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Ein Komponist, der mit sich im Reinen ist

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Musiker des Mozarteum-Orchesters unterstützten das Musikkollegium Traunstein: Unser Bild zeigt von links Lauro Comploj, Damiano Scarpa, Philipp Tutzer und Federica Longo. Vorne ist Dirigent Augustin Spiel, ausnahmsweise ohne Frack, zu sehen. (Foto: Barbara Heigl)

Das Herzstück des Sinfonischen Konzerts in der Aula der Traunsteiner Berufsschule – die ja eigentlich nicht nur eine Aula ist, sondern ein vor etlichen Jahrzehnten nach neuestem Standard für viel Geld entworfener Musiksaal – war die »Sinfonia concertante in B-Dur« von Joseph Haydn. Vier Musiker der Extraklasse des Salzburger Mozarteum-Orchesters zeigten gemeinsam mit dem Musikkollegium Traunstein, das diesmal in etwas kleinerer Besetzung mit seinem Dirigenten Augustin Spiel wieder sehr inspiriert musizierte, ein faszinierend hohes Niveau.


Das Erlebnis, einen so aufgeräumten, zufriedenen, mit sich selbst im Reinen wirkenden Haydn zu hören, dessen hohe Geisteshaltung in jeder Note, welche die Musiker Lauro Comploj (Violine), Damiano Scarpa (Violoncello), Federica Longo (Oboe) und Philipp Tutzer (Fagott) spielten, intensiv zum Ausdruck kam, kann man einfach nur beglückend nennen. Das »Allegro« war ein echtes Aphrodisiakum, dann folgte das »Andante«, von dem ein so inniger, strahlender und majestätischer Glanz ausging, dass man fast den Atem anhielt; dem schloss sich dann selig und beseelt gespielt das »Allegro con Spirito«, an, dessen Glücksbotschaft die Seelen der Zuhörer vermutlich auf Hochglanz polierte. Man wäre vermutlich einen Meter über dem Erdboden nach Hause geschwebt, hätte das Konzert mit der Haydn-Sinfonie und nicht mit Schuberts Sinfonie Nr. 5 B-Dur D 485 sein Ende gefunden. Tiefgründig, mit einer Grundierung, die viel mehr dem Hier und Jetzt geschuldet war, in einer gutmütigen Ernsthaftigkeit musikalisch erfühlt, war dieses Stück aber genau das Richtige, um einen beruhigenden Abschluss des Konzerts zu erlangen. Die edle Flamme der Komposition war durch alle Instrumentalriegen des Orchesters zu spüren. Der zweite der insgesamt vier Sätze, das Andante, war ein würdiger, gesetzter Abschluss, den das Publikum sich in minutenlangem, nicht enden wollendem Applaus erklatscht hatte.

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Das Konzert, das mit Wolfgang Amadeus Mozarts unvergleichlicher, von musikalischen Einfällen nur so strotzenden »Sinfonie Es-Dur KV 184« schon so verheißungsvoll begonnen hatte, wird dem Traunsteiner Publikum sicher im Gedächtnis bleiben. Barbara Heigl