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Ein Konzert im Dunkeln für die im Dunkeln

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Freuten sich über die Hilfe für bedürftige Mitbürger (von links): Anette Hagenau von der Stadtbücherei, Pianist Michael Alf, Stadtrat Karl Schulz, Hannah Schoger von der Stadtbücherei und Konstanze Kegel, die Vorsitzende des Vereins »Die im Dunkeln sieht man nicht«. (Foto: B. Heigl)

Die Frau des Traunsteiner Oberbürgermeisters, Konstanze Kegel, freute sich sichtlich – sie hat den Vorsitz des Vereins »Die im Dunkeln sieht man nicht« von Charlotte Wamsler übernommen – über die vielen Scheine im Spendenkörbchen, die nach dem Benefizkonzert im Pfarrsaal St. Oswald mit dem Traunsteiner »Tastentiger« Michael Alf dort gelandet waren.


In Kooperation mit den Mitarbeitern der Traunsteiner Stadtbücherei und Stadtrat Karl Schulz, der im Traunsteiner Stadtrat für das Thema Inklusion zuständig ist, organisierte Hannah Schoger, die gerade ihr Soziales Jahr in der Traunsteiner Bücherei absolviert, diese besondere Veranstaltung, bei der man die erste Hälfte des Konzerts fast ganz im Dunkeln saß, um auf das Schicksal erblindeter Menschen aufmerksam zu werden.

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Bei den kommenden Traunsteiner Medientagen soll die neue Medienanlage der Traunsteiner Blindenbibliothek in das Licht der Öffentlichkeit gerückt werden. Schon mit diesem Konzert möchte Anette Hagenau im Hinblick auf die Verwendung des von der Sparkasse gespendeten Lesegeräts auf diese Möglichkeit aufmerksam machen. »Ein Konzert im Dunkeln für die im Dunkeln« sagte Schulz, der das Projekt »angestoßen« hatte, in seiner Eröffnungsrede. Er freue sich, mit den Spenden Licht in das Dunkel mancher Menschen bringen zu können.

Licht in den Dschungel der banalen Alltagsgeräusche brachte auch Klavier-Boogie-Woogie-Virtuose Michael Alf mit seiner Musik. Mit einem meditativen Stück von Enrico Einaudi »Piano meditation«, bekannt aus dem Film »Beste Freunde« begann der Pianist das Konzert, doch wer sein Temperament kennt, wusste, dass der Abend nicht so ruhig bleiben würde. Klassik und Boogie umarmten sich bei ihm bisweilen sehr stürmisch, so geschehen beim »Hummelflug« von Mussorgsky, den er in einen »Bumblestomp« verwandelte. Aber auch in der Musik Mozarts hat der Musiker erstaunliches Boogie-Potenzial entdeckt. Nach drei Zugaben, einem »Türkischen Marsch«, dem »Ala Turka Stomp« und dem abgehangenen »I am walking to New Orleans«, bei dem er das Publikum in einen engagierten Background-Chor verwandelte, endete das gut besuchte Konzert für Menschen in Not. Barbara Heigl

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