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Ein lang gehegter Wunsch geht für die Feuerwehr Haslach in Erfüllung

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Traunstein: Neues Löschgruppenfahrzeug für Feuerwehr Haslach
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Einen symbolischen Schlüssel für das neue Löschgruppenfahrzeug übergab Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (rechts) an Kommandant Stefan Breitling. (Foto: Pültz)

Traunstein – Ein lang gehegter Wunsch der Feuerwehr Haslach ist in Erfüllung gegangen: Ein neues Löschgruppenfahrzeug (LF) steht nun in ihrem Feuerwehrhaus. Der Mercedes mit 299 PS, der mit allem technischen Drum und Dran 466.000 Euro gekostet hat, ersetzt das Gefährt, das bereits 25 Jahre alt ist.


Bereits Anfang des Monats hatte die Feuerwehr das neue Fahrzeug in Dienst gestellt, drei Wochen später erfolgten jetzt – bedingt durch die Corona-Krise in kleiner Runde – die Fahrzeugweihe und die Schlüsselübergabe.

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Das neue LF 20, das in Haslach auf das alte LF 8/6 folgt, stammt aus der Lastwagen-Baureihe Atego von Mercedes-Benz. Entsprechend den Anforderungen, die der Atego 1630 AF im Feuerwehreinsatz zu erfüllen hat, besitzt er jede Menge Sonderausstattungen.

Umfangreich ist der Aufbau. Das Löschgruppenfahrzeug verfügt über einen 2000-Liter-Wassertank und 120 Liter Schaum. Ausgerüstet ist er auch mit einer Rettungsplattform mit Rollensatz für Einsätze auf der Eisenbahnlinie und mit einer Auffangwanne mit einem Volumen von 450 Liter, die auch zur Dekontamination nach Gefahrguteinsätzen verwendet werden kann.

Die Stadt Traunstein hat das neue Fahrzeug bezahlt. Wenn man die 100.000 Euro abzieht, die sie als Förderung durch die Regierung von Oberbayern bekommt, bleiben ihr unterm Strich 366.000 Euro, die sie aus der eigenen Tasche nehmen muss.

Kommandant Stefan Breitling sagte, dass die Feuerwehr Haslach 2017 erste Überlegungen angestellt habe, das LF 8/6 zu ersetzen. In den Gesprächen mit der Stadtbrandinspektion und dem Kreisbrandrat habe sich dann herausgestellt, dass ein LF 20 mit der Zusatzausrüstung Technische Hilfeleistung am besten geeignet sei. Verschiedene Hersteller seien infrage gekommen, der Auftrag sei schließlich nach Linz gegangen. Gerade die Gestaltung des Aufbaus habe viel Zeit in Anspruch genommen. Breitling sprach von einem »Kraftakt«.

Drei Jahre später – in diesem Sommer – war dann die Freude groß: Fertig war das neue Löschgruppenfahrzeug für die Feuerwehr Haslach. Der Kommandant berichtete, dass eine sechs Mann starke Abordnung am 2. Juli um 6 Uhr in der Früh in Traunstein in den Zug gestiegen sei, um das LF 20 in Linz abzuholen. Und gegen 18 Uhr desselben Tages sei dann das Fahrzeug in Haslach angekommen.

Fahrzeug war schon zehnmal im Einsatz

Über viele Wochen sei die Ausbildung für das neue LF 20 gelaufen. Die Feuerwehr habe sich in drei Löschgruppen mit wöchentlichen Übungen mit den Gerätschaften vertraut gemacht. Teilweise ganztägige Schulungen seien am Wochenende auf dem Programm gestanden. Die Durchführung der Übungen unter Einhaltung der Corona-Hygienemaßnahmen – unter anderem habe man einen MundNase-Schutz tragen sowie Abstand halten müssen – seien eine Herausforderung gewesen.

Das Fahrzeug stand im Feuerwehrhaus, die Ausbildung war abgeschlossen. Und so konnte die Feuerwehr das Fahrzeug schließlich in Dienst stellen – was dann laut Breitling am 3. Oktober geschah. Und seitdem waren die Feuerwehrler schon mehrfach mit ihm unterwegs: Bereits zehnmal mussten sie das LF 20 einsetzen.

Pfarrer Tobias Prinzhorn segnete das Fahrzeug und alle, die sich mit ihm zu den Einsätzen begeben. Er bat um Gottes Beistand, damit alle, die sich in den Dienst der Gemeinschaft stellen, unfallfrei bleiben. Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer sagte, dass die Corona-Pandemie mit ihren Auflagen die Fahrzeugweihe nur in einem sehr kleinen Rahmen zulasse. Um die Krise bewältigen zu können, müsse man größtmögliche Sicherheit walten lassen. Er hoffe auf eine Gelegenheit für eine große »Nachfeier« dann mit der gesamten Mannschaft.

Der Rathauschef würdigte die ehrenamtliche Arbeit, die die Feuerwehrler für die Bürger leisten. »Wir können uns sicher fühlen«, betonte Hümmer. Er sei noch nicht allzu lange im Amt, doch schon zwei Bomben hätten entschärft und ein Hochwasser bewältigt werden müssen. Und in diesen Fällen habe er feststellen können, was die Hilfskräfte alles leisten – und wie viel Herzblut in ihrer Arbeit stecke. Gerade auch, weil die Stadt Traunstein immer weiter wachse – um rund 3000 Einwohner in den vergangenen vier, fünf Jahren – seien die Feuerwehrler als Garanten für Sicherheit unerlässlich.

Christian Hümmer sprach von einer »großen Investition«. Das Geld sei »gut angelegt«, weil das Fahrzeug letztlich der Sicherheit der Bürger diene.

Auch Kreisbrandrat Christof Grundner sagte, dass die Feuerwehr Haslach gefordert sei, sich angesichts der steigenden Einwohnerzahl der Stadt Traunstein zu verändern. Mit dem LF 20 sei sie nun bestens gerüstet für alle Aufgaben und Einsätze, die auf sie zukommen.

Martin Thullner, Vorsitzender des Feuerwehrvereins Haslach, sagte, dass das neue LF 20 schon zum Einsatz gekommen sei – und dass die Feuerwehrkameraden gerne mitfahren. Der Verein habe einen finanziellen Beitrag zur Anschaffung des LF 20 geleistet.