate Wanda Gehl und Ingrid Schumacher stellen im Haus des Gastes in Gstadt aus

Ein intensives Farberlebnis

Die beiden Künstlerinnen Renate Wanda Gehl und Ingrid Schumacher aus Göttingen haben sich in ihrer Ausstellung im Haus des Gastes in Gstadt unter anderem von der Schönheit der Natur und den Landschaften inspirieren lassen, aber auch Elemente aus der griechischen Mythologie in eine neue Technik eingearbeitet, in der aus Pflanzendrucken Scherenschnitte hergestellt und diese zu einer Figur verarbeitet werden. Dabei ist der Titel der Ausstellung »Meine schöne Augenweide« nicht ganz zutreffend, sind die Figuren doch eher Furcht einflößend und unheimlich.

Renate Wanda Gehls Bild der »Flöte spielende Faun« ist noch bis Sonntag in Gstadt zu sehen. (Foto: Gloßner)

Renate Wanda Gehl studierte Betriebswirtschaft, Kunstgeschichte und Malerei. Sie hält seit 1997 kunstgeschichtliche Vorträge, erstellt Konzeptionen für Museen. Seit 2003 gibt sie Malseminare und unternimmt Malreisen. Sie ist Leiterin und Dozentin der SKM Göttingen, einer Malschule für Kinder und Erwachsene, die sie im Jahre 2007 gegründet hat. 2012 erfolgte die Gründung der Malakademie in Gstadt.

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Hier wird von Montag bis Samstag, 17. Juni, ein Malkurs zum Thema »Acrylmalerei – Neue Techniken und Mischtechniken« angeboten (Anmeldungen zu diesem Kurs sind im Haus des Gastes in Gstadt unter der Telefonnummer 08054/442 oder bei Renate Wanda Gehl unter der Telefonnummer 0160/2289943 möglich).

Ingrid Schumacher studierte Malerei. Sie gibt seit 1991 Mal- und Zeichenseminare, unternahm viele Malreisen und ist Dozentin an der SKM Göttingen.

In den Bildern der beiden Malerinnen sind immer wieder Wasserlandschaften in Verbindung mit Licht zu erkennen. Diese erstrahlen am frühen Morgen oder spätabends, am Gewitterhimmel, im Schilf und inmitten des Seenebels. Die Malerinnen arbeiten meist nach eigenen Fotos oder nach piktogrammartigen Notizen. Oft werden Vorstellungen und Stimmungen, auch Erinnerungen sichtbar gemacht und strukturiert dargestellt.

In der neuen Technik entstand von Renate Wanda Gehl der »Flöte spielende Faun«. Der Faun ist nach der griechischen Mythologie ein gehörnter Waldgeist, ein Mischwesen, halb Mensch, halb Ziege. Mit seinem Panflötenspiel betört er die Nymphen. Eine weitere Scherenschnittcollage ist der »Stolze Ikarus«. Er kommt der Sonne zu nahe, verbrennt seine Flügel und stürzt ins Meer. Weitere interessante Arbeiten sind »Auf der Almwiese« in Mischtechnik, »Im Watt 1« in Öl auf Papier und das »Kloster auf der Fraueninsel I und II«, ein prismatisches Bild mit vielen transparenten Ölschichten, die übereinandergelegt werden und so das Motiv sehr eigenwillig erscheinen lassen.

Ingrid Schumacher gestaltet ihre Bilder gern auf besonderen Untergründen, die meist zu einem intensiveren Farberlebnis führen. Neben der Malerei mit sehr kräftigen Farben entstehen aber auch »stille Bilder« mit einem zurückgenommenen Farbauftrag. Sehr schön sind ihre Werke »Hommage an Monet« in Acryl und Marmormehl auf Leinwand oder »Lichter Wald« in Acryl auf Leinwand.

Ingrid Schumacher richtet dabei ihren Blick während des Malens auf ein Stück Wald, versucht, es auf Papier zu zeichnen und koloriert es zum Schluss. Ein weiteres interessantes Werk ist die »Träumerei im Irgendwo«, entstanden aus immer neuen Eindrücken und Farbklängen.. »Ohne Titel« heißt ein Werk, bei der eine Mischtechnik aus Acrylfarbe, Kohle, Bleistift, Pastell und Ölkreide angewendet wurde und dies ein entsprechender Blickfang für den Besucher ist.

Die Ausstellung ist noch bis Sonntag jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Friederike Gloßner